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10 - Yeong Yang Casper YY-A204

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Das Yeong Yang YY-A204 ist ein Mitglied der neuen Gehäusefamilie Casper

Yeong Yang überließ uns sein neuestes Micro-ATX-Modell, das YY-A204 aus der Casper-Reihe. Yeong Yang hat einen ziemlichen Aufwand beim Entwurf seiner neuen Casper-Reihe getrieben: Diese wartet mit etlichen Innovationen auf, die sich in einem kleineren und kompakteren Gehäusedesign zeigen. Gleichzeitig erzeugen diese Features eine thermische Lösung, das der gleich bleibenden Gehäusekühlung sehr förderlich ist. Überraschend war die Größe, da dieser winzige Tower mit manchen der "großen Jungs" mithalten kann.

Anzahl der internen 3-½" Einbauschächte 1
Anzahl der externen 3-½" Einbauschächte 1
Anzahl der externen 5-¼" Einbauschächte 1
Anzahl der unterstützten Gehäuselüfter 2 - 60 mm
Gehäusematerial Stahl 1,0 mm
Netzteil Optional 235 Watt - von Channel Well Technology
Extras Seitenwände mit Wärmeleitsystem; USB- und Audioports vorn
Maße 337 x 375 x 140 mm (HxTxB)
Mustergehäuse zur Verfügung gestellt von www.yeongyang.com.tw
Preisempfehlung € 59,00
Bewertung des Kühlpotenzials 9 (bei Einsatz des Wärmeleitsystems)
Bewertung der Konstruktionsqualität 8
Gesamtbewertung des Gehäuses 8

Das YY-A204 war eines der kompaktesten Micro-ATX-Modelle im Test, das gleichzeitig an der Chassis-Rückseite Standard-PCI/AGP-Steckplätze anbot. Zwar tritt das YY-A204 in puncto Erweiterungspotenzial durch sein 1/1/1-Design etwas kurz, doch macht es diesen Mangel mehr als wett damit, dass es den bisher kompaktesten Micro-ATX-Formfaktor mit Standard-PCI/AGP-Kartenunterstützung anbietet. Yeong Yang nennt die Casper-Serie "Tiny Tower Series". Das Unternehmen hat fast jeden möglichen Zentimeter entfernt, um die Gesamtgröße des YY-A204 zu verringern. Es gibt in der Casper-Serie sechs weitere Frontblendendesigns, die alle auf dem gleichen Chassis aufbauen. Das Design ist etwas unterschiedlich, doch passen sie alle problemlos auf das Micro-ATX-Chassis der Casper-Reihe.

Das YY-A204 wurde hauptsächlich für den Einsatz als Tower konzipiert, doch liefert Yeong Yang zusätzliche Gummifüsse mit, die es ermöglichen, das Gehäuse auf die Seite zu legen und als Desktop-Modell zu verwenden.

Ein Blick auf das Innere des YY-A204. Wieder einmal stellt Yeong Yang die hervorragende Qualität der Bauweise unter Beweis

Die Innenkonstruktion des YY-A204 ist ziemlich gut gelungen. Das im Stanzverfahren produzierte Gehäuse weist keinerlei Verkrümmungen oder Verbiegungen des Gehäuses selbst auf. Die Blende ist aus Kunststoff gefertigt, scheint aber trotzdem ziemlich strapazierfähig zu sein. Um ein eigenartiges Aussehen der Gehäusevorderseite zu vermeiden, und damit Yeong Yang das abgerundete Design des Frontrahmens ausnutzen kann, ist das Floppylaufwerk hinter der Frontblende verborgen und wird mit einem Druckschalter aktiviert. Unser Testfloppylaufwerk von Mitsumi passte gut in diese Konfiguration. Anwender, die sich gegen ein 3-1/2" Floppylaufwerk entscheiden, stehen jedoch aufgrund der Form der Frontblende des YY-A204, die nur ein Floppylaufwerk im externen 3-1/2" Laufwerkschacht unterstützt, ohne Alternativen da.

Das YY-A204 wartet mit einer im Vergleich zu den anderen Gehäusen im Micro-ATX-Test innovativen Kühllösung auf; Yeong Yang entschied sich für ein Wärmeleitsystem, das in der Seitenabdeckung installiert ist und die Abgabe bzw. den Eingang kühler Luft von der an der Oberseite der CPU befindlichen Kühler-Lüfter-Kombination ermöglicht. Die Entscheidung für diese Lösung war überraschend, da keines der anderen von uns getesteten Gehäuse ein solches thermisches Leitkonzept integrierte. Nur Chenbro kam diesem Konzept mit dem Einsatz des Gittermaterials über den "Hornissenaugen" in der Seitenwand des Hornet-Gehäuses nahe.

Aufgrund der engen Verhältnisse im YY-A204 muss man beim Zusammenbau des Systems mit einigem Frust rechnen, wie wir in der Praxis erfahren mussten. Sind alle Komponenten dann ordnungsgemäß installiert, gilt die nächste Sorge der Anpassung des Wärmeleitsystems an die CPU, damit man dieses Feature auch nutzen kann. Ob Probleme bei der Anpassung an das Luftleitsystem auftreten, hängt von der Platzierung der CPU auf dem jeweiligen Motherboard ab. Das Luftleitsystem lässt sich entfernen, da es aber direkt an den Seitenabdeckungen des YY-A204 befestigt ist, wird das Gehäuse nach dessen Entfernen nur von zwei 60 mm großen Lüftern an der Rückseite des Gehäuses gekühlt.

In unserer Testkonfiguration war die Performance des YY-A204 den anderen getesteten Micro-ATX-Gehäusen in puncto Kühlung weit überlegen. Wir führen dies auf den Einsatz des Luftleitsystems durch Yeong Yang zurück; dieses scheint wirklich die Umgebungstemperatur innerhalb des Gehäuses erheblich zu drücken.

Bei den Extras ist das YY-A204 etwas spartanisch, sieht man einmal von dem Luftleitsystem ab. Das Gehäuse hat eine von zwei Magneten gehaltene Tür, die das optische 5-1/4" Laufwerk verbirgt, zwei USB-Ports und eine Audio- und Mikrofonbuchse, die hinter einer Tür am unteren Teil des Gehäuses versteckt sind. Bemerkenswert ist, dass Yeong Yang eine Luftöffnung unter der Tür vor den USB-/Mikrofon-/Kopfhöreranschlüssen integriert hat, doch gibt es leider keinen vorderseitig installierten Lüfter, der diese unterstützen würde. Yeong Yong hat dafür aber eine Reihe von Lüftungsöffnungen sowohl oben als auch unten am Gehäuse angebracht, die als Kanal entlang des Gehäuses von vorn nach hinten verlaufen. Sicherlich ist dies beim Absaugen der Wärme aus dem Chassis behilflich; das thermische Design des YY-A204 verlässt sich jedoch hauptsächlich auf das Luftleitsystem, das zweifelsfrei der Star dieser Gehäuseparade ist.

Während unseres Tests stellte sich das YY-A204 als eines der lautesten Gehäuse heraus. Unserer Meinung nach liegt dies daran, dass Yeong Yang das Luftleitsystem einsetzt, durch welches mehr Lärm aus dem Chassis des Gehäuses austreten kann, anstelle der besser abgedichteteren Konfigurationen der anderen Micro-ATX-Gehäuse. Dieser zusätzliche Lärm hatte keinen nennenswerten Einfluss auf die Performance des YY-A204. Zu Gunsten des YY-A204 muss aber gesagt werden, dass es noch immer nicht das lauteste Gehäuse unter den Kandidaten war, die wir für vergleichbare Anwendungen getestet haben.

Eine detaillierte Großaufnahme des YY-A204 mit geöffneter Tür des optischen 5-¼" Geräts und geöffneten E/A-Port-Türen

Das YY-A204 ist vielleicht keine Sensation, doch bewies es sich als ein qualitativ hochwertiges Gehäuse, dessen innovative thermische Konzeption den anderen Micro-ATX-Gehäusen weit voraus ist. Viele Anwender werden sich vom geringen Platzbedarf des YY-A204 gegenüber vielen anderen Micro-ATX-Lösungen angezogen fühlen. Zugegebenermaßen wussten wir nicht, was wir erwarten sollten, als wir das Paket öffneten: wir wurden aber angenehm überrascht. Offensichtlich ist die Gehäusekonfiguration durch die Einschränkungen, die der einfache 3-1/2" Floppyschacht und der fehlende zweite Festplattenschacht mit sich bringen, nicht für jeden Benutzer ideal. Das YY-A204 ist aber aufgrund der Tatsache, dass es mit seinem Wärmeleitsystem die allerbeste und sonst in keinem anderen Gehäuse vorhandene Kühllösung anbietet, dennoch nicht zu verachten. Wenn auch das Umgebungsgeräusch verglichen mit allen anderen Gehäusen etwas lauter ist, als man dies gerne hätte, ist es offensichtlich, dass ein kühlerer PC die Komponenten auf lange Sicht besser schützt als eine thermisch weniger effektive Konzeption.

Zweifelsohne wäre das Design noch besser, hätte Yeong Yang es geschafft, einen weiteren Montagewinkel zur Befestigung einer zusätzlichen internen Festplatte im YY-A204 unterzubringen, denn eine solche Festplatte ist für DVR/Tivo-artige Anwendungen, die mit diesem Gehäuse verwendet werden können, extrem wichtig. Dennoch handelt es sich hier um eines der besten Gehäuse in diesem Test. Obwohl die Würfel-Barebones noch kleiner sind, hat Yeong Yang bewiesen, dass es möglich ist, ein kleines Micro-ATX-Gehäuse zu bauen, das mehr fürs Geld bietet.


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