Schon beim gemeinsamen Launch des Phenom II X4 810 und des Phenom II X3 720 Black Edition merkten wir an, dass AMDs Namensschema langsam ein wenig, nun ja: unübersichtlich wurde. Nun, da noch eine weitere Prozessor-Familie dazu kommt, werden die Dinge nicht wirklich besser, wie ein Blick auf folgende Folie aus AMDs Presse-Briefing zeigt:
In diesem Performance-Chart treffen wir auf ein wildes Gemisch aus Athlon X2 (mal mit und mal ohne L3-Cache), Phenom X3, Athlon II X2, Phenom II X2, Phenom II X3 und Phenom II X4. Nicht mit aufgeführt sind der ursprüngliche Phenom X4 sowie die für Juli erwarteten neuen Familien mit den Namen Athlon II X3 und Athlon II X4.
Intel macht es nur auf den ersten Blick besser. Die Familien lassen sich zumindest anhand der Namen wie Core 2 Duo, Core 2 Quad, und Core i7 noch recht gut auseinander halten. Schwieriger wird dann aber zu erkennen, worin sich die Reihen Q9000, Q8000, E8000, E7000, E6000, E5000 und Celeron E1000 beziehungsweise 400 unterscheiden. Gleiches gilt für die Modelle einer Familie. Steigt man in den Prozessorfamilien ab, verliert man nach und nach Fähigkeiten wie Virtualisierung, SSE 4.1 oder etwa vPro.
Die Idee, Features im Sinne der Produktdifferenzierung zu deaktivieren, ist aber nicht unproblematisch. Das gilt nicht zuletzt im Hinblick auf den kommenden »XP Modus« von Windows 7, der auf Virtualisierung setzt um Kompatibilität mit älteren Anwendungen herzustellen. Bedenkt man nun, dass genau dieses Feature der kommenden Windows-Version an Unternehmen gerichtet ist – die wiederum die Stabilität von Intels Plattformen zu schätzen wissen ‑ ist abzusehen, dass AMDs Marketing-Abteilung hier jeden Grund zum Feiern haben wird. Wer auch immer bei Intel entschieden hat, dass man durch Weglassen der Prozessor-Virtualisierung die einzelnen Modelle besser differenzieren könne, hat wohl im Meeting mit Microsoft geschlafen.
Der eigentliche Punkt ist jedoch, dass mit AMDs Athlon II X2 eine weitere Familie auf der Bildfläche erscheint, die es von den anderen auseinander zu halten gilt. Diese Modelle verfügen wie die Phenom-Familie und die bisherigen Athlon-X2-CPUs über je 64 KB L1-Daten und 64 KB L1-Befehls-Cache und bekommen 1 MB L2-Cache. Der L3-Cache der neueren Modelle fehlt ihnen jedoch komplett. Intern trägt der neue Kern den Codenamen »Regor«. Er besteht aus 234 Millionen Transistoren, die sich dank der Herstellung im 45-nm-Verfahren auf kompakte 117,5 Quadratmillimeter verteilen, und hat eine TDP von 65 Watt. Außerdem ist dies die erste Prozessor-Familie, die den C1E Enhanced Halt State in der Hardware unterstützt. Bei allen vorherigen Modellen wurde diese Fähigkeit durch ein BIOS-Update nachgepflegt. Bei AMD unterscheiden sich die CPU-Reihen wenigstens nur in der Geschwindigkeit sowie der Sockel-/Speicher-Kombination.
Zum Launch stellt AMD nur einen einzigen Prozessor dieser neuen Familie vor, nämlich den Athlon II X2 250 mit 3 GHz. Seine Northbridge läuft mit 2 GHz und kann mit Speichergeschwindigkeiten bis DDR2-1066 und DDR3-1333 umgehen. Damit ist dieser Doppelkern-Prozessor besonders für den Mainstream-Markt interessant. Mit einem derzeitigen Online-Preis von etwa 85 Euro konkurriert er wohl am ehesten mit Intels Pentium Dual-Core E6300. Wie immer darf man erwarten, dass die Preise in den Wochen nach dem offiziellen Launch noch fallen.
| AMD Athlon II X2 250 | AMD Phenom II X2 550 BE | Intel Pentium E6300 | |
|---|---|---|---|
| Codename | Regor (Dual-Core) | Callisto (Dual-Core) | Wolfdale-2M (Dual-Core) |
| Herstellungs-Verfahren | 45 nm | 45 nm | 45 nm |
| Taktfrequenz | 3,0 GHz | 3,1 GHz | 2,8 GHz |
| L1-Cache (I / D) | 64 KB / 64 KB | 64 KB / 64 KB | 32 KB / 32 KB |
| L2-Cache | 1 MB pro Kern | 512 KB pro Kern | 2 MB Shared |
| L3-Cache | nicht vorhanden | 6 MB Shared | nicht vorhanden |
| TDP (Watt) | 65 W | 80 W | 65 W |
| QPI/HT/FSB | 4.000 MT/s | 4.000 MT/s | 1.066 MT/s |
| Preise (US-Dollar) | $87 | $102 | $84 |
Der Athlon II X2 sieht also nach einem großen Wurf aus – bis man den anderen Doppelkern-Chip sieht, den AMD heute vorstellt: den Phenom II X2. Diese CPU mit dem Codenamen Callisto ist im Prinzip ein Deneb, bei dem zwei Kerne abgeschaltet werden. Weitere Änderungen gibt es nicht
Auch hier stehen je 64 KB L1 Daten-/L1 Befehls-Cache und 512 KB L2-Cache Pro Kern wie bei AMDs anderen Phenom-II-Modellen zur Verfügung. Die beiden Kerne teilen sich 6 MB L3-Cache. Ebenfalls mit an Bord ist der 2 GHz schnelle Speichercontroller, der dank Sockel-AM3-Unterstützung Speichergeschwindigkeiten bis DDR2-1066 und DDR3-1333 umgehen DDR2-1066 oder DDR3-1333 verträgt. Machen wir es kurz: Man nehme einen Deneb und schneide zwei Kerne ab – voila, schon hat man einen Callisto. Wie beim Heka sind die Kerne aber nicht wirklich entfernt worden sondern sitzen weiter mit auf dem CPU-Träger.
Zum Start wird es ebenfalls nur ein einziges Modell geben, nämlich den Phenom II X2 550 Black Edition. Er ist mit 3,1 GHz getaktet, kostet derzeit etwa 90 Euro und verfügt wie alle CPUs mit dem Beinamen Black Edition über einen offenen Multiplikator. Hergestellt wird er bei Globalfoundries in einem 45-nm-Verfahren und er besteht – aufgrund seiner Deneb-Abstammung – aus 758 Millionen Transistoren, die eine Die-Fläche von 258 mm² beanspruchen. Weil zwei seiner Kerne deaktiviert sind, sinkt die TDP bei diesem Prozessor auf 80 Watt.
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Das mit den p-states ist interessant. Mir ist zwar bekannt, dass Windows so gut wie immer von einer CPU zu nächsten springt - aber dass das annähernd so schnell (oder schneller) vonstatten geht als ein Wechsel des p-states ist mir neu.
Dass der Phenom II 940 alle Kerne gleich taktet kann ich bei mir (ASUS M3N72-D ACPI BIOS Revision 0603) übrigens nicht bestätigen.
vielen Dank dafür. Das Intel bei den "unteren" Prozessoren best.Virtualisierungstechniken usw. rausnimmt um so eine Differenzierung vorzunehmen war mir nicht bekannt (ist aber wichtig für meinen nächsten low budget PC). Aus 2mach4 wär natürlich der Kracher! Insgesamt finde ich die gezeigten CPU´s recht gut, auch wenn es langsam eng wird. Fast alle 10€ mehr hat man den nächstbesseren Prozzi. Da fällt es langsam schwer den Überblick zu behalten, welchen Prozzi, mit wieviel Ram und welcher Graka hat noch Sinn und wann ist irgendein Bestandteil überdimensioniert (zu teuer).
mfg
Einfach das kaufen was man braucht, nach Oben ist bekanntlich immer offen
Hmm, also irgendwie ist das mit dem E6300 nicht richtig. Standardtakt ist ja 1866mhz, bei 266fsb und Multiplikator von 7 (6 im Idle). Bei eurem CPU-Z Screenshot ist der Prozessor zwar als "@2,8ghz" bezeichnet, der FSB, und damit der Gesamttakt liegt aber nur auf Standniveau. Konkrete Frage: Bei welchem Takt wurden die Tests durchgeführt?
Es Handelt sich dabei um den Pentium E6300 nicht den Core2Duo E6300, der Pentium ist gerade neu auf dem Markt mit 2,8 GHz wie zu sehen war.
Es wird langsam Zeit für eine neue Desktop CPU Chart. Habe im ersten Quartal schon mit einer Aktualisierung gerechnet als der Phenom II 940 BE oder der 955 erschien. Jetzt hat sich aber einiges getan was eine Aktualisierung rechtfertigen sollte!
Schöner Vergleich, danke
Kann mir hier irgendeiner erklären, warum der X4 905e bei Volllast 23 Watt (!) weniger braucht als der X3 705e?? Ich hatte gehofft, im Artikel würde drauf eingegangen werden, war aber nicht der Fall.
Mal wieder ein sehr sehr mieser Artikel von THG, wie sollte es auch anders sein.
Die Strommessungen sind jenseits von gut und böse, 705e verbraucht 23 Watt WENIGER als ein 905e?
Warum macht ihr nicht mal einfach ein Benchmark bezüglich der p-states statt nur dumm herumzuphilosophieren das es ja eh keinen Unterschied machen würde?
THG war nicht zu faul:
http://ht4u.net/reviews/2009/athlo [...] ndex13.php
Das momentan noch fehlerhafte CnQ kostet 10-15 % Leistung aber passt euch eh besser ins Bild wenn ein AMD Prozessor schlecht abschneidet...
Schöner Vergleich, danke Kann mir hier irgendeiner erklären, warum der X4 905e bei Volllast 23 Watt (!) weniger braucht als der X3 705e?? Ich hatte gehofft, im Artikel würde drauf eingegangen werden, war aber nicht der Fall.
Dasselbe Phänomen hatten wir ja auch schon beim Launch der AM3-Plattform beobachten können.
AMD meinte dazu, dass es an der Fertigungsstreuung liege. Möglicherweise ist der abgeschaltete Kern aber eben nicht so "tot", wie AMD es gerne hätte - dafür spricht ja auch, dass man ihn auf manchen Boards wiedererwecken kann. Also zieht er auch Strom. Warum er aber mehr verbraucht, als ein echter Vierkerner, ist nicht ganz klar. Wir sind noch dabei, dem auf den Grund zu gehen. Wenn ich was neues von Chris höre, gebe ich Bescheid.
Mal wieder ein sehr sehr mieser Artikel von THG, wie sollte es auch anders sein.
Wow, danke für das Lob. Da weiß man gleich, warum man das ganze Wochenende durch gearbeitet hat.
Und extra, um uns das zu sagen, bist du dem Forum beigetreten? Erster Post und dann gleich so was. Als mache da jemand Werbung für andere Artikel...? Sehr subtil! Großes Lob!
Ob du da nicht was verdrehst? Siehe vorheriger Post.
Schöner Vergleich! Habs mir gleich im Hinterstübchen notiert.
Weiter so!
da der normale PII X3 mehr strom braucht als der x4 wärs interesant was der x2 braucht. hab ich des übersehen ?
warum hat amd nicht vom normalen PhenomII 2 kerne vom Die weggelassen und vieleicht noch den level 3cache? wäre eine noch brauchbare cpu entstanden.
aber dieses athlon II ding zusammengestutzt und beschnitten wird keiner einzeln kaufen und in seinen rechner stecken, kann man vieleicht in saturnrechner einbauen aber ups da ist ja nur intelinside..
da der normale PII X3 mehr strom braucht als der x4 wärs interesant was der x2 braucht.
Wie gesagt, wir gehen dem Phänomen mit dem Stromverbrauch nach. Chris hat inzwischen auch von AMD gehört - er bekommt in Kürze ein neues BIOS und will sich dann den Athlon II X2 noch mal anschauen. Vorher vergleicht er auch noch mal Stichprobenweise einige der Benchmarks mit und ohne CnQ. Danach dann sowieso noch mal.
Phenom II X2 und X3 sind sozusagen "Abfallprodukte", bei denen die abgeschalteten Kerne nicht den Validierungsprozess bestehen. Also schaltet man sie ab. Damit dämmt man aber nur die Verluste ein: Lieber einen Prozessor mit ein paar abgeschalteten Cores verkaufen, als den Die wegschmeißen und komplett miese machen.
Für den Athlon II X2 lohnt sich das nicht - dafür ist die Die-Fläche des Phenom II zu groß und eben zu teuer. Genau deshalb bekam der Athlon II X2 sein eigenes Kern-Design. Das ist viel kleiner und somit für AMD preiswerter zu produzieren. Nebenbei kann man eben auch von der Performance her gut segmentieren. Und wie du richtig sagst - große OEMs wollen auch Preiswerte CPUs!
Bitte ergänzt die Benchmark Ergebnisse mit x4 also wenn alle 4 kerne aktiv sind Danke
Bitte ergänzt die Benchmark Ergebnisse mit x4 also wenn alle 4 kerne aktiv sind Danke
Gerne - aber bei welchem Benchmark fehlen sie dir denn?
Ich denke mal RAD meint damit generell eine Unterscheidung zwischen dem "Phenom II X2 550 BE mit 2 aktiven Kernen" und "Phenom II X2 550 BE mit 4 aktiven Kernen" bei Standardtakt. wäre interessant zu wissen wieviel Mehrleistung das ergibt, wieviel Strom er nach dieser "Maßnahme" aufnimmt etc. ;-)
genau MuckeFug

Phenom II X2 550 BE vs Phenom II X4 550 BE vs Phenom II x4 955Be
wäre für mich mal interessant
@RAD - Leite ich gerne an Chris weiter. Das wäre in der Tat interessant! Danke für die Anregung.
Mich hätten Übertaktungsergebnisse vom 905e interessiert... Habt ihr das nicht ausprobiert?
Lohnt sich ein Phenom II x4 905e oder sollte ich eher den Intel Core 2 Quad Q9450 bevorzugen? Ich möchte gerne mit der Virtualisierung herumspielen, spielen etc. tue ich nicht (Soll eher eine Experimentier- bzw. Renderkiste werden)
nimm den Phenom II x4 905e ist bestimmt günstiger lässt sich besser übertakten( AMD lässt sich wieso besser takten als Intel)