
Server-Cores der nächsten Generation von AMD/Intel (Abbildungen © AMD und ©Intel)
2006 erreichte Linux dank einiger prominenter (obwohl völlig voneinander unabhängiger) Software-Initiativen einen weiteren Meilenstein im Bereich der Servervirtualisierung (SV). Forderungen von Geschäftskunden nach einer besseren Performance im Virtualisierungsbereich brachten die Hardware-Hersteller und Software-Entwickler dazu, gemeinsam die Virtualisierungsfunktionen auf Hardware-Ebene und die Software-Anwendungsschnittstellen besser zu integrieren. AMD und Intel bieten Virtualisierungs-Schemata im Kernel, die zusammen mit einer gut designten Anwendungsarchitektur eine besonders gute Performance liefern können.
EMCs Produktreihe VMware umfasst eine ganze Reihe an Virtualisierungslösungen, vom Heim-Desktop bis hin zum Unternehmensserver. VMware hat sich im SV-Markt als schlüsselfertige Lösungsreihe für eine engere Integration zwischen Linux und Windows bereits einen seriösen Ruf erworben. Erst kürzlich pries EMC mit großem Aufwand die revolutionären neuen Workstation- und Server-Anwendungen an und verteilte sogar offen kostenlose Testversionen für die Plattformen Windows und Linux. Diese Geste der Großzügigkeit bietet den OSS-Befürwortern die hervorragende Gelegenheit, Linux jetzt verstärkt in bisher vorwiegend Windows-basierte Umgebungen zu bringen oder immer dort einzusetzen, wo Linux eine bessere Rentabilität bei den Hardware- und Lizenzkosten verspricht.
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Xen, OpenVZ, VMware
Vielleicht noch radikaler als die Aktivitäten bei EMC sind die SV-OSS-Initiativen von Xen und OpenVZ, die sich beide einer engeren Integration zwischen der Linux-Plattform und Hardware-basierten Virtualisierungsfunktionen in den neuesten Server-Angeboten von AMD und Intel rühmen. Die beiden prominenten Linux-Vertreiber Red Hat und Novell (SUSE) gaben gemeinsam ihre Pläne bekannt, die Xen SV-Software in ihre Mainstream-Enterprise-Distributionen aufzunehmen, die im Jahresverlauf auf den Markt kommen. Xen ist hierbei klar im Vorteil: Es ist integraler Bestandteil der Mainstream-Produktreihen beider Unternehmen und wird also automatisch bei allen Teilnehmern der beiden Unternehmen eingeführt.
Die OpenVZ SV-Software von SWsoft enthält ebenfalls eine OSS-Lösung für die Linux-Plattform, und man fordert bereits ihre Integration direkt in den Mainstream-Linux-Kernel. Einer der größten Vorteile von OpenVZ im Vergleich zu anderen Projekten ist, dass es aus einer bewährten und angesehenen kommerziellen Anwendung desselben Herstellers entwickelt wurde: Virtuozzo. Ob OpenVZ tatsächlich als Mainstream-Komponente Fuß fassen kann, bleibt abzuwarten, aber die einfache Tatsache, dass Linux auf der SV-Bühne so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, spielt eine entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung bei allen beteiligten Parteien.
Microsoft ist ebenfalls ein Mitspieler im Virtualisierungsmarkt und verspricht, die kommende Vista-Plattform mit integrierter Virtualisierungsfunktion auszustatten. Momentan werden die Red Hat- und Novell-Distributionen in der Produktreihe Virtual Server 2005 (Release 2) unterstützt, für Kunden, die VS 2005 Seite an Seite mit Linux-Installationen verwenden. Die größte Bedrohung für das Microsoft-Produkt stellt VMware dar, das sowohl auf Linux- als auch auf Windows-Servern läuft.
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