Performance-Analyse

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18:00 - 23/11/2004 von Lars Weinand

Bereits die ersten Leistungsvergleiche machen klar, dass SLI nach einer starken CPU verlangt. Die an sich schon schnellen GeForce-6800-GT- und -Ultra-Karten trumpfen im SLI-Betrieb richtig auf und selbst eine schnelle CPU kann die Karten nicht schnell genug mit Daten versorgen. Die wahre Stärke von SLI zeigt sich erst in hohen Auflösungen von 1280x1024 oder noch besser 1600x1200 inklusive FSAA und anisotroper Filterung, also in Szenarios, die heutige Grafikkarten maximal belasten. In niedrigen Auflösungen ohne FSAA und AF bringt SLI kaum Vorteile. In manchen Spielen bremst der SLI-Betrieb sogar (UT 2004), eventuell verursacht durch den höheren Verwaltungsaufwand, den der SLI-Betrieb der CPU aufbürdet. Allerdings konnten wir mit SLI auch im Flight Simulator 2004 einen Performance-Abfall gegenüber einer einzelnen Karte feststellen - und das obwohl FS2004 gar nicht im SLI-Modus betrieben werden kann, oder anders gesagt: Selbst wenn nur eine Karte eines SLI-Systems in Betrieb ist, sinkt die Leistung gegenüber einer einzelnen Grafikkarte im Rechner. Nicht viel, aber messbar.

Anbei ein Beispiel anhand des Spiels Unreal Tournament 2004. Getestet haben wir eine GeForce 6800 GT in 1024x768, ohne FSAA und AF. Sowohl mit als auch ohne SLI kann die CPU die Leistung der Grafikkarten nicht ausreizen - die Karten sind also CPU-limitiert. Je stärker die CPU, umso höher ist die Leistung:

SLI aktiviert (2 Karten): 157,2 FPS SLI deaktiviert (2 Karten): 163,2 FPS Single Card (1 Karte): 163,4 FPS

Während das Phänomen bei UT2004 und anderen Spielen noch erklärbar ist (möglicherweise höhere CPU-Belastung durch höheren Verwaltungsaufwand mit SLI), verstehen wir nicht, warum es auch in Spielen auftritt, die gar nicht SLI-fähig sind und in denen auch mit aktiviertem SLI nur eine Karte aktiv rendert (Flight Simulator 2004). In OpenGL-Spielen, beispielsweise Call Of Duty, tritt das Problem dagegen nicht so stark zutage.

In Shader-intensiven Spielen wie Doom3 oder Farcry überwiegt dagegen auch in diesen Qualitätseinstellungen und Auflösungen die Mehrleistung durch SLI.

Auch das Spiel selbst hat sehr großen Einfluss auf die Effektivität von SLI. Ein Titel mit älterer 3D-Engine, beispielsweise Call Of Duty, profitiert nur in höchsten Auflösungen und Qualitätseinstellungen. Die Performance ist aber auch ohne SLI bereits so hoch, das sich der Aufwand nicht lohnt. Moderne Spiele mit extensiven Shader-Einsatz wie Doom3 oder Farcry profitieren dagegen bereits in niedrigen Auflösungen von SLI.

Um einige Spekulationen des beobachteten Performance-Abfalls in niedrigen Auflösungen vorzubeugen, haben wir die Performance einer einzelnen Karte sowohl mit x8 PCIe als auch mit x16 PCI untersucht. Die Ergebnisse sind identisch.

Zuletzt noch eine Messung ohne aufgesetzter SLI-Brücke in UT2004, 1600x1200 4xAA/8xAF:

Mit SLI-Stecker (2 Karten): 153,3 FPS Ohne Brücke, SLI deaktiviert (2 Karten): 133,0 FPS Single Card (1 Karte): 101,1 FPS
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