Beruf: Konsolenspieler

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09:39 - 01/03/2007 von Michael Wieczorek - eGames

In den letzten zwei Jahren ließen sich in der PSL Preise im Gesamtwert von mehr als 100.000 Euro gewinnen.

Im eSport-Sektor fließen heutzutage jede Menge Gelder, Starcraft- oder Counter- Strike-Spieler haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und können - zumindest zeitweise - davon leben. Auf den wichtigsten eSport-Turnieren werden aber inzwischen auch Konsolenspiele ausgetragen, und die Preisgelder sind nicht geringer als bei Warcraft & Co. Auf den World Cyber Games 2006 spielte man Project Gotham Racing 3 und Dead or Alive 4, beim diesjährigen Electronic Sports World Cup rasten die weltbesten Gran Turismo 4-Spieler auf der Playstation 2 um die Wette. Der deutsche Dead or Alive 4-Europameister Marco EmssiOne Radeck weiß auch von den vielen Vorteilen zu berichten, die man als Konsolero hat: "Man kennt sich schon ganz gut über Xbox Live, was natürlich ein großer Vorteil ist. Außerdem kann ich auf der Konsole auch mein Lieblingsgenre, die Beat'em Ups, spielen." Wie für viele andere Prügelspieler auch, führte für Marco der Weg von Street Fighter zu Mortal Kombat und dann über Tekken zu Dead or Alive. Und als Konsolenspieler genießt Marco noch weitere Vorteile auf den großen Events: Er zockt nicht nur an den größten und schönsten Bildschirmen, sondern hat auch weniger Ärger mit der Hardware. Sicher stürzt von Zeit zu Zeit auch mal eine Xbox 360 ab, das große Trara um Ruckeleinlagen und richtige Konfigurationen, wie vom PC gewohnt, bleibt aber aus.

STEFAN DETTMERING, PR MANAGER SONY COMPUTER ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND: "Die Playstation Liga ist die offizielle eSport-Plattform für alle PS-Systeme. PS3 wird hier eine große Rolle spielen und von Anfang an integriert werden."

Auch die Frage nach dem richtigen Eingabegerät stellt sich in der Konsolenwelt erst gar nicht - es gibt meist nur ein oder zwei Alternativen zum Original-Controller. Auf der Konsole gestaltet sich das Wettbewerbsspielen also entspannter. Spiel und Spieler stehen bei einem Event im Rampenlicht - und nicht Cheaten, Setup-Diskussionen oder Hardware Power. "Project Gotham Racing finde ich interessant, weil es keine Setups gibt", sagt Need for Speed-Fahrer Niklas sliver Timmermann. Nicht umsonst spielt auch er mit dem Gedanken, auf Project Gotham Racing 3 umzusatteln.

Die Konsole ist nicht nur für das Beat'em Up-Genre wie geschaffen. Wenn man die Schellhase-Zwillinge auf den Turnieren mit ihren alten, klobigen Xbox-Controllern vor dem PC sitzen sieht, fragt man sich unwillkürlich, wieso nicht gleich die Konsolenversion gespielt wird. Der Grund ist technischer Natur: PC-Spieler sind verwöhnt - verwöhnt von einer stabilen, hohen Frame Rate. Das Konsolen-FIFA bietet nun mal keine 60 Bilder pro Sekunde. Die gleiche Problematik stellt sich bei Need for Speed: Most Wanted. Sicher könnte man auch hier die hübsche Xbox 360-Fassung spielen, müsste sich dann aber mit 25 Bildern pro Sekunde begnügen und Ruckeleinlagen hinnehmen - inakzeptabel für jeden eSportler. Der verzichtet nämlich lieber auf optischen Firlefanz zugunsten der Spielbarkeit.

Also beschränken sich die kompetitiv gespielten Konsolentitel entweder auf Exklusiventwicklungen wie Project Gotham Racing 3, Halo 2 und Gran Turismo 4 oder auf Spiele, die durch exklusive Extra- Events repräsentiert werden. So wie der FIFA Interactive World Cup, den der Fußballweltverband zusammen mit Microsoft und Electronic Arts veranstaltet: 20.000 Euro und der Titel des interaktiven FIFA-Weltfußballers des Jahres winken dem Sieger. Bei derselben Zeremonie wird übrigens auch der reale FIFA-Weltfußballer gekürt.

Das aktuelle Angebot der drei Kontrahenten am Konsolenmarkt lässt sich gut strukturieren: Microsoft hat sich in den letzten vier Jahren auf dem Online-Thron breit gemacht. Zwar musste auch Xbox Live von Zeit zu Zeit herbe Kritik einstecken, die Arbeit trägt aber inzwischen Früchte. Die mit 20 Gigabyte verhältnismäßig kleine Festplatte der Xbox 360 platzt vor lauter Angeboten auf dem Xbox Live-Marktplatz. Für die jährliche Abo-Gebühr bekommen Xbox Live Gold-Mitglieder einen verlässlichen Online Service mit vielen Demos (von aktuellen Titeln sowie Retroklassikern) und Trailern. In Amerika gibt's über den simpel zu bedienenden Marktplatz sogar (HD-)TV-Sendungen zu fairen Preisen zu erstehen. Und auch eSport-Freunde kommen via Xbox Live heutzutage voll auf ihre Kosten: Sei es bei Turnieren, die von den Spieleherstellern veranstaltet werden, oder in der Consoles Sports League (CSL) von Turtle Entertainment.

Sony holt mit seinem Playstation Network mächtig auf: Mit der PS3 funktioniert der Online Service jetzt fast wie bei Microsoft. Freundesliste, Messenger, Web Browser und einen Online Store gibt es wie bei Xbox Live - nur ohne Gebühren. Allerdings müssen die Entwickler jedes Online-Angebot, genau wie auf dem PC, selber auf die Beine stellen. So gibt es keinerlei Garantie, dass die Online- Anbindung derart perfekt ist wie bei Ridge Racer 7. Dafür kann die PS3 auf die breite Unterstützung der Playstation Liga bauen, die inzwischen einen gut organisierten Ligabetrieb für jedermann bietet.

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