Klarer Fall: Der Athlon 64 FX-53 hängt seinen Erzrivalen in der Mehrzahl unserer Benchmarks ab. Die Intel-Prozessoren sammeln vor allem bei taktempfindlichen Anwendungen wie Rendering oder Audio-/Videokompression sowie bei auf Hyper Threading optimierten Anwendungen teils deutlich Punkte. Sobald es jedoch um 3D-Anwendungen und Spiele geht, zeigt der FX die Rücklichter. Ärgerlich für Intel, denn mit dem Pentium 4 Extreme Edition schielt man doch gerade auf diese Zielgruppe.
Beide Prozessoren sind natürlich keine Massenprodukte, sondern nur für wenige Anwender bezahlbare Kraftprotze. Aber gerade wegen der hohen Preise sollte man den Gegenwert vor Augen halten, den man für $ 999 im Fall des Pentium 4 Extreme Edition 3,4 GHz beziehungsweise $ 733 beim Athlon 64 FX-53 bekommt:
Neben den applikationsabhängig variierenden Leistungen ist der FX doch noch satte 35% günstiger als der P4 EE, beherrscht das von AMD unterstützte Cool & Quiet zur Senkung von Verlustleistung und Lüfterlärm bei Untätigkeit oder Teillast, könnte in Verbindung mit dem Service Pack 2 für Windows XP für mehr Systemsicherheit sorgen und ist ab Werk sogar übertaktbar.
Wirklich zukunftssicher ist derzeit keine der beiden Plattformen, denn während Intels Sockel 478 durch Sockel 775 ersetzt wird, schafft AMD im nächsten Quartal den Sockel 940 zugunsten des Sockel 939 ab, der gleichermaßen mit dem Athlon 64 und dem schnelleren FX zurecht kommen wird. Käufer eines FX-Systems sollen dennoch nicht im Regen stehen gelassen werden, denn die AMD-Roadmap sieht auch für Sockel 940 noch schnellere Prozessoren vor, während Intel ab 3,6 GHz den Umstieg auf LGA 775 erzwingt.
Unabhängig dieser Fakten sehen wir Argumente, weshalb Power-User auf die neue AMD-Plattform warten sollten: Zum einen wird das HyperTransport-Protokoll auf 1 GB/s im Up- und Downstream beschleunigt - die Prozessoren könnten somit noch an Leistung zulegen. Zum anderen bieten die kommenden Chipsätze wie nVIDIAs nForce3 250Gb interessante Features wie Gigabit Ethernet mit integrierter Firewall-Funktion und einen Serial-ATA-Controller; VIAs K8T890 kommt im dritten Quartal gleich mit PCI-Express-Unterstützung.
