Pentium 4: Cache statt Taktfrequenz

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09:40 - 21. Oktober 2004 von Wolfgang Gruener

Mit Entscheidung, den Pentium 580J von der Roadmap zu streichen, dürfte Intel in nächster Zeit AMD das Feld des schnellsten Desktop-Prozessors überlassen - zumindest was die taktfrequenzbezogene Leistunsgangabe der Chips betrifft. Bereits jetzt graben die Athlon 64-Modelle FX-55 und 4000+ den Pentium-Chips das Wasser ab. Intel plant, mit einer Verdoppelung des Cache-Speichers dagegenzuhalten.

Den mit 4-GHz getakteten 580J nicht zu bringen, sei "ein schwieriger Kompromiss" gewesen, sagte Intels Platform Marketing Manager Jeff Austin im Gespräch mit Tom's Hardware Guide (THG). "Nicht, dass wir das nicht erreichen konnten", so Austin, "aber irgendwann lassen sich Performance und Stromverbrauch in einem sinnvolen Verhältnis nicht mehr skalieren." Anstatt wie gewohnt die Taktfrequenz weiter anzuheben, entschied man sich daher bei Intel, sich auf "langfristige Strategien" zu konzentrieren und "kritische Ressourcen" den Dual-Core- und Multicore-Entwicklungen zuzuwenden, erklärte Austin.

AMD ist offensichtlich an einer solchen Grenze noch nicht angelangt. Mit dem FX-55 (2.6 GHz) und 4000+ übernimmt der Athlon 64 in den meisten Benchmark-Disziplinen die Führung von den Pentium 4 Extreme Edition-Chips. Daneben hat eine Pressesprecherin gegenüber THG bereits bestätigt, dass AMD auch in den kommenden Monaten plant, die Taktfrequenz der Prozessoren weiter anzuheben - was bei Intel nicht der Fall sein dürfte: Austin wollte das zwar nicht direkt bestätigten, meinte aber, dass dies im Moment "nicht der Fokus bei Intel ist". Die ersten Desktop-Dual-Cores von Intel werden im dritten Quartal 2005 erwartet.

Um AMD nicht ziehen zu lassen, will Intel zunächst aktualisierte Versionen der Pentium 4 Extreme Edition vorstellen: 3.46 GHz sind ab 1. November zu haben, 3.73 GHz im Laufe des zweiten Quartals 2005. Im Laufe des ersten Quartals wird der Hesreller ebenso eine neue Pentium 4-Produktfamilie unter einer neuen 6xx-Serie auf den Markt bringen. Im Vergleich zur bekannten 5xx-Serie erhalten die neuen CPUs mit 2 MByte einen doppelt so großen L2 Cache. "Der größere Cache ist eine sehr wettbewerbsfähige Lösung", meinte Austin. "Sicherlich könne die Maßnahme zumindest teilweise als "Erweiterung der Lebenszeit" des Single-Core-Pentium 4 bezeichnet werden, allerdings wolle Intel mehr Cache-Speicher auch immer stärker in Mainstream-Prozessoren etablieren. Die 6xx-Serie wird nach Informationen von THG zunächst als 630, 640, 650, 660 und 670 im ersten und zweiten Quartal mit Taktfrequenzen von 3,0 bis 3,8 GHz erhältlich sein.

Dass Intel in Sachen Prozessor-Performance ins Hintertreffen geraten könnte, löst zumindest bei Analysten wenig Beunruhigung aus. "Das ist praktisch irrelevant", meint Dean McCarron von Mercury Research. "Das Verkaufsvolumen am oberen Leistungsende ist marginal." Der Schritt, den 580J zu streichen sei angemessen gewesen: "Offensichtlich sah man nbei Intel einen einfacheren Weg, eine gewisse Leistunsgfähigkeit zu erreichen."

Quelle: Tom's Hardware

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