Die nächste Generation bei den Prozessoren von Intel, die unter dem Namen Pentium II verfügbar werden und mit einem FSB von 100 MHz arbeiten, werden den Namen Katmai tragen. Sie werden im ersten Quartal 99 verfügbar und sollen zunächst in einer 450 MHz Version auf den Markt kommen. Den Katmai Prozessoren wird ein neuer Befehlssatz eingebaut, der wahlweise als MMX2 oder als KNI (Katmai New Instruction) bezeichnet wird. Darin integriert ist eine double precision Floating Point SIMD (single instruction multiple Data) Einheit. Dieser neue Befehlssatz soll die Leistungen im 3D Bereich deutlich verbessern.
Coppermine ist ein neuer Name in der jetzt vorliegenden Roadmap. So sonderlich spannend wird dieser Prozessor für den Anwender allerdings im Vergleich zum Bekannten nicht sein. Letztlich handelt es sich lediglich um einen Katmai, der allerdings in der 18 micrometer Technik gefertigt wird. Weil diese neue Technologie noch einige Unwägbarkeiten aufweist, verzichtet man bei Intel allerdings auf den On-Die Cache und setzt statt dessen einen externen L2 Cache basierend auf BSRAM ein. Für den Anwender bringt dieser Prozessor im ersten Schritt wie gesagt herzlich wenig. Für den Techniker ist es allerdings sehr interessant zu sehen, wie schnell sich an dieser Stelle die Technologie in der Fertigung verbessert. Der Vorteil, der sich letztlich aus diesem Fertigungsverfahren ergibt wurde schon bei einigen anderen Umstellungen offensichtlich. Die gleiche Leistung / Geschwindigkeit kann mit weniger Energie = Abwärme erzielt werden. Oder aus der anderen Richtung betrachtet: Bei höheren Geschwindigkeiten bleibt die Leistungsaufnahme und die Hitzeentwicklung im beherrschbaren Rahmen.
Tanner ist fast schon so etwas wie ein Marketinggag. Hinter diesem Codenamen verbirgt sich ein XEON, der mit dem MMX2 oder KNI Befehlssatz aufgepäppelt wird. 450 bzw. 500MHz Taktrate und Full Speed CSRAM L2 Cache bis 2MB Größe, der jedoch extern angebracht ist, wird dieser Prozessor anbieten. Im klassischen Feld der Server und Desktops wird dieser Prozessor mit Sicherheit keine Kunden finden. Offensichtlich zielt Intel mit diesem Typ auf die letzte Bastion fremder Systeme: Graphik Workstations, die bislang von SUN und Konsorten dominiert werden.
Cascade ist ebenfalls ein neuer Name, der auch nichts wirklich weltbewegendes umschreibt. Cascade ist ein Tanner oder XEON mit KNI (MMX2) dessen Kern in der 0,18 micrometer Technik hergestellt worden ist und dessen Cache reduziert sein wird. Nur 256 kB dafür jedoch On-Die soll dieser Prozessor bieten. Bei diesem Prozessor für den Slot2 wird dann aber auch der Vorteil der neuen Technik ausgenutzt. Mit 600 MHz oder darüber soll er bereits zum Start angeboten werden. Ein weiterer Punkt taucht bei der Betrachtung des Tanner auf. Wie wir bereits vermutet haben, wird der FSB (Front Side Bus) in den weiteren Entwicklungen von Intel auf 133 MHz hochgesetzt.
Celeron ist endlich wieder ein Name den wir kennen. Und doch wird der Celeron, der erst im April eingeführt worden ist, schon sehr bald sterben und durch seine Nachfolgemodelle ersetzt werden. Der aktuell verwendete Deshute Kern arbeitet mit 266 oder 300 MHz ohne einen L2 Cache und mit einem FSB von 66 MHz. Aber noch im August diesen Jahres wird diese Celeron Variante einen Bruder bekommen, der über einen anderen Kern verfügt. Der Celeron Typ A verfügt dann über einen Mendocino Kern, der mit einem 128 kB On-Die Cache ausgestattet ist und in den Varianten 300 und 333 MHz angeboten werden soll. Der Cache läuft bei diesen Modellen im gleichen Takt wie der Prozessor selbst. Nur der Takt auf dem FSB bleibt zunächst bei 66 MHz. Erst für die zweite Hälfte des kommenden Jahres denkt Intel über einen 100 MHz Bus für den Celeron nach. Der bekannte Celeron mit Deshute Kern wird das aber nicht mehr erleben. Sein Produktionsende ist wahrscheinlich noch dieses Jahr. Der vielbeschworene gesockelte Celeron wird wohl wahrscheinlich immer in den gleichen Varianten verfügbar werden wie die Modelle für den Slot 1. Möglich ist aber auch, daß der Celeron für den Slot 1 im Laufe des kommenden Jahres ganz verschwinden wird und nur noch gesockelte Modelle verfügbar sind. Prozessoren mit KNI werden dann wohl im Slot1 die günstigste Alternative sein.
Pentium II mit Klamath und Deshute Kern, so wie wir sie heute kaufen können, werden ebenfalls bald von der Bildfläche verschwunden sein. Der Celeron mit seinem On-Die Cache macht zunächst die Versionen, die noch mit dem 66 MHz Bus arbeiten, überflüssig. Die Performance der neuen Celerons wird dies auch erlauben, denn sie ist durchaus mit der eines PII vergleichbar. Schließlich arbeitet der Cache im Celeron mit Prozessortakt und der im PII nur mit der halben Geschwindigkeit. Die PII mit 233 bis 333 MHz werden also Ende diesen Jahres, spätestens aber zu Beginn des kommenden Jahres, aus der Produktion genommen werden. Sobald der Celeron dann auch noch mit einem 100 MHz Bus arbeiten kann, werden auch die neuen Modelle überflüssig. Schließlich ist der Kern des Ganzen in beiden Fällen ein Deshute. Die Stelle der wohl bekannten PII werden auf der hierarchisch geordneten Leistungsleiter von Intel, die Katmai Prozessoren einnehmen. Der auffälligste Unterschied zwischen dem Katmai und den Celerons wird dann allerdings MMX2 sein. Zu diesem Zeitpunkt der Entwicklung trennen sich die Anwender im Büro mit entsprechenden Anwendungen von den privaten Anwendern und solchen, die hohe graphische Anforderungen stellen. Katmai mit MMX2 (KNI) für graphische Anwendungen und Allround Anforderungen. Celeron für alle, die sich mit Office Applikationen beschäftigen. Anwendungen, die von MMX2 keinen Gebrauch machen können, werden auf beiden Prozessoren, wenn man den Zahlen vertraut, gleich schnell sein.
Der gesockelte Celeron. Viel ist über ihn geschrieben worden und nur die Hälfte war richtig. Auch wenn der Eine oder Andere es gerne gesehen hätte: Dieser Prozessor ist nicht für den Sockel7 geeignet. Mit der Rückkehr zu einem gesockelten Prozessor hat Intel auch nicht die Abkehr vom Slot eingeleitet. Fakt ist lediglich, daß der Sockel im gesamten Produktionsablauf deutlich billiger ist als eine Version, die in einen Slot zu stecken ist. Angefangen bei dem Slot selbst, über das PCB und das Plastikcover werden Kosten gespart. Wenn man, wie beim Celeron der Fall, einen Prozessor anbieten möchte, der günstig ist und trotzdem noch etwas verdienen möchte, dann führt an dieser alten Technik wohl doch kein Weg vorbei. Verfechter der Sockel Technik mögen’s mit Freuden hören, trotzdem bleibt der Sockel für den Celeron bei den Prozessoren aus dem Hause Intel die Ausnahme.
Das Intel Sorgenkind, Merced, wird nun doch nicht vor dem Jahr 2000 vorgestellt werden. Dabei wird dann auch der sogenannte Slot M vorgestellt. Das Besondere an diesem Prozessor ist die Parallelisierung der verschiedensten Bereiche. Mehrere Integer und floating point Einheiten werden parallel arbeiten und jeweils mit einem 128 Bit Register ausgestattet sein. Im Gegensatz dazu hat der IA32 Merced nur 8-32 Register, sowohl für Integer als auch für die Floating Point Einheiten und nur wenige dieser Einheiten können parallel arbeiten. Wenige heißt in diesem Falle wahrscheinlich zwei.
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