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Defekte Motherboards selbst repariert

11:28 - Mittwoch, 23. Mai 2007 von Marcel Binder
Kommentare
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3 - Wenn Elkos leckschlagen

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Teilweise ausgelaufene Kondensatoren neben dem AGP Steckplatz

Der innere Verlustwiderstand wird im Wesentlichen durch die Leitfähigkeit des Elektrolyts bestimmt. Die in Low-ESR-Elkos verwendeten Elektrolyte müssen daher besonders gut leitfähig sein. Um die Leitfähigkeit des überwiegend aus Lösungsmitteln bestehenden Elektrolyts, zu erhöhen, werden Zusatzstoffe beigefügt. Einer dieser Zusatzstoffe ist Wasser. Durch den Wasseranteil erhöht sich die Zahl der freien Ionen und somit die elektrische Leitfähigkeit.

Unreines Wasser kann jedoch das Aluminiumgehäuse angreifen, was zu Korrosion führt. Durch den Korrosionsvorgang entstehen Gase, die sich im Gehäuse ausbreiten und einen Druckanstieg im Inneren verursachen - der Kondensator beult sich dabei sichtbar aus. Das Aluminiumgehäuse des Kondensators ist an der Oberseite mit einer Sollbruchstelle versehen, so dass das Gas bei zu hohem Druck entweichen kann. Es kommt jedoch auch hin und wieder vor, dass die Sollbruchstelle nicht reißt und der Kondensator mit einem lauten Knall auseinander fliegt. Gleiches geschieht auch bei extremer Überspannung. Der noch vorhandene Elektrolyt kann unter Umständen die Platine verunreinigen und Kurzschlüsse verursachen, was im schlimmsten Fall bis zum Brand ausarten kann. Besonders in den Jahren 1999 - 2005 hatten einige Platinen-Hersteller Probleme mit der Haltbarkeit ihrer Motherboards, da auf diesen Kondensatoren mit ungeeignetem bzw. minderwertigem Elektrolyt verbaut wurden und die Lebensdauer dieser Motherboards somit drastisch sank - es kam vermehrt zu Ausfällen.

Elkos gehen aber nicht nur infolge eines unreinen Elektrolyts kaputt. Der Elektrolyt kann wie jede andere Flüssigkeit auch schlicht den Aggregatzustand ändern und verdunsten. Das geschieht nicht nur im normalen Betrieb, sondern kann auch schon bei der Lagerung vorkommen. Da der Grad der Verdunstung mit der Umgebungstemperatur und der Eigenaufheizung durch elektrische Verluste zusammenhängt, kommt eine gute Belüftung des Gehäuses nicht nur Bauteilen wie RAM und Prozessor zugute, sondern erhöht auch die Lebensdauer der Elkos. Eine "Bauernregel" besagt, dass eine um 10° C verringerte Temperatur die Lebensdauer eines Elkos verdoppelt.


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Kommentare zum Beitrag
Der_Paddy 23/05/2007 12:27
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Der_Paddy

Ich hätte mir gewünscht, dass ihr testet ob euer Board wieder funzt. :P

dontcryjustfly 23/05/2007 12:30
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dontcryjustfly

Zu Fällen von defekten Mainboards gehört oft auch ein abgeschossenes BIOS.

Ich hab noch nen kleinen Typ der einen Versuch wert ist wenn per Garantie eh nix mehr zu machen will. Ich hab damit schon 5 mal ein Board gerettet.

Vorrausetzung ist, dass das Board mit einem "Steckbaren" Bios-chip ausgestattet ist und das man noch ein Board der selben Modellreihe zur Verfügung hat.

z.B. hatte ich ein K7N2-Delta ILSR welches ein defektes Bios hatte.
Ich hatte aber noch ein K7N2-Delta L auf Lager welches zwar weniger Features hat und auch dessen Bios nicht alle Funktionen des ILSR besitzt, dennoch konnte ich damit wenigstens den PC starten und per Bootdisk bis in einen DOS Modus bringen.

also schritt für schritt.

1.Bios-chips beider Boards vorsichtig lösen
2.funktionierenden Chip in board dessen Bios futsch ist einstecken...
3.Wenn ihr das glück habt das euer PC jetzt wieder angeht habt ihr schon die halbe Miete.
4.per Bootdisk ins DOS gehen

5.Jetzt kommt der Heikelste Teil. Ich konnte auf den Bios-chip der kleinen Board-Version nicht einfach die ILSR Version flashen weil der Chip weniger Speichergröße besaß als die vom kaputten Orginal Bios. Deswegen musste ich den funktionierenden Chip in Laufendem BETRIEB! wieder vom Board nehmen. DER PC lief BEI mir immer normal weiter!!!! Dann vorsichtig wären der PC weiter läuft den falsch geflashten Bios Chip wieder aufstecken.

6.Jetzt braucht man natürlich noch ein aktuelles Bios seines Boards und ein Programm wie z.B. für die Award Bios AWDFLASH. Ausserdem müsst ihr euch noch einige Befehle ausm Inet suchen, da bei mir z.B. sich das Orginal Bios trotzdem nicht einfach flashen lies, da beim Vergleich der Bios Version auf dem Chip und der die ihr Flashen wollt natürlich ein Fehler auftritt da das Bios auf dem Chip ja defekt ist und nicht mehr Verglichen werden kann.

7. Wenn ihr Glück habt und der Bios Chip nicht Physisch defekt war sollte euer Board gerettet sein.



Ich gebe keine Garantie das es bei euch klappt und möchte noch den Hinweis geben das ich meinem Bios-chip nicht falsch geflasht habe sondern im Fall des K7N2 Delta ILSR beim abspeichern der Biossettings der Netzteilstecker rausgerutscht war. Ausserdem
habe ich das spiel noch mit einem K7N2 Delta Platinum gemacht wo sich das Bios einfach bei bestimmten Settings komplett verabschiedet hat. In beiden Fällen konnte ich das Bios nicht mehr per Jumper zurücksetzen bzw. durchs entfernen der Bios Batterie.
Bei beiden Boards habe ich einen Bios-Chip von einem K7N2-Delta L kurzzeitig aufgesteckt, damit der PC wenigstens wieder bis ins DOS kam.

NOCHMAL ICH GEBE KEINE GARANTIE DAS ES BEI EUCH KLAPPT!!!!

aber bevor man das Board wegschmeisst ist es evtl ein Versuch wert!

Mnyut 23/05/2007 14:01
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Mnyut

Zitat :Teilweise kommt es vor, dass sich trotz mehrmaligen Erhitzens der Lötstelle und Einsatz der Saugpumpe das Lötzinn nicht ganz von der Lötstelle entfernen lässt.

Damit hatte ich jetzt noch nie Probleme.

Ich mache das so:
[*:2e573fc01b] Der Lötstelle entsprechend passende Entlötspitze (größe) wählen;
[*:2e573fc01b] das alte Lötzinn vollständig schmelzen lassen und erst dann unter vorsichtigem rütteln (oder kreisen) des Entlötkolbens das alte Lötzinn absaugen.
Manchmal geht das nicht weil die Lötstelle zu dreckig/alt ist. Es ist kein/nicht mehr genug Flußmittel da, damit das Lötzinn sauber fließen kann.
Dann die Lötstelle noch mal mit neuem Lötzinn frisch machen. Wichtig ist dabei, nicht zu viel Lötzinn und das Flußmittel im Zinn dabei nicht "verkochen", sonst hat man das gleiche Problem wieder das das Zeug ned fließt.

Was noch nervig ist: die Drahtfüßchen können in der Bohrung noch an den Rändern festkleben, aber mit ein bisschen Übung bekommt man das gut in den Griff.

Bohrloch freistechen oder gar aufbohren halte ich für völlig ungeeignet, weil man damit sehr leicht die Durchkontaktierung beschädigen kann. Ist die beschädigt, kann das entsprechende Signal nicht mehr auf die verschiedenen Layer "umsteigen" => Mainboard nicht mehr reparierbar.

laniac 23/05/2007 22:28
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laniac

Ich finde die Anleitung zur Reparatur des Mainboards eigentlich ganz gelungen bis auf einen doch noch entscheidenden Fehler im Ablauf des Lötvorgangs.

Leider wird jedoch der Vorgang vom Löten der Lötstelle und Abschneiden des überstehenden Bauteileanschlusses in der falschen Reihenfolge augeführt.

Es ist beim Löten enorm wichtig, dass zuerst die Anschlüsse der Bauteile auf die richtige Länge gekürzt werden, bevor der eigentliche Anschluss gelötet wird.

Wird dies jedoch wie im Artikel beschrieben in der falschen Reihenfolge ausgeführt, muss mit sehr minderwertigen Lötstellen gerechnet werden. Die Erklärung ist relativ einfach. Da der Anschlussdraht des Bauteils nach dem Erkalten der Lötstelle durch mechanische Einwirkung nochmals bewegt wird, enstehen winzig kleine Spannungsrisse in der Lötstelle. Im Laufe der Zeit können sich nun verschiedene Stoffe in diesen Rissen ablagern und somit zu einer korrodierten oder rekristallisierten Lötstelle führen.
Solche Lötstellen weisen anschliessend einen enorm hohen Übergangswiderstand auf und sind für viele Ausfälle und Defekte verantwortlich.

Ich fände es deshalb sinnvoll, diesen Artikel anzupassen um auch hochwertige Lötstellen in Eigenproduktion zu gewährleisten.

freundliche Grüsse

Laniac

konkretor 23/05/2007 22:43
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konkretor

der Artikel gefällt mir mehr davon!!

Mnyut 23/05/2007 23:51
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Mnyut

Zitat :Es ist beim Löten enorm wichtig, dass zuerst die Anschlüsse der Bauteile auf die richtige Länge gekürzt werden, bevor der eigentliche Anschluss gelötet wird.

Ja richtig, Firmen nach MIL-Standard arbeiten (bzw. deren Kunden) legen da sehr großen wert drauf, wenn sie von Hand löten. Viele andere Hersteller nicht.

christoph1717 24/05/2007 12:49
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christoph1717

ich hatte mal ein günstiges ECS (Elitegroup Systems) KV2 Bord.
Da könnte man meinen, die Firma hätte eine Selbstzersörung mit Timer eingebaut..... zuverlässig wenige Wochen nach ende der Garantiezeit haben sich (gleichzeitig) alle Elkos und Spannungsregler verabschiedet. Ohne das ich an der Hardware/Software/BIOS was geändert hätte.

Danach habe ich mir ein gerauchtes ASUS Bord gekauft, das ist sogar besser (und hält wohl auch länger) als ein neues ECS Bord... :evil:

christoph1717 24/05/2007 12:52
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christoph1717

.... sollte natürlich gebrauchtes heißen
(funktionsfähiges) A8N-SLI gekauft..

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