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Fazit: Endlich - DivX-Videos am TV oder Beamer
Seite zurückEs hat nun fast drei Jahre lang gedauert, bis Videos und Filme im DivX- (MPEG-4) Format auch mit einem Standalone-Player wiedergegeben werden können. Der Kiss DP-450 ist weltweit der erste dieser Kategorie und basiert auf dem Realmagic EM8500 Chip, der im wesentlichen die Funktionen MPEG-1-, MPEG-2- sowie MPEG-4-Decoding beherrscht. Somit lassen sich neben den bekannten Medien wie DVD-Video, S-Video-CD und Video-CD auch Filme mit DivX-Codierung (MPEG-4) wiedergeben. Allerdings gibt es einige Einschränkungen, die bei den meisten Anwendern wenig ins Gewicht fallen sollten: Der integrierte Chip von Realmagic spielt nur Videos ab, die mit dem DivX-Codec ab der Version 4.02 komprimiert sind. Frühere Versionen (ab 3.x) lassen sich nicht einsetzen. Am besten arbeitet der Player mit dem DivX-Codec der Version 5.x (Advanced Simple Profile Level 5) zusammen. Einschränkungen gibt es bei DivX 5.x lediglich darin, dass erweiterte Encoding-Features wie "Quarter Pixel" oder "GMC" nicht unterstützt werden. Im Test traten gelegentlich kleine Bildruckler auf, wenn hochkomplexe Szenen dargestellt wurden. Diese Aussage bezieht sich allerdings auf die Firmware 2.6, so dass dieses Problem in Zukunft behoben sein sollte. Technisch bietet der EM8500-Chip jedenfalls die besten Voraussetzungen für eine perfekte Wiedergabe von MPEG-4-Video. Der Käufer des Kiss DVD-Players hat weiterhin die Möglichkeit, Medien mit JPEG-Bildern (CD-ROM oder DVD) abzuspielen. JPEG-Bilder liefern beispielsweise moderne Digitalkameras. Diese Funktion hat bei weitem noch nicht jeder DVD-Player zu bieten. Allerdings sollten auch hier die Bilder nicht mit höchster Auflösung (jenseits der 2 Megapixel-Grenze) zum Einsatz kommen. Im Test konnte der Kiss DP-450 Bilder mit einer maximalen Auflösung von 1280 x 960 Bildpunkten am TV-Bildschirm skaliert darstellen. Bilder mit einer Auflösung von 2048 x 1536 Bildpunkten (3 Megapixel) konnten nicht angezeigt werden.
Dennoch muss sich der Anwender darüber im Klaren sein, dass es schließlich das erste Gerät (und die erste Version) dieser Klasse ist. Damit zeichnet sich auch ein Trend für das Jahr 2003 ab: DVD-Player müssen die Wiedergabe von DivX-Videos sowie JPEG-Bildern (Picture-CDs) ermöglichen, wenn sie am Markt bestehen wollen. Beim Audio-Standard "MP3" verlief die Marktentwicklung ähnlich ab. Wer jetzt noch einen DVD-Player ohne DivX-Feature gekauft hat, wird sich spätestens in einem halben Jahr ärgern. Denn: Kinofilme sind schon jetzt in großer Vielfalt per Internet und Filesharing-Tools erhältlich. Es bleibt zu hoffen, dass in kurzer Zeit viele Hersteller auf den Encoder-Chip von Real Magic setzen.
Die Firma KISS Technologies beweist Mut gegenüber der Hollywood-Filmindustrie. Denn: Als der populäre MP3-Codec für Audio vorgestellt wurde, warf die Musik-Industrie den ersten Herstellern mit juristischen Mitteln Knüppel zwischen die Beine. Alles half letztendlich nichts - MP3 setzte sich auf breiter Front durch. Ähnlich wird es höchstwahrscheinlich mit MPEG-4/DivX gehen, denn die Nachfrage der Kunden wird neue Märkte öffnen.
Zu guter Letzt noch ein Update: Von Sigma Designs gibt es zwei neue Chips für MPEG-4-Decoding, die mit noch moderneren Features aufwarten. Dazu gehören 5.1-Audio per Cinchausgang, Bild-in-Bild-Darstellung, 2D-Grafik für die Onscreen-Menüs sowie eine Unterstützung von Divx-5-Audio-Features.
