Praxistipps zur Verbesserung der Verfügbarkeit

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19:00 - 28/04/2005 von Arno Kral

Wie wir gelernt haben, gibt es bei Sicherheit für VoIP zwei Aspekte zu beachten:

Den Schutz vor Hacker-Angriffen und ähnlichem, der den VoIP-Paketverkehr betrifft und Die Sicherstellung der Funktion der beteiligten Kommunikationspartner an sich, Stichwort: Verfügbarkeit.

Während für die Protokoll-Seite für Anwender, die VoIP nutzen wollen, der letzte Punkt in der vorstehenden Tabelle, die Stateful Packet Transformation die gründlichste Problemlösung darstellt, muss das Verfügbarkeitsproblem an anderer Stelle gelöst werden.

Verfügbarkeit bedeutet für den Anwender hautsächlich die Aufrechterhaltung der Stromsersorgung auf der Client-Seite. Den während das alte Analog-Telefon vom Postamt mit Energie versorgt worden war (was sogar bei ISDN zumindest für ein Endgerät noch gegeben ist), lässt sich ein DSL-Router nicht mehr so ohne Weiteres aus der Telefonleitung speisen du schon gleich nicht ein PC, auf dem ein Soft-Phone zum Voipen genutzt wird.

Damit wird das Thema U nterbrechungsfreie S tromV ersorgung (USV) auch für jene wieder akut, die sich davon gar nicht mehr betroffen gefühlt hatten. Richtig: Wer ein Notebook mit Soft-Phone einsetzt, hat die USV in Form des Akkus bereits onboard. Aber:

Wie sichert man am besten die VoIP-Infrastruktur ab und wie das Endgerät (IP-Telefon)?

Die VoIP-Infrastruktur aus Seiten des Anwenders mit DSL-Internet-Zugang - nur ein solcher ist aus Kostengründen für VoIP sinnvoll - zumeist aus folgenden Komponenten, deren Energieversorgung es sicherzustellen gilt:

Gerät Typische Leistungsaufnahme
ISDN NTBA 1 Watt
Splitter 0 Watt (passiv)
ADSL-Modem 10 Watt
DSL-Router 10 Watt
VoIP Endgerät PC 140 Watt
Summe 160 Watt

Der ISDN-NTBA kann grundsätzlich aus der Telefonleitung mit Energie ferngespeist werden und liefert an den ISDN-S0-Bus immerhin noch ca. 4,5 Watt. Bei einem Ausfall der 230-Volt-Versorgung polt der NTBA die Versorgungsspannung am S0-Bus um und signalisiert damit den daran angeschlossenen Geräten den Stromausfall. Spezielle ISDN-Telefone können dann noch ferngespeist weiter arbeiten. Damit ist aber nur die Erreichbarkeit über das herkömmliche Festnetz (POTS) sichergestellt. VoIP-Verbindungen lassen sich in diesem Betriebsmodus nicht realisieren.

Auch Komplett-DSL-Router, in denen wie der in der Arcor Starter Box die Modem, DSL-Router und a/b-Wandler vereint sind, können mit dieser Notspeisung zwar ein ISDN-Telefon oder eine a/b-Schnittstelle für ein herkömmliches Analogtelefon am Festnetz betreiben, aber eben nicht die Ethernet-Schnittstelle aus der Notstromversorgung der Telefonleitung am Leben halten. Dazu muss die Box komplett laufen - und die braucht 17,25 Watt (230 V x 75 mA). Vergleichbare Werte ergeben sich bei der FRITZ!Box Fon WLAN von AVM, die maximal 12 Watt (durchschnittlich 9 Watt) verbraucht. Dazu kommt noch die Stromversorgung des VoIP-Endgerätes.

Wer aber einen PC als Telefonendgerät einsetzt, kommt nicht umhin, sich eine unterbrechungsfreien Stromversorgung anzuschaffen, um Stromausfälle (Blackouts) - und seien es nur heftige Einbrüche in der Versorgungsspannung (Brown-Outs) - zu überbrücken.

Von solchen Versorgungsengpässen sind keineswegs nur die USA oder Italien betroffen!


Laut Walter Sacher von AdPoS hat sich seit der Dereglierung des Strommarktes die Zahl der Stromausfälle in Deutschland verdoppelt.

Seit der Deregulierung des Deutschen Strommarktes hat sich laut Walter Sacher, Geschäftsführer von AdPoS - Advanced Power Systems GmbH & Co. KG, die Zahl der Störungen mehr als verdoppelt, weil die seither in Konkurrenz stehenden Energieversorger Wartungsarbeiten aus Gründen der Profitmaximierung weit weniger proaktiv durchführten als zu Zeiten, in denen sie als Quasi-Monopolisten noch dem staatlich verordneten Versorgungsauftrag unterworfen waren.

Gerät Typische Leistungsaufnahme
ISDN NTBA Notspeisung aus Vermittlungsstelle
Splitter 0 Watt (passiv)
All-in-One-Gerät (ADSL-Modem plus DSL-Router plus VoIP-Proxy plus Telefonanlage plus a/b-Wandler) 12 Watt
Telefonie-Endgerät Speisung durch All-in-One-Gerät
Summe 12 Watt
Ein All-in-One-Gerät mit integrierter VoIP-Funktionalität wie die Fritz! Box Fon ISDN hat im Notbetrieb den niedrigsten Stromverbrauch.

Die Einbau-USV wie die AdPoS Internal U.P.S. Micro PC 600 passt in einen 5¼-Zoll Laufwerksschacht im PC (DVD-Laufwerk). Die maximale Nennlast darf 400 VA nicht überschreiten. Sie wird mit einen Y-Kabel für den Anschluss von PC und Monitor geliefert. Sie ist in rund 21 Stunden auf 90 % geladen und regelt eingangsseitige Spannungsschwankungen von +25 % bis -27 % einfach weg. Die Micro PC 600 ist mit 15 Ni-MH-Akkus mit 1,2 Volt Spannung und 3,5 Ah Kapazität bestückt, deren Gesamtkapazität 63 Ah beträgt. Mit dieser Kapazität hält sie einen PC mit durchschnittlich 120 Watt Leistungsaufnahme rund 30 Minuten an Leben, die Arcor-Starter-Box könnte sie gut schon zwei Stunden über einem Stromausfall hinweg helfen und Fritz! Die Box WLAN volle fünf Stunden notstromversorgen.


AdPoS Internal U.P.S. Micro PC 600 passt in einen 5¼-Zoll-Laufwerksschacht.

Fazit

Für die Firewall gilt der Ratschlag: Wenn Sie planen, VoIP einzusetzen, vergewissern Sie sich bei Ihrem Anbieter, dass die Firewall, die Sie sich anschaffen wollen, VoP-tauglich ist bzw. fragen Sie nach, ob wie mit der bestehenden Firewall die VoIP-Sicherheitsproblematik zu bewältigen ist. Für die Endgeräte und deren Infrastruktur gilt: Spannungsversorgung mit Hilfe von USVs sicherstellen.

Lesen Sie auch: VoIP-Sicherheitsrisiken begegnen: Interview Jonathan Zar .

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