Betriebsvoraussetzung: Infrastruktur vor Ort

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19:00 - 13/06/2005 von Klaus Jotz

Zu den wichtigsten Voraussetzungen vor Ort gehört die passende technische Infrastruktur. Als Basis für die IP-Telefonie wird ein ausreichend breitbandiger Internetzugang vorausgesetzt. Mindestens 128 kBit/s Datendurchsatz in beide Richtungen sollten es schon sein und deshalb gehört DSL zur Grundausstatung. Die von ISDN bereitgestellte Bandbreite ist nicht ausreichend, da das für die Sprachübertragung mit dem IP-Protokoll verwendete Datenprotokoll G.711 bereits eine Nettobandbreite von 64 kBit/s bidirektional beansprucht. Hinzu kommt noch dessen Overhead für den Paket-Header mit 16 kBit/s und ein wenig Reserve ist generell der Verbesserung der Übertragungsqualität zuträglich.

Auch das IP-Telefon benötigt zusätzliche Hardware und einen zwischengeschalteten Provider, um Verbindung mit dem Internet aufnehmen zu können. Die Anbindung an den Betreiber erfolgt über ein Modem (für die Verbindung via DSL, Kabel oder Satellit) und einen Router. Wegen der höheren Komplexität von VoIP erfordert dieser eine erweiterte Funktionalität. Der Dienstanbieter im Internet kennt nämlich nur die dem Anwender zugewiesene öffentliche IP-Adresse. Leitet der Proxy des Providers einen Verbindungswunsch an diese Adresse weiter, nimmt der Router diesen auf und gibt ihn an das entsprechende Gerät mit der internen IP-Adresse des Soho-Netzes weiter.

Wird das IP-Telefon über einen PC angeschlossen, muss der Rechner immer aktiv sein und auf ihm ein NAT-Application-Gateway installiert sein.

Dazu muss der Router die Anwendung kennen und die Firewall die jeweiligen internen IP-Adressen zuordnen können. Um herauszufinden, welche Anwendungen und Protokolle von welchen angeschlossenen Geräten benötigt werden, analysiert der Router den Datenverkehr. Die wichtigsten Informationen dazu befinden sich in den Headern der Datenpakete und werden in die Routing-Tabelle eingetragen, die dann als Application Gateway arbeitet. Bei VoIP-Paketen sieht das etwas anders aus. Hier befinden sich die Adressen nicht nur im Header, sondern auch in den Anwendungsdaten, dem so genannten Payload, wo sie herkömmliche Router nicht analysieren können. Dadurch ist nicht mehr gewährleistet, dass die VoIP-Antwort-Pakete an den richtigen Absender zurück gelangen. Deshalb benötigt die NAT (Network Adress Translation) zusätzlich zu den bisherigen Funktionen weitere Application Gateways, um die Sprach- und SIP-(Session Initiation Protocol) Pakete zu erkennen und an den richtigen Empfänger weiterzuleiten. Diese Funktionen werden in den modernen VoIP-fähigen Routern bereitgestellt.

Auch auf Seiten der Provider muss die Technik angepasst werden. Die zur Verfügung gestellten IP-Adressen werden in den Servern mit den Teilnehmer-Telefonnummern verknüpft. Trifft ein Verbindungswunsch zu einer bestimmten IP-Rufnummer ein, baut das SIP die Verbindung zu der IP-Adresse auf, die zu der Rufnummer gehört. Anders herum sendet das Telefon seinen Wunsch zum Verbindungsaufbau per SIP an die IP-Adresse des Proxy-Servers des Betreibers.

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