19:00 - 08/10/2001 von Thomas Pabst

Der Titanium-Launch wurde von NVIDIA primär aus strategischen Gründen vorgenommen. An der Architektur ändert sich im Wesentlichen nichts, immerhin kann man durch die Umstellung von 0,18 auf 0,15 Micron die GeForce2-Grafikkarten billiger anbieten. Nur einer von drei vorgestellten Titanium-Grafikchips besitzt eine bessere Performance als sein Vorgänger: Der GeForce3 Ti500 avanciert zum derzeit schnellsten 3D-Grafikchip und soll den Radeon 8500 von ATi auf Abstand halten. Die Speicherbandbreite wurde gegenüber dem klassischen GeForce3 um magere 8,7 Prozent erhöht. Die Anhebung des Chiptaktes um 20 Prozent sieht auf den ersten Blick gut aus, hat aber weniger Einfluss bei hohen Auflösungen. Ein Meilenstein ist dies nicht. Beispielsweise war NVIDIA bereits zu viel höheren Leistungen fähig. Erinnern wir uns den GeForce2 Ultra: So wurde damals der Chiptakt gegenüber dem GeForce2 GTS um 25 % und der Speichertakt um 38 % gesteigert.

Das Modell GeForce3 Ti200 soll künftig den Mainstream-Markt erobern. Die Performance ist 5 bis 15 Prozent niedriger als beim klassischen GeForce3, jedoch kann der Ti200 einen Pluspunkt für sich verbuchen: der günstige Preis von 200 Dollar. ATis neuer Mainstream-Chip, der Radeon 7500 hat im Vergleich dazu ein Problem. Er ist keine komplette Neuentwicklung, sondern basiert noch auf einer DX7-Core ohne Vertex & Pixel Shaders. Der Ti200 kann bereits alle DX8-Funktionen nutzen.

Durch den GeForce2 Ti soll langsam der GeForce2 Ultra abgelöst werden. Jedoch ist der Ti langsamer als der Ultra und liegt eher auf dem Niveau des GeForce2 Pro. Für 150 Dollar ist er zwar günstig, mit der Ultra-Karte ist man dennoch besser beraten, solange sie noch erhältlich ist.

Den DetonatorXP-Treiber kann man als kostenloses Performance-Upgrade verstehen, ohne sich dabei neue Hardware zu kaufen. Aussagen wie "Titanium-Chips sind schneller als die älteren Modelle" sind nur teilweise gültig: Vom neuen Treiber profitieren alle GeForce2- und -3-Chips unabhängig von ihrer Prozesstechnologie. Somit kann man selbst aus zwei Jahre alten Karten etwas herausholen. Ebenso dürfen Features wie "3D-Texturen" und "Shadow Maps" nicht als neu deklariert werden. Sie lassen sich nunmehr auch mit alten GeForce3-Chips nutzen, denn erst im Treiber wurden diese vor kurzem frei geschaltet. Hardware-seitig waren sie seit jeher vorhanden.

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