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Hardware: Kinderkrankheiten
Unsere Erwartungen an SLI waren hoch. Bereits beim Verfassen unseres PCI-Express-Artikels im März spekulierten wir über zukünftige Mutli-Rendering-Möglichkeiten, die mit dem neuen PCI-Express-Bus möglich werden. Positiv nahmen wir zur Kenntnis, dass es von NVIDIA nun eine solche Lösung geben wird.
Nach dem Eintreffen der ersten SLI-fähigen Motherboards wurde unsere Vorfreude allerdings schnell getrübt. Es hagelte Abstürze. SLI-Konfigurationen mit GeForce-6800- und -6600-GT-PCIe-Karten wurden entweder nicht erkannt oder der Rechner stürzte nach wenigen Sekunden mit Fehldarstellungen ab. Nach vielen vergeblichen Anläufen erfuhren wir den Grund: Unsere Karten waren zu "alt" - wie bitte? Es handelte sich angeblich bei unseren Modellen um sehr frühe Referenzplatinen, die nach Aussagen des Herstellers noch nicht richtig im SLI-Betrieb funktionieren. Mit aktuellen 6800-Ultra- und -GT-Mustern funktionierte SLI immerhin auf Anhieb. Das führt natürlich zur Verunsicherung des Käufers. Weiß man, ob SLI durch den späteren Nachkauf einer Karte überhaupt klappt? Oder nicht, weil die Revisionsnummer der Karte nicht passt?
Große Probleme gab es auch mit den SLI Motherboards. Beim ASUS A8N-SLI zerschoss es bei jedem Neustart des Rechners komplett das BIOS - ein Fehler, der nicht nur bei unserer Testplatine auftrat. Ein Austausch des Boards war wegen des sehr begrenzten Testzeitraums nicht möglich. Ohnehin existieren bisher nur wenige Samples, wenn auch mehr als von MSI. Als Ursache für die Probleme stellte sich letztlich eine Serie defekter BIOS-Bausteine heraus. Ein Austausch, der dank Sockelhalterung schnell von der Hand ging, behob die Probleme. Danach lief das A8N-SLI Deluxe tadellos und schnell.
Das MSI K8N Diamond hatte hingegen im SLI-Betrieb große Probleme mit den Speichermodulen. Unsere Kingston HyperX, die für 2/2/2/6 Timings bei DDR 400 ausgelegt sind, sorgten für ständige Abstürze. Der Rechner bootete zwar und lief im reinen Desktop-Betrieb selbst mit Prime95 mit 2/2/2/6 Timings stabil, stürzte mit SLI aber in dem meisten Spielen sofort ab. Im Single-Betrieb traten diese Probleme dagegen nicht auf. Erst nach Herabsetzen der Timings auf 2.5/3/3/7 lief das MSI K8N Diamond im SLI-Betrieb stabil. Auch in punkto Speicherbandbreite scheint unser Test-Sample ein Problem zu haben. Selbst mit 2/2/2/6 Timings zeigte Sandra eine Speicherbandbreite von nur 4.9 GB/s an - das entspricht lediglich DDR 333! Das ASUS A8N-SLI liefert dagegen knapp 6 GB/s.
Auch bei der ASUS-Platine mussten wir die Speicher-Timings im SLI-Betrieb etwas senken, da auch hier Abstürze mit 2/2/2/6-Einstellungen auftraten. Mit 2/3/3/6-Settings lief das Board dann stabil. Wir hoffen, dass diese Probleme auf den frühen Revisionsstatus der Motherboards zurückzuführen sind und nicht mehr bei Modellen auftreten, die in den Handel gelangen. ASUS und MSI versuchten in den letzten beiden Wochen sich gegenseitig auszustechen, um der erste zu sein, der ein lauffähiges SLI Motherboard präsentieren kann. Probleme sind unter solchen Vorraussetzungen vorprogrammiert. Auffällig ist allerdings, dass die meisten Instabilitäten nur im SLI-Betrieb auftraten.
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