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Interview mit Aeneon: Infineon-Speicher für den Whitebox- und Retail-Markt

18:00 - Donnerstag, 1. Dezember 2005 von Harald Thon
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1 - Kostengünstiger performanter Speicher

Infineons relativ junge Business Unit Aeneon will ausschließlich den Whitebox und Retailmarkt mit preisgünstigen und performanten Speichermodulen bedienen. THG sprach mit Aeneons Generalmanager Dr. Gatzke über Ziele und erste Erfolge der neuen Marke Aeneon.
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Dr. Carsten Gatzke, General Manager, Business Unit Aeneon, Business Group Memory Products

Infineon Technologies ist der ausgegliederte Halbleiterbereich der Muttergesellschaft Siemens und wurde im April 1999 mit Hauptsitz in München als Aktiengesellschaft gegründet. Die weltweite Nummer 4 der DRAM-Speicherproduzenten im Jahr 2004 (iSuppli März 2005), versucht mit der neuen Marke "Aeneon" Fuß im Bereich des Whitebox bzw. Retailmarktes zu fassen. THG hatte die Gelegenheit am Standort in München mit Herrn Dr. Carsten Gatzke, General Manager, Business Unit Aeneon, Business Group Memory Products über die junge Marke und deren Produkte zu sprechen.

THG.de: Wann und mit welchem Ziel hat Infineon die Business Unit Aeneon gegründet?

Dr. Gatzke: Mit der Marke Aeneon bedienen wir die Nachfrage bei Whitebox-PC-Herstellern und im Retail nach DRAM Speichermodulen mit hohem Preis-Leistungsverhältnis. Mit der neuen Marke sind wir im Jahr 2004 zunächst in Osteuropa und USA an den Start gegangen. Inzwischen sind Aeneon Speichermodule neben Europa und USA auch in der gesamten APAC-Region erhältlich. Mit unserem neuesten Distributor EMPA haben wir seit Juni 2005 zudem begonnen, Aeneon-Module auch im arabischen Raum anzubieten.

Gegründet wurde die Business Unit Aeneon, um den Whitebox- und Retail-Markt fokussiert zu bedienen. Die Anforderungen von Whitebox-Herstellern unterscheiden sich häufig von denen der großen OEMs. Zudem ist der Whitebox-Markt wesentlich stärker fragmentiert und bedarf anderer Vertriebskanäle als das OEM-Geschäft, das zumeist auf einer 1:1 Kundenbeziehung beruht. Als Vertriebskanal setzen wir folgerichtig in diesem Markt-Segment auf Distributoren.

THG.de: Wie groß ist nach Ihrer Einschätzung der Whitebox-Markt für Speichermodule in den einzelnen Regionen? Gelten in diesem Markt andere Gesetze?

Dr. Gatzke: Eine generelle Aussage über die Größe des Whiteboxmarktes in den einzelnen Ländern zu treffen, ist nicht möglich. Allerdings haben wir festgestellt, dass der Whitebox-Markt in den so genannten Emerging Countries wie beispielsweise Osteuropas zwischen achtzig und neunzig Prozent des Gesamtmarktes ausmacht. Aber selbst in Westeuropa und Nordamerika kontrollieren kleine Hersteller rund 30 Prozent des Gesamtmarktes.

Im Whitebox-Markt gelten insofern andere Gesetze, als dass die Whitebox-Hersteller vor allem auf eine möglichst hohe Kompatibilität mit Standard-PC-Plattformen, also im Grunde mit Standard-Motherboards bedacht sind. OEMs dagegen definieren die Eigenschaften von Speicher-Modulen in Zusammenarbeit mit dem Speicher-Herstellern selbst, da sie zum einen keine Boards von der Stange einsetzen und darüber hinaus Module für eine Vielzahl anderer Anwendungen wie beispielsweise Server oder Workstations benötigen.

Außerdem spielt im Whitebox- und Retailmarkt der Preis-Leistungs-Faktor eine entscheidende Rolle. Und hier bieten wir mit unseren Aeneon-Modulen ein sehr attraktives Produkt.


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