Im angenommenen Fall eines völligen Datenverlustes (also z.B. bei einer nicht mehr lesbaren Partitionstabelle) will man natürlich ebenfalls möglichst schnell und automatisiert an einen Ursprungszustand herankommen. Hier schwindet leider der Komfort der Oberfläche. Da die Software im schlimmsten Fall von Systemebene aus funktionieren muss, ist sie als bootbare Linux-CD verwendbar, die sich naturgemäß sehr minimalistisch auf Eingaben in Kommandozeilenform beschränkt. Hier müssen dann alle Informationen wie Rechnername und Servername eingegeben werden. Auf einer weiteren Seite können dann die verfügbaren Backup-Stände ausgewählt werden. Das ganze stellt für den unbedarfteren Anwender eine potenzielle Fehlerquelle dar. Laut einer Information von Intel soll sich dieser Zustand aber schon mit dem nächsten Update der Software ändern.
Die eigentliche Wiederherstellungsleistung lässt dabei auch noch einige Fragen offen. Natürlich sind bei Übertragungen über ein Ethernet Netzwerk bestimmte Limitierungen einzukalkulieren, allerdings waren die sechs MB/s von einem Gigabit Ethernet NAS doch enttäuschend. Bei unserer 45-GB-Beispielspartition brauchte das Gerät so über zwei Stunden für die Wiederherstellung, und dies obwohl die Partition nur mit circa 12 GB Daten bespielt war. Will man folglich Festplatten auch nur halbwegs moderner Rechner (200 GB und mehr) über das SS4000-E bespielen, so muss man als Zeitspanne von einem kompletten Arbeitstag ausgehen.
Performance
Die eben beschriebene Performance ist nicht wirklich gut und zieht sich auch durch unsere Messungen. Im RAID 5 können 7 MB/s geschrieben und 13 MB/s gelesen werden. Moderne Festplatten haben hier bereits die Grenze von 70 MB/s überschritten. Bei komplexen RAID-Laufwerksverbunden muss berücksichtigt werden, dass die zu berechnenden Paritätsdaten, welche erst den Ausfall eines Laufwerks ohne Datenverlust ermöglichen, einen erheblichen Zusatzaufwand bedeuten. Laut Intel ist allerdings nicht viel mehr möglich wenn man nicht den Preisrahmen sprengen will - das deckt sich auch mit unseren Erfahrungen: Eine bessere Performance würde eine schnellere XOR-Einheit verlangen, die teurer ist und auch mehr Kühlung benötigen würde. Intel zielte auf Komfort, Ergonomie, Größe und einen attraktiven Preis - somit wurde die für viele Anwender gering erscheinende Performance in Kauf genommen.
