Pentium 4 1,7 GHz

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19:00 - 30/04/2001 von Thomas Pabst

Als technische Berichterstatter geht uns leider die Fähigkeit der Prophezeiung ab, daher bleiben wir bei dem, was wir können, und überprüfen und testen die technischen Fähigkeiten des Pentium 4 1,7 GHz. Anschließend können wir sagen, ob wir den Preis für gerechtfertigt halten.

Der neue Pentium 4 1,7 GHz-Prozessor unterscheidet sich nicht wesentlich von seinen übrigen Brüdern mit 1,3 GHz, 1,4 GHz und 1,5 GHz. Im Aufbau sind sie vollkommen identisch, und auch der Silikonchip unter der Abdeckung ist nichts anderes als bei früheren Pentium-4-Dies. Der einzige echte Unterschied zwischen der 1700-MHz-Variante und seinen Vorgängern ist die Spannung von 1,75 V (Pentium 4 1,5 GHz wird mit 1,7 Volt betrieben) und damit auch der höhere Energieverbrauch sowie die Wärmeentwicklung. Intel wendet den alten Übertaktertrick zur Geschwindigkeitssteigerung an, indem die Corespannung etwas erhöht wird. Alle anderen Merkmale bleiben, auch der feste Taktmultiplikator des Pentium 4, was 'vernünftiges Übertakten' ziemlich erschwert.

Wer mehr über das Innenleben und die Leistungsbewertung des Pentium-4-Prozessors erfahren will, dem empfehlen wir die Lektüre unserer früheren Pentium-4-Artikel:

PCs auf dem Prüfstand: Pentium 4 vs. Athlon Das neue Bild des Pentium 4: Verbessertes MPEG-4-Encoding Wichtiges Update zum Pentium 4 Intels neuer Pentium-4-Prozessor

Das neue CPU-Design des Pentium 4 hat einige Probleme mit aktueller Software. Insbesondere Büroanwendungen wie Word oder Excel, aber auch gängige 3D-Spiele laufen deutlich schlechter mit dem Pentium 4 als mit dem AMD Athlon, obwohl der AMD-Prozessor mit geringeren Taktraten arbeitet. Wenn jedoch einmal Software speziell für den Pentium 4 kompiliert worden ist, zeigt die Trace-Architektur ihre Stärken. Das gleiche gilt für die Fliesskommaleistung des Pentium 4. Die FPU-Leistung des Pentium 4 bleibt deutlich hinter der des Athlon zurück; der Intel-Prozessor wird mit den neuen SSE2-Erweiterungen ausgestattet, die extrem hohe FPU-Leistungswerte in Anwendungen erzielen, die von Streaming-Fliesskommaoperationen profitieren und für die Nutzung dieser SSE2-Erweiterungen programmiert oder zumindest kompiliert wurden. Zusammengefasst bedeutet das: Seine Architektur macht den Pentium 4 zur Zeit nicht gerade zum absoluten Superprozessor, er könnte aber bald weitaus besser abschneiden, sobald Anwendungen für ihn optimiert worden sind. Hohe Taktraten sind die beste Methode, die Unzulänglichkeiten des Pentium 4 in Verbindung mit aktueller Software zu überspielen, weswegen Intel den neuen Pentium 4 1,7 GHz auf den Markt gebracht hat.

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