Für das erste Storage-Produkt im SMB-Markt schlägt sich das Intel SS4000-E erfreulich gut - sofern man die von Intel angepeilte Zielgruppe berücksichtigt: Es geht um Selbständige und kleine Unternehmen, die eine zuverlässige und einfach zu habehabende Speicherlösung benötigen, sich aber nicht die Kosten oder den Wartungsaufwand großkalibriger Server-Lösungen leisten können.
Somit stellen sich Erfolgserlebnisse dann auch schnell ein: Wer sich zutraut, eine Festplatte in die Hand zu nehmen und sich nicht vor neuen Begrifflichkeiten im NAS-Bereich scheut, kann das SS4000-E selbst mit Laufwerken bestücken und einrichten. Das Handbuch gibt hinreichend Hilfestellung und auch der von Intel gewohnte Web-Support ist vorhanden. Im Handel dürfte das SS4000-E vornehmlich als fertiges Produkt zu finden sein; rechnen Sie dabei mit knapp 1000 Euro für 1 Terabyte Speicherplatz.
Die Funktionsfülle mitsamt Backup-Software für ganze Rechnersicherungen ist für das Gros der Anwendungsfälle befriedigend. Der Netzwerkzugriff funktioniert einwandfrei und auf Basis von Rechtevergaben; auch ein FTP-Zugriff ist möglich. Intel besteht allerdings auf den Erwerb zusätzlicher Backup-Lizenzen, wenn mehr als ein Rechnerabbild komplett auf das SS4000-E gesichert werden soll. Aufgrund des hohen Zeitbedarfs zum Sichern bzw. Wiederherstellen eines großen System-Abbilds ist diese Option ohnehin nur für Server oder wirklich wichtige Systeme interessant - die Ausfallzeit eines Arbeitsrechners lässt sich meist einfach überbrücken. Sorgen Sie primär dafür, dass Ihre Mitarbeiter alle wichtigen Projektdaten automatisch auf dem SS4000-E speichern und Sie haben die halbe Miete.
A propos Zeitbedarf: Neben der unreifen Unterstützung zur Einbindung weiterer USB-Datenträger sind die Datentransferraten unser Hauptkritikpunkt. Auch wenn das SS4000-E zweifellos eines der schnellsten NAS-Geräte ist entsprechen maximal 14 MB/s der Leistungsfähigkeit einer zehn Jahre alten Festplatte. Vor allem in Anbetracht der Maximalkapazität bei vier 750-GB-Festplatten kann sich der Zeitbedarf bei großen Dateimengen zum Nachteil entwickeln. Nach unserer Ansicht sollte dem Faktor Zeit in Zukunft mehr Bedeutung eingeräumt werden.
