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Intel Pentium II XEON: Bessere Leistung für Workstations und Server?

19:00 - Dienstag, 21. Juli 1998 von Thomas Pabst
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1 - Einleitung

Wir testen Intels neueste CPU für Workstations und Server.
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Das Jahr 1998 ist im Hause Intel das Jahr der neuen Produkte. Dabei wird nicht nur immer das aktuelle Modell durch eine schnellere Variante ersetzt sondern komplett neue Marktsegmente adressiert. Natürlich geht dabei auch die Entwicklung im Mainstream Bereich weiter wie wir es in den letzten Jahren auch gesehen haben, erinnern wir uns nur an die Vorstellung des PII mit 100 MHz FSB. Aber Intel bemerkt langsam, daß der Markt nicht nur aus Freaks besteht die einfach nur mit MHz Zahlen zu befriedigen ist. Für die Einsteiger und Anwender einfacherer Programme wurde der Celeron geschaffen und mit dem XEON, der vor kurzem vorgestellt worden ist soll dem Giganten der PC-Welt ein komplett neuer Markt erschlossen werden, der bislang immer noch fest in der Hand einiger Spezialhersteller war.

Es ist jetzt schon über ein Jahr her, daß Intel den Pentium II und den dazu notwendigen Slot 1 vorgestellt hat. Der PII war angetreten um den High End Markt zu erobern. Im Bereich der Einzelplätze ist dies auch gelungen. Allerdings hat sich der eigentlich bereits überholte Pentium Pro eine Nische behalten, die der PII trotz aller Geschwindigkeiten bis vor kurzem nicht erobern konnte. Server für PC Netzwerke haben an den Prozessor andere Anforderungen gestellt. Seit dem Erscheinen des XEON ist klar, daß diese Auftrennung des Marktes wie oben bereits angesprochen beabsichtigt war.

Einer der Faktoren, weshalb der PII den Pentium Pro nicht verdrängen konnte war der L2 Cache. Anders als beim PII lief er im Pro immer mit der gleichen Taktrate wie der Prozessor selbst. Der Wert von 200 MHz wurde erst wieder mit dem PII 400 erreicht. Bis zu dessen Erscheinen war der P Pro allein schon in diesem Bereich schneller. Trotzdem hat der PII der Pro auf dem Desktop relativ schnelle ersetzen können. Anders sah und sieht die Sache allerdings im Server Bereich aus. Dafür gibt es mehrere Gründe. Eines der Probleme des PII ist der Umstand, daß nur maximal 512 MB RAM verwaltet werden können. Erst Typen ab dem 333 MHz PII können genausoviel RAM verwalten wie der Pentium Pro, nämlich 4 GB. Für den normalen Anwender ist zum jetzigen Zeitpunkt eine RAM Ausstattung größer 256 MB ziemlich unsinnig. Bei Servern, die ein ganzes Netzwerk von Arbeitsstationen zu versorgen haben steht die Leistungsfähigkeit im direkten Zusammenhang mit der Speicherausstattung. Bei der Speicherausstattung kam dann noch der bereits angesprochene Punkt mit dem L2 Cache wieder zum Tragen. Inklusive dem 350 MHz Modell liefen alle PII Caches langsamer als der des P Pro. Zusätzlich war die Größe des Caches auf 512 kB limitiert. Beim Pentium Pro lief der Cache schon immer mit Prozessorspeed. Zudem gab es Modelle, die über ein MB dieses Speichers verfügen konnten. Ein weiterer Punkt, der den alten Prozessor dem neueren PII in dieser speziellen Anwendung überlegen machte. Bei entsprechend hohen Anforderungen kam noch ein weiterer Punkt hinzu, der eindeutig für den Pentium Pro gesprochen hat: von den PII können maximal 2 auf einem Board eingesetzt werden. Mit dem Pro kann diese Zahl auf vier verdoppelt werden.

Damit dürfte auch klar sein weshalb der, gesockelte Pentium Pro in den Roadmaps die ganze Zeit immer noch aufgetaucht ist. Das wird sich jetzt allerdings ändern.

Mit dem XEON möchte Intel den Pentium Pro nicht nur im Servermarkt ablösen. Vielmehr zielt man mit dem XEON und auch einigen weiteren Entwicklungen, die in der Roadmap bereits fest verankert sind auf den Markt der Workstations. Bislang bewegten sich die Anwender von SUN, SGI, DEC, IBM RS6000 oder HP in einer proprietären Welt. Anlagen die die Leistung erbracht haben, die von diesen Anwendern gefordert wurden, kosten in der kleinsten Ausführung etwa ab 20.000 DM aufwärts. Wobei aufwärts sehr weit aufwärts heißt. Beträge, die in Millionen gemessen werden sind recht leicht zu erreichen. Wer sich für eine solche Anlage entschieden hat ist oftmals auf Gedeih und Verderb einem Hersteller ausgeliefert, da die Anlagen auch untereinander oftmals nicht kompatibel sind. Man fühlt sich fast an die Zeit vor der Einführung des PC erinnert, als Programme für jeden Rechnertyp angepaßt werden mußten. Da die billigen PCs nicht an die Leistung dieser Rechner heranreichten, war auch das Preisgefüge über lange Jahre sehr stabil und sehr hoch. Mit dem XEON will Intel jetzt anfangen dieses Marktsegment aktiv anzugehen. Zwar ist eine Achtfach XEON Anlage bei den Workstations etwa an der Stelle, an der ein idt Rechner bei den PCs ist. Aber man ist da und die Roadmap liest sich unter diesen Umständen wie ein Schlachtplan für einen Angriffskrieg. Selbst mit den extrem anmutenden XEON Preisen bietet man in diesem Marktsegment Anlagen mit einer akzeptablen Leistung zum Schleuderpreis an. Zusätzlich stellen XEON Rechner so etwas wie ein Bindeglied zwischen der Workstation und der PC Welt dar. Dabei ist die CPU im jetzigen Stadium gar nicht unbedingt der große Wurf. Schließlich handelt es sich dabei um einen Deschute Kern, wie er auch im Celeron Verwendung findet.


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