Klein, aber oho? PC-Gehäuse für den Micro-ATX-Formfaktor
2 - Ist eine Micro-ATX-Lösung der Mühe überhaupt wert?
Zunächst stellen wir die provokante Frage, ob Micro-ATX eigentlich der Mühe wert ist. Das lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Micro-ATX-Gehäuse, die Standard-PCI/AGP-Karten akzeptieren, sind fast halb so groß wie normale Midi-Tower-ATX-Gehäuse. Es stimmt zwar, dass die meisten Micro-ATX-Gehäuse schmaler und nicht ganz so hoch bzw. breit sind, doch verblasst ihr Formfaktor im Vergleich zu den erhältlichen würfelartigen Barebones.

Ein Vergleich des Shuttle SN45G mit dem von uns gebauten Testsystem Super Flower/TTGI TT-101. Offensichtlich ist das Shuttle insgesamt wesentlich kleiner als das TT-101. Dennoch ist das TT-101 ein optisch äußerst attraktives Gehäuse und stellt zu vielen der würfelartigen Barebones eine interessante Alternative dar.
Micro-ATX-Systeme mögen sich zwar für viele Anwendungen eignen, sie sind aber dennoch nicht das Nonplusultra unter den Kompaktsystemen. Bei einem Formfaktor, der sich den würfelartigen Systemen so weit wie möglich nähert, stellt die Länge der PCI/AGP-Karten ein Problem dar. Ist aber eine integrierte Motherboardlösung akzeptabel, dann bieten viele der lieferbaren Produkte hier eine interessante Alternative. Von unseren Lesern kommt immer wieder die Frage, weshalb ein Micro-ATX-Motherboard nicht in einem würfelartigen Gehäuse eingesetzt werden kann. Die Antwort ist ganz einfach: Es passt nicht hinein.
Die Einschränkungen des Micro-ATX-Formfaktors machen es nahezu unmöglich, ein würfelartiges Gehäuse zu konstruieren, in das ein Micro-ATX-Motherboard passt. So ist es keine Überraschung, dass keiner der Hersteller bisher in der Lage war, dieses Wunder zu vollbringen: Das Micro-ATX-Motherboard ist schlichtweg zu groß. Trotz dieser Einschränkungen haben Gehäusehersteller versucht, die kleinstmöglichen Gehäusedesigns auf der Basis des Micro-ATX-Formfaktors zu erfinden; aus diesem Grund muss man sich auch beim Zusammenbau dieser Systeme auf jede Menge Frust einstellen. Der Innenraum dieser Micro-ATX-Gehäuse ist immer recht eng.
Je nach Anwendung und angestrebtem Ziel bietet ein Micro-ATX nicht unbedingt mehr Erweiterungsplatz oder -möglichkeiten als das typische würfelartige System an. Über eines muss man sich im Klaren sein: Sucht man nach einer Lösung für das Heimkino, erreicht man womöglich nicht die gewünschte Balance zwischen einem kompakten Äußeren und der Möglichkeit von Erweiterungskarten.
Da die kleinen Barebones für die angebotenen Motherboards angepasst werden, sind sie in der Regel interessanter als die Optionen, mit denen das typische Micro-ATX-Gehäuse aufwartet.
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