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Es gibt Neuigkeiten bei der Geschichte "Der Besteller aus Oberursel". Zur Erinnerung: Auf diesen Fall wurde THG im Oktober des vergangenen Jahres aufmerksam. Ein Mann aus Oberursel gab sich als Journalist aus und bestellte Hardware-Komponenten bei Herstellern. Der Betrug: Im Namen von angesehenen Redaktionen versprach er umfangreiche Produkttests. Doch die Praktiken des Herrn aus Oberursel sind kein Einzelfall , wie wir in unserem Artikel "Ein Münchner Computershop auf Abwegen" aufgedeckt haben. Vielmehr haben wir den Verdacht, dass die Dunkelziffer von so genannten Hardware-Bestellern viel höher ist, als ursprünglich angenommen. Ansätze dazu lieferten Gespräche mit verschiedenen Firmen.

Kriminell: Hardware-Komponenten im falschen Namen bestellen und die Ware vom Paketdienst entgegen nehmen.
Neue Informationen haben ergeben, dass Herr Seidel wahrscheinlich unschuldig ist. Vor kurzem wurden auf den Namen seiner Freundin Pakete mit Computer-Hardware bestellt, die sie nicht vom Paketdienst angenommen hat. Die Polizei geht davon aus, dass ein kriminelles Netzwerk die Hardware bestellt und dabei die Namen von ausgesuchten Personen - etwa aus dem Telefonbuch oder einer Adressdatenbank von CD - verwendet. Um an die begehrten Komponenten zu kommen, werden die Opfer gezielt aus bestimmten Regionen ausgesucht und in deren Namen die Hardware bestellt. Der Bestellvorgang und die Auslieferung kann bequem per Tracking-Nummer online verfolgt werden - die Betrüger/Besteller bleiben anonym. Der Clou: Sobald die Ware die letzte Station des Paketdienstes verlassen hat, gehen die Betrüger in Position und warten vor dem Hauseingang. Anschließend wird die Sendung im Namen der adressierten Person entgegen genommen. Und das ist gar nicht so schwer: Oft reicht der Hinweis, dass die Sendung abends übergeben wird und beispielsweise Herr Seidel gerade unterwegs ist. Schließlich spart der Paketservice Zeit und muss nicht noch einmal vorbeikommen. Die Folge: Den Zusteller trifft keine Haftung - der Hersteller bzw. Versender bleibt auf den Kosten sitzen. Somit entstehen den Firmen pro Jahr stattliche Kosten.
Auf den eben beschriebenen Fall wurde die Polizei in Baden-Württemberg aufmerksam, wo Komponenten im großen Stil bestellt wurden. Denkbar ist auch der schnelle Weiterverkauf über Auktionshäuser.
