Microsoft als Motor

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09:39 - 01/03/2007 von Michael Wieczorek - eGames

Für den Finalsieg in Project Gotham Racing 3 gab's 15.000 US-Dollar für TTRCh0mper.

Microsoft kündigte zwar vollmundig revolutionäre Features rund um den Online Service an, so richtig ins Rollen kam Xbox Live aber erst mit den entsprechenden Spiele-Hits wie Halo 2 oder Project Gotham Racing 2. Über die Jahre wurde Xbox Live durch regelmäßige Updates kontinuierlich verbessert. Heute ist der Service da angekommen, wo er eigentlich schon von Beginn an sein wollte: Vier Jahre und den Wechsel von Xbox zu Xbox 360 hatte es gebraucht, um Freundesliste, Voice Chat, Live Vision Camera, einen umfangreichen Marktplatz, konsequente Xbox Live-Anbindung der Spiele und die nötige Stabilität beim Online Gaming zu etablieren. Die schnelle Verbreitung von DSL-Leitungen inklusive Flatrates hatte ebenso positiven Einfluss auf die weltweite Online-Kultur.

Online-Kultur? Weltweit? Gibt's denn so etwas überhaupt? Für willige Spieler schon: Wer mit Japanern in gebrochenem Englisch via Voice Chat das neueste Ridge Racer diskutiert oder mit einer amerikanischfranzösischen Gilde durch Final Fantasy 11 streift, ist Teil dieser globalen Games-Kultur. Spielen verbindet - und obwohl jedes Spiel seine eigene Community haben mag, vernetzt der übergreifende Online Service Xbox Live jede dieser kleinen Gemeinden miteinander. Da kommt einem schnell der Gedanke an eine eingeschworene Gamer- Familie in den Sinn. Natürlich gibt es auch unter den Xbox Live-Zockern den einen oder anderen Konflikt. Der wird aber einfach und klar ausgefochten: auf dem virtuellen Schlachtfeld nämlich, auf dem Basketball Court oder retromäßig bei Hyper Street Fighter 2 über die Xbox Live Arcade. Inzwischen ist für alle Geschmäcker hochwertige Software-Kost zu finden. Für jedes Genre gibt es ein bis zwei Titel, die Euch regelmäßig durch spannende Online- Duelle mit menschlichen Gegnern auf Trab halten. Im Action-Segment sorgt Halo 2 noch immer für Furore und wird wohl erst durch den dritten Teil der Saga abgelöst - Gears of War hin oder her.

Alles live

WCG-Qualifikation im Heide- Park. Die PGR3-Fraktion spielt an den schönsten Displays.

Die Rennspieler vergnügen sich unterdessen entweder bei Drift-Festen in Ridge Racer 6, drehen in Forza Motorsport ihre Runden oder warten auf die angekündigte Rennsimulation GTR 2. MMOler mussten zwar auf die Rollenspielhoffnung True Fantasy Live Online vom japanischen Entwickler Level 5 verzichten, kommen aber in Final Fantasy 11 und neuerdings in Phantasy Star Universe auf ihre Kosten. Selbst das Strategie- Genre ist seit Juli 2006 auf der Xbox 360 durch Schlacht um Mittelerde 2 vertreten. Schnell wurden wieder die Stimmen der PC-Gemeinde laut: "Ein Strategiespiel ohne Maus und Tastatur - das kann ja gar nicht gehen!" Und selbst gutmütige Schlacht um Mittelerde 2-Spieler müssen eingestehen, dass die Konsolenversion nicht an das PC-Pendant herankommt. Dennoch, die einhellige Meinung aller Xbox Live-Benutzer ist klar: Egal ob KI oder Bot - nichts kann einem menschlichen Gegner mit nass geschwitztem Controller am anderen Ende der Internet-Leitung das Wasser reichen.

Halten wir also fest: Xbox Live funktioniert und hat steigende Nutzerzahlen - es wächst täglich und verbessert sich in letzter Zeit monatlich. Bei so viel positiver Berichterstattung muss die Konkurrenz doch reagieren. Und das hat sie: Sony spendierte der Playstation 2 anno 2003 einen Netzwerkadapter, den man am Extension Bay auf der Rückseite der Konsole anbringen musste. In der flüsterleisen und kompakten PStwo-Variante ist der Netzwerkanschluss sogar von vornherein eingebaut. Der Weg ins Internet war also auch für Sonys Heimkonsole geebnet - allerdings gab es einen großen Unterschied: Sony entschied sich dafür, keinen eigenen Online Service auf die Beine zu stellen. Während Microsoft teilweise Entwicklerstudios in die Pflicht nahm, einen Online-Modus zu integrieren, um Xbox Live zu fördern, verfolgte Sony eine andere Philosophie: Der japanische Multimedia- Konzern ließ den Entwicklern freie Hand. Man wollte den Spieleherstellern keine Fesseln anlegen, sie aber auch nicht davon abhalten, sinnvolle Online-Modi zu integrieren. Diese halbherzige Strategie führte dann auch zu halbherzigen Ergebnissen.

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