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Interview mit Be quiet: Hohe Marge mit Netzteilen
Inhaltsverzeichnis
- 1 – Loser Transistor sorgte für Stresstest-Ausfall
- 2 – Interview Fortsetzung
- 3 – Interview Fortsetzung
Die Firma Listan aus Glinde bei Hamburg verkauft unter verschiedenen Labels ihre Hardware-Produkte im IT-Bereich. Dazu gehören auch Netzteile, die unter der mittlerweile recht bekannten Marke "Be quiet" angeboten werden. Im Rahmen unseres Live-Stresstests wurde das Top-Modell unter den angebotenen Netzteilen, das Be quiet B5-520W-S1.3 mit 520 Watt, getestet. Dieses Gerät fiel innerhalb des 24-Stunden-Volllastbetriebs aus.
Prinzipiell werden die Netzteile nach den Anforderungen des deutschen Mutterhauses in China bzw. Taiwan gefertigt. Nach dem Ausfall des Netzteils von Be Quiet in der 520-Watt-Klasse während des Live-Stresstests statteten die Vertreter des Unternehmens einen Besuch im Münchner THG-Labor ab. Bei entspannter Atmosphäre und frühlingshaften Temperaturen sprachen wir mit der Pressesprecherin von Listan, Frau Renger, und dem Service Direktor des Unternehmens, Herrn Rex, über wichtige Details bei der Netzteil-Fertigung und den stark umkämpften Markt.
![]() Pressesprecherin bei Listan: Dorothee Renger |
TGP: Können Sie sich heute erklären, warum das Be quiet! Netzteil beim THG-Live-Stresstest durchgefallen ist? Als Folge dieses Tests haben Sie das Revoltec-Netzteil zurückgezogen. Warum?
Be quiet!: Heute wissen wir, dass ein etwas lockerer Transistor in Verbindung mit dem 24-Stunden-Volllast-Test zum Ausfall des Netzteils führte. Das Testverfahren, welches von THG angewendet wird, stellt außergewöhnliche Belastungen an ein Netzteil, die in einer realen Situation - selbst bei High-Performance-Anwendungen - unserer Meinung nach nicht zum Tragen kommt.
Wir zogen das Revoltec-Netzteil deshalb zurück, weil wir zum Zeitpunkt des Ausfalls noch nicht in Kenntnis der Ausfall-Ursache des Be quiet! Netzteils waren. Wir lassen gern Vorsicht walten und möchten erst einmal selbst recherchieren, um sicher zu sein, welche Art von Fehler vorliegt um diesen zukünftig abstellen zu können.
Insofern hielten wir es für ratsam, erst einmal die Ergebnis-Analyse des defekten Modells abzuwarten, bevor wir weitere Netzteile in dieser Art öffentlichen Leistungstests teilnehmen lassen. Als Folge unserer Erkenntnis werden wir bei unseren Netzteilen zukünftig eine Rüttelsicherung für die Transistoren einsetzen.
Wir hätten Ihnen auch so genannte "Golden Samples" zur erneuten Teilnahme am Stresstest zukommen lassen können, jedoch würden unsere Muster dann nicht der von uns auferlegten Regel ausgehändigt werden, die besagt, dass nur Netzteile in Leistungstests geschickt werden, die auch für den Kunden im Laden erhältlich sind. Genauer gesagt: wir geben "Golden Samples" erst dann für Testphasen frei, wenn alle Verbesserungen in der Serienproduktion umgesetzt sind und für den Handel und Endkunden verfügbar sind.
TGP: Führen Sie selbst Tests ihrer Netzteile durch? Wenn ja, welche?
Be quiet!: Ja, führen wir. Grob geschätzt sind es in etwa 20 bis 35 verschiedene Testverfahren, die wir bei Be quiet! zur und während der Markteinführung anwenden. Beispielsweise führen wir ständige Leistungstests durch, die sich bis hin zu maximalen Belastungstests von über 2 Stunden definieren lassen. Zudem testen wir den Wirkungsgrad, die Stabilität und Toleranzen der einzelnen Spannungsleitungen, die Temperaturen sowie den Wechselspannungsanteil der Gleichspannungen. Bei letzteren überprüfen wir ob der Wechselspannungsanteil innerhalb der vorgeschriebenen Maximalwerte liegt. Zusätzlich überprüfen wir den aktiven PFC-Wert und darüber hinaus verursachen wir einen Kurzschluss und checken im Rahmen der OCP die Reaktion des Netzteils um weitere Schäden abzuwenden.

