Interview mit Innovatek: Geschäft mit Wasserkühlungen

19:27 - Mittwoch, 24. Mai 2006 von Frank Völkel
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Die Firma Innovatek gehört im Nischensegment bei PC-Spezialkühlern zu den erfolgreichsten Firmen in Deutschland und behauptet sich gegenüber der asiatischen Billig-Konkurrenz.
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Enthusiasten und ganz "normale" Anwender

THG im Interview mit Markus Husterer, Geschäftsführer von Innovatek.

Die Firma Innovatek aus Stammham bei Ingolstadt verkauft seit vielen Jahren mit Erfolg ihre Wasserkühlungs-Kits für PC-Systeme. Wir trafen uns in München mit dem Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens, Herrn Markus Husterer.

THG: Was macht den Erfolg von Innovatek aus?

Innovatek: Wir setzen nach wie vor auf eine hohe Produktqualität und ein sehr umfangreiches Angebot bei Kühlsystemen. Unser jahrelanges Know-How in diesem Bereich lässt uns recht gut dastehen. Bei Wasserkühlungen gehören wir weltweit zu den ersten Anbietern - viele unserer Konkurrenten sind heute nicht mehr aktiv.

THG: Wie sieht der typische Kunde aus - gibt es da ein Profil? Wie hoch ist das durchschnittliche Auftragsvolumen?

Innovatek: Unser Kundenkreis beginnt beim ambitionierten Bastler und hört beim "normalen" Anwender auf. Wobei in letzter Zeit gerade Kunden hinzugekommen sind, die sich früher niemals für eine Wasserkühlung interessiert hätten. Das durchschnittliche Auftragsvolumen liegt zwischen 200 Euro und 250 Euro. Das entspricht dem Preis eines Komplett-Sets.

THG: Können Sie uns die Top 5 bei den bestellten Produkten der vergangenen Monate nennen?

Innovatek: Das sind in erster Linie Komplett-Kits, womit der Kunde sofort loslegen kann. Weiterhin liegen Komplett-Gehäuse mit bereits eingebauter Wasserkühlung, Grafikkarten-Kühler, Pumpen und entsprechendes Zubehör weit oben in der Bestellstatistik.

THG: Obwoehl die Preise bei den Wasserkühlungs-Sets zum Teil deutlich über den der Konkurrenz liegen, kaufen die Leute bei Innovatek ein. So sind beispielsweise Kits aus asiatischer Produktion in der Münchner Computermeile deutlich günstiger zu haben. Woran liegt das?

Innovatek: Der Kunde, der bei uns einkauft, wünscht hohe Qualität. Und das können die Produkte aus Asien keinesfalls bieten. Oftmals handelt es sich um Massenware aus China, die eine niedrige Fertigungsqualität aufweist und sich günstig produzieren lässt. Zudem ist der Lieferumfang bei diesen Angeboten sehr gering und sie müssen Teile selbst anfertigen oder nachkaufen. Weiterhin sehen viele das Thema "Wasser im PC" noch als sehr heikel an. Und gerade in diesem Punkt haben wir das Vertrauen bei den Kunden gewonnen.

THG: Das Geschäftsjahr 2005 ist längst Geschichte. Wie sah die Bilanz aus - wurde das Umsatzziel erreicht? Welche Ziele gibt es für das Jahr 2006?

Innovatek: Für das Jahr 2005 haben wir unsere Erwartungen und Umsätze erfüllt. Auch für 2006 sind Steigerungen zu erwarten, die sich durch gesundes Wachstum erzielen lassen. Ich bin da sehr positiv gestimmt.

THG: Stichwort Komponenten-Markt: Durch eine immer höhere Integration und Konvergenz der einzelnen Baugruppen stagniert das Geschäft bei klassischen PC-Produkten (Motherboards usw.). Wie sieht Ihre Produktstrategie für die Zukunft aus?

Innovatek: Diese von Ihnen erwähnte Entwicklung am Komponenten-Markt ist mit Sicherheit festzustellen. Dennoch befinden wir uns mit Wasserkühlungen glücklicherweise noch in einem Nischensegment, so dass wir nicht direkt betroffen sind.

THG: Sie sprachen von Wachstum, wie lässt sich bei diesem Marktumfeld Wachstum erzielen?

Innovatek: Ganz klar, wir setzen auf eine Ausdehnung der Produktpalette, dass heißt, es werden zusätzliche Komplett-Gehäuse angeboten. Damit wird ein größerer Kundenkreis bedient, der sich sonst keine Wasserkühlung in Eigenregie einbauen würde.

THG: Wie ist das Verhältnis von AMD- zu Intel-Plattform?

Innovatek: Da in den meisten Komplett-Sets beide Halterungen enthalten sind, ist mir keine genaue Zahl bekannt.

THG: Gibt es Konzepte für die Zukunft?

Innovatek: Ja, wir arbeiten an der Vereinfachung unserer Sets und setzen auf eine Reduktion bei den Bauteilen. Weiterhin soll die Montage noch einfacher werden.

THG: Sind Trends bei Kühlungen allgemein auszumachen?

Innovatek: Anhand der eingehenden Bestellungen können wir feststellen, dass Kühler für Grafikkarten immer beliebter werden.

THG: Ist ein lautloser Highend-PC denkbar, wenn wir von einem System basierend auf Intel Pentium Extreme Edition 965 mit 4.26 GHz ausgehen?

Innovatek: Ja, das ist durchaus mit unseren Komponenten realisierbar. Allerdings geht das nur mit einer externen Kühlung.

THG: Wo wir gerade beim Thema Verlustleistung sind: Intel hat gestern die neuen Prozessoren für den Desktop vorgestellt, die eine deutlich geringere Leistungsaufnahme aufweisen. Könnte das nicht dem Geschäft mittelfristig schaden?

Innovatek: Nein, da sehe ich keine Probleme. Denn der Highend-Anwender wird nach wie vor auf maximale Leistung setzen, und dazu ist eine Wasserkühlung notwendig. Und dann gibt es eine ganze Reihe von Leuten, die mit AMD-Technik ausgestattet sind, die in Zukunft vielleicht etwas mehr Verlustleistung haben werden. Damit bleibt die Wasserkühlung als optimale Lösung bestehen. Und dann gibt es noch das Thema Grafikkarten-Kühlung, was auch nicht zu verachten ist. Hier haben wir mittlerweile 120 Watt Verlustleistung bei den Top-Produkten. Selbst wenn der Prozessor kein Problem mehr darstellen sollte, dann bleiben noch die Grafikchips.

THG: Ist der Endkundenbereich das einzige Segment, für das Sie entwickeln und anbieten?

Innovatek: Nein, wir erarbeiten auch Lösungen für Industriekunden.

THG: Noch ein letzter Punkt, der viele interessiert. Rechnet es sich noch, in Deutschland Produkte wie Wasserkühlungen zu entwickeln und zu fertigen? Oft greift die Konkurrenz zu billigeren Produkten aus China/Taiwan zurück und klebt dann ihr eigenes Label drauf.

Innovatek: Durch eine intelligente Steuerung der Produktion im eigenen Haus ist es auch in Deutschland möglich, kosteneffizient zu arbeiten. Dann ist es unsere langjährige Erfahrung, dass wir nur in Deutschland die von den Kunden gewünschte Produktqualität erreichen. Diese hat zugegebenermaßen auch ihren Preis.

THG: Herr Husterer, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Frank Völkel.

Seit kurzem neu im Programm: Externe Wasserkühlung Aquamatic 2.

Das Kühlsystem erinnert stark an die Koolance Exos AL, die in Deutschland nicht mehr erhältlich ist.
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