Rampf wollte sich nicht detailliert zur von Sauber verwendeten Software äußern, aber Dieter Gundel, technischer Direktor bei Ferrari sagte, dass die Menge an Daten in der Formel 1 für 64-Bit-Anwendungen ideal ist. Im Gegensatz zu den 220 Teammitgliedern bei Sauber hat Ferrari 1000 Mitarbeiter speziell für die Formel 1 abgestellt, die unter anderem in der Lage sind, sämtliche benötigten Software-Programme selbst zu schreiben. Laut Gundel arbeitet Ferrari durchweg mit Windows XP und 64-Bit-Anwendungen. Unnötig zu erwähnen, dass das Team sich die neueste 64-Bit-Hardware von AMD sponsern lässt.

Willy Rampf, Technischer Direktor des Sauber F1 Teams.
Dank des großen Teams und eines Budgets in Höhe von 350 Millionen Dollar pro Saison kann Ferrari praktisch alle Teile des Wagens genau abstimmen. Sauber besitzt zwar auch einen eigenen Windkanal, hat aber nur Mitarbeiter für einen Testlauf pro Tag an fünf Tagen in der Woche. Ferrari dagegen absolviert drei Testläufe täglich an sieben Tagen pro Woche und 365 Tagen im Jahr. Die so gesammelten Daten tragen entscheidend zum Entwicklungsprozess bei, und die Wagen sind im Prinzip auf dem Bildschirm schon fertig, bevor sie überhaupt gebaut und auf die Rennstrecke geschickt werden. "Die Aerodynamik eines Formel-1-Wagens ideal zu treffen, ist keine leichte Angelegenheit", erklärte Gundel. Echte Tests in der realen Welt sind teuer: Man muss zuerst das Auto bauen und dann 50 Beobachter auf die Rennstrecke verteilen - und einen Helikopter mit Notärzten in Bereitschaft haben, falls etwas schief geht. Sogar Ferrari könnte heutzutage auf Computersimulationen nicht mehr verzichten.

Dieter Gundel, Technischer Direktor des Ferrari F1 Teams.
Die Entwicklung für die Saison gipfelt meist in 19 verschiedenen Konfigurationen - eine für jede Rennstrecke.
Alle paar Jahre werden die Formel-1-Richtlinien geändert und die PS-Leistung der Motoren wird gedrosselt. 1986 hatten Formel-1-Rennwagen Turboladermotoren mit bis zu 1350 PS. Die Leistung wurde im Laufe der Jahre immer weiter begrenzt, z.B. indem Turbolader verboten wurden. 1995 wurde der Hubraum der Motoren auf 3 Liter begrenzt, womit sich ca. 700 PS erreichen lassen. Dank der Computer nähern sich die Motoren in diesem Jahr bereits wieder der 1000-PS-Grenze, so dass die Motoren im nächsten Jahr auf 2.4 Liter große V8-Maschinen begrenzt werden, womit sich ca. 730 PS erzielen lassen.
