Solano - Ein paar Ergänzungen und Korrekturen

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19:00 - 25/05/2000 von Thomas Pabst

Wie wir bereits gestern in der Solano Preview schrieben, fehlen uns die notwendigen i815-Datenblätter, um die von uns gemachten Aussagen garantieren zu können. Nach den letzten Informationen sollten wir jedoch einige Ergänzungen und Korrekturen vornehmen.

Der Solano ist wahrscheinlich in der Lage, den Front Side Bus (FSB) asynchron zum Speicherbus zu takten. Der neueste Artikel in der Electronic Buyer's News indiziert dies. Wir können Ihnen trotzdem kein Statement dazu abgegeben, da uns nach wie vor die Fakten fehlen. Unser Test-Motherboard war definitiv nicht in der Lage dazu. Darüber hinaus verfügt unser Motherboard nicht über einen PLL von der Firma ICS. Die News von oben bezieht sich auf einen PLL von IMI.
Ein asynchroner FSB/Speichertakt hätte den Vorteil, dass man einen Celeron (66 MHz FSB) trotzdem mit SDRAM bei voller PC133-Taktrate betreiben könnte. Andererseits könnte man alten PC100 SDRAM mit dem 133 MHz FSB Pentium III betreiben. Wenn Intel aus dem i815/Solano eine Budget-Lösung machen will, würde ein solches asynchrones FSB/Speichertiming Sinn machen.Wir liegen vielleicht auch daneben, wie viel Speicher der Solano letztendlich unterstützt. Quellen, die der Motherboard-Industrie nahestehen, teilten uns mit, dass der i815 nur 512 MByte Hauptspeicher unterstützt. Ich versuchte, dies auf meinem Pre-Release-Board auszuprobieren, doch die Platine wollte mit 256 MByte registered DIMMs partout nicht booten. Im Gegensatz zum BX, der 45 Dollar kostet, soll der Preis des i815-Chipsatzes angeblich bei fetten 55 Dollar liegen. Intel könnte diesen Trick anwenden, damit die Nachfrage nach dem i815 nicht zu hoch wird. Zwei große taiwanesische Motherboard-Hersteller teilten uns mit, dass sie den i815 in akzeptablen Mengen beziehen könnten, auch eine Beschränkung auf den OEM-Markt ist nicht zu erkennen. Ich muss jedoch zugeben, dass sich nicht jeder Hauptplatinen-Hersteller in dieser Lage befindet. Einige Leser fragten mich, ob es "ethisch korrekt" wäre, ein Pre-Release Chipsatz/Motherboard zu testen. Nun mal langsam, der i815 ist doch in dem Artikel gut weggekommen, oder? Die Ergebnisse des Beta-i815 sind bereits jetzt vielversprechend und das Final-Produkt kann nur noch besser als unser Testmuster werden. Andere Leute fragten, warum ich nicht den Hersteller des Testmusters preisgebe. Scheinbar waren es noch sehr junge Leser. Immerhin könnte es den Kopf der Person kosten, der uns das Board ohne NDA gab. In punkto Schutz von Informationsquellen hat Tom's Hardware Guide eine lange Historie. Dies wird auch weiterhin so bleiben.

Im Vergleich mit den Roadmaps sind die Intel-Statements zu der Menge an verfügbaren i815-Chipsätzen und die Beschränkungen auf den OEM-Markt etwas inkonsistent. Ich zweifle daran, dass diese Ungereimtheiten auf falschen Informationen beruht. Es scheint mehr, dass Intel in der Tat von Rambus langsam wegrückt oder zumindest alternativen Lösungen wieder anbieten will. Ich bin mir sicher, dass die Manager bei Intel in zwei Lager gespalten sind. Eine offizielle Firmenpolitik zu dieser Frage ist deshalb noch nicht entschieden. Die eine Hälfte mag es am liebsten so, als hätte es den Rambus-Deal nie gegeben. Das andere Lager hält einfach an Rambus fest. Ich muss zugeben, dass ich Intel in punkto Rambus sicherlich genervt habe, andererseits würde ich eine Abkehr von der eigensinnigen Rambus-Verirrung gutheißen. Der Ausbau der Produktionskapazitäten für i815-Chipsätze und die mögliche Erweiterung des Almador-Chipsatzes auf DDR SDRAM wäre ein starkes Zeichen dafür, dass Intel endlich verstanden hat. Wenn Intel weiterhin an Rambus festhält, würde das sich das Image weiterhin verschlechtern. Viele OEM-Hersteller haben sich bereits von Intel-Chipsätzen abgewendet, denn RDRAM ist zu teuer, der MTH war eine schlechte Lösung schon vor dem MTH-Disaster und der i810 ist für viele Kunden keine interessante Lösung. Nun verkaufen viele OEMs riesige Mengen an VIA-Plattformen, was bei VIA zu einer Umsatzverdoppelung geführt hat. Diese Zeiten könnten sich schnell wieder ändern, es liegt aber an Intel. Sie sahen bereits in der Solano Preview , dass der bald erscheinende i815-Chipsatz ein gutes Produkt ist. Wenn Intel einsehen würde, dass man gute Produkte verkaufen kann und nicht schlechte zur Durchsetzung einer bestimmten Politik benutzt, würde die Firma auch von mir wieder gute Artikel bekommen, vor allem in Anbetracht meiner langen Phase des Kritisierens.

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