Pioneer Avic-D3: Dauertest eines Multitalents

07:34 - 22/05/2007 von Frank Völkel

Bis in die landschaftlich reizvollen Alpen-Gefilde hatte das Pioneer Avic-D3, eingebaut in einem Mazda MX-5 MZG Roadster, die Redaktion auf Testfahrten begleitet. Vom ersten Kilometer an beeindruckte das Gerät durch gute Grafikdarstellung, hohen Kontrast und klar verständliche Frauenstimme, die über die Lautsprecher in den Innenraum drang. Auch bei frühsommerlichem Temperaturen und starkem Lichteinfall der Sonne, in den Alpennahen Regionen auch dieses Jahr wieder kein Einzelfall, konnte der mit 6.1-Zoll-Diagonale ordentlich dimensionierte Bildschirm mit guter Ablesbarkeit und Kontrast überzeugen. Nur bei sehr flach einfallender Abendsonne und geöffnetem Verdeck wurde die Darstellung gestört. Kleine Örtchen am Starnberger See lassen Herzschlag und Blutdruck zurückgehen - der digitale Lotse übernimmt die Leitung, Zeit zum Genießen der Landschaft. Dieser Test unterscheidet sich deutlich vom Anfang des Jahres durchgeführten Vergleich Mehr Details, besserer Sat-Empfang: 7 GPS-Navis im Test. Für Schnellfahrer empfiehlt sich der Artikel Fernsehen im Auto: Tagesschau bei 160 km/h.

Langjährige Leser werden an dieser Stelle denken: Avanciert THG jetzt zum Auto-Testmagazin? Nicht ganz, denn immer mehr IT-Technik landet im Auto. Letzten Endes besteht ein Multimedia-Navi auch nur aus Komponenten wie DVD-Laufwerk, Prozessor, Speicher, Radio-Tuner, GPS-Empfänger und TFT-Display.

Kombigeräte wie das Pioneer Avic-D3 (Avic steht für Audio/Video/Information/Communication) vereinen Navigation und Radio mit großem Bildschirm samt hochauflösender Grafik mit Dreingaben wie MP3-Wiedergabe per iPod und Kino-Entertainment sowie die Akzeptanz vieler Videoformate wie MPEG-4, DivX und MPEG-2. Zusätzlich lassen sich beinahe beliebige Video- und Audio-Quellen anschließen. Durch den ausreichend großen internen Speicher, wo sämtliche Daten des zu befahrenden Gebiets mit einer gewissen Pufferung abgelegt sind, kann die Navigations-DVD während der Fahrt durch eine Film-DVD getauscht werden.

Unser Testsystem war mit einem iPod-Adapter (CD-I200-Kabel) samt Apple-Player ausgestattet, der im Handschuhfach des Fahrzeugs Platz fand.

Bei Fahrten in lang gezogenen Tunneln, wie beispielsweise dem Münchner Petuel-Tunnel oder dem Farchanter Tunnel bei Garmisch-Partenkirchen, wo keine Funkverbindung zu den Satelliten aufgebaut werden kann, meisterte das Pioneer Avic-D3 problemlos seinen Lotsendienst. Eine besondere Herausforderung besteht für die meisten Navigationsgeräte dann, wenn in Unterführungen oder Tunneln mehrspurige Abzweigungen den integrierten Rechner auf die Probe stellen. Erfahrungsgemäß versagen hier die meisten Off-Board-Navis, die in letzter Zeit immer zahlreicher - optisch entgleisend mit einem Gummisauger an der Frontscheibe befestigt - anzutreffen sind.

Kann man dem Pioneer edles Antlitz zusprechen? Zumindest passt die schlichte Optik mit einem schwarz glänzenden Rahmen gut in unser Testfahrzeug, einem Mazda MX-5 MZG Modelljahr 2007. Die insgesamt vier wenig konturierten Tasten weisen ein ordentliches Maß an Solidität auf, so dass auch nach vielen Betätigungen und jahrelangem Einsatz die Funktionalität gesichert sein sollte. Blind lassen sich diese Tasten jedoch nicht wie bei den meisten Werksgeräten bedienen, so dass der Fahrer kurz vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. Und wo wir gerade beim Thema Tasten sind: Viele Fahrzeuge sind heute mit einem Multifunktions-Lenkrad ausgestattet, welches die Fernbedienung des Radios bzw. der Navigationseinheit erlaubt. So verfügte auch unser Testwagen über entsprechende Tasten, die jedoch das Pioneer nicht ansprechen konnten. Hier sollte die CAN-Bus-Anbindung besser gelöst werden, da viele Fahrer auf dieses Komfort-Feature nicht mehr verzichten wollen.


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Kommentare zum Beitrag
abacab81 22/05/2007 19:07
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Danke für den ausführlichen Test!

Laut Auskunft dieses Forums funktionieren auch die Lenkradtasten mit Adapter:

http://forum.miata.net/vb/showthre [...] ost2441737

Könnt Ihr vielleicht noch ein paar Zeilen zur ipod-Integration schreiben? Wie langsam ist das Scrollen denn? Wie kann man die Titel direkt anspringen?

Kann man den Kritikpunkt wegen der Unterbrechung bei Verkehrsfunknachrichten durch die beschriebenen Einstellungen im Menu komplett beseitigen?

abacab81

audience 23/05/2007 15:35
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Das Durchsuchen der Alben dauert - wie in unserem Fall - recht lange, wenn 170 CDs auf dem iPod gespeichert sind. Da schafft die Anwahl per Direkteingabe Abhilfe, allerdings muss man dann genau wissen, was gehört werden soll. Für die Direktwahl gibt es einen Menüpunkt.

Die Unterbrechungen durch Verkehrsfunknachrichten lassen sich in den "Einstellungen" konfigurieren.

Viele Grüße

Frank Völkel
www.thgweb.de

Anonymer Nutzer 16/05/2008 17:13
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Das Avic D3 ist der letzte scheiß für das Geld ist es überhaupt nicht wert die Navi funktion ist grotten schlecht ein Navi für 200? wäre selbst besser ich kann das Radio überhaupt nicht empfehlen und dafür habe ich 1400? mit einbau bezahlt ich bereue den tag wo ich es gekauft habe!

Anonymer Nutzer 12/06/2008 22:41
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Na so schlecht ist es ja doch nicht. Überprüfe mal ob das Tachosignal richtig anliegt. Denn das Navi läuft auch ohne Tachosignal, spinnt dann aber manchmal.

Anonymer Nutzer 10/08/2008 12:19
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Nach fast 15 jahre Treue zu Hersteller-Navis von Mercedes, Audi und letztendlich Nissan, ist man was Qualität angeht schon etwas verwöhnt.
Doch bei einem Funktionsumfang des F900BT muss bei den Hersteller-Navis viel aus der Zubehörliste hinzugenommen werden. So kommt schnell der doppelte Preis, bei gleichen Funktionsumfang zusammen.

Einschalten:
Der erste Eindruck "Man braucht das Ding lange bis es hochfährt" ist nicht gerade positiv. Man fährt schon 2-3 Blocks weit, bevor überhaupt ein Ziel eingegeben werden kann. Bei einem Diesel, der vorglüht, startet das Gerät gleich Zweimal, weil die Bordelektronik beim anschließenden starten abgeschaltet wird.
Da denkt man leicht an die alte PC-Zeit ohne Schnellstart zurück.

Funktionsumfang:
Jedoch entschädigt der Funktionsumfang das Manko. Filme, Musik von SD, iPod, iPhone oder USB-Platte klappen fast problemlos. Legendlich vom iPhone (nicht vom iPod) werden die Videos nicht wiedergegeben. Der Frontseiteige Video/Audio Eingang funktioniert auch einwandfrei mit Standard-Kabeln.

Bedienung:
Die Hauptfunktionen in den Menüs sind einfach strukturiert und leicht zu finden. Wer jedoch Balance, Fader und Lautstärke für Navi einstellen will, muss sich schon mal durchwurschteln.
Wenn das Gerät mit Naviberechnung beschäftigt ist, erfolgt die Bedienung etwas schleppend. Der Tastenton sollte unbedingt beachtet werden, da die Reaktion schon mal 2-5 sek. dauern kann und sonst bei mehrfachen drücken leicht eine Doppelbedienung statt findet.

Lautstärke:
Ja, dafür ein extra Bemerkung? Naja, von vielen Geräten ist der Bediener gewöhnt den zentralen Lautstärkeregler zu nutzen. Nicht beim F900BT. Infodurchsagen und Musik läßt sich regeln. Navis, POI-Durchsagen und Telefonlaustärke muss über's Touch bedient werden. Teilweise in irgendwelchen Untermenüs. Wird Musik von SD angehört, kommen die Lautstärkeeinstellung komplett durcheinander. Erschreckend laute Naviansagen und superleise POI-Ansagen.
Hier muss unbedingt noch Abhilfe von Pioneer geleistet werden.

Navigation:
Der erste Eindurck. Die Frau muss Sprechperlen bekommen haben. "Links abbiegen in 980 Meter", "Links abbiegen in 340 Meter" "Links abbiegen in 120 Meter". Da sollte Mann, Frau schon ein gutes Längengefühl haben.
Die Strassen sollten in stärkeren Farben wiedergegeben werden. Auf den ersten Blick sind nicht alle Strassen erkennbar. Insbesonders Nebenstrassen in Feldern sind kaum zu erkennen.

Telefon:
Anbindung des iPhones ist problemlos. Die größe des Telefonbuches ist natürchlich, wie bei allen anderen Navis, zu klein. Erstrecht wenn im Betrieb automatisch die komplette Kontaktdatenbank aufs Handy geladen wird.
Mit dem externen Mikrofon ist die Kommunikation deutlich und klar.
Die Wahl über die Kontakte ist einfach. Wenn jedoch unter einem Namen mehrere Rufnummern abgespeichert sind, können diese auf dem F900BT nicht unterschieden werden. Legendlich die Reihenfolge auf dem Handy, ist die gleiche wie im F900BT.

Video:
Der eingebaute DVD-Player spielt alle gängige Formate in guter Qualität. Video's von iPod (Rückseitiger AV-Eingang) oder andere Quelle, SD-Karte, USB-Platte und frontseitigen AV-Eingang sind problemlos. Ein weitere Eingang steht für weitere Bildschirme zu Verfügung.
Ein integrierte Ansteuerung für ein DVB-T-Fernsehempfänger würde das Bild abrunden.
Ein separater Eingang kann für die Orginal-Zubehör- oder beliebige Rückfahrkamera verwendet werden.

Einbau:
Da im Fahrzeug die Radiovorbereitung mitbestellt wurde, musste nur der Steg zwischen den beiden DIN-Einschüben entfernt werden. Mit etwas Suche, konnte auch ein CAN-Bus-Adapter vermieden werden. Die Lenkradfernbedienung wurde weggelassen, soll jedoch angeblich über ein speziellen Adapter integrierbar sein.
Angeschlossen wird über Standard-DIN-Stecker. Auch hier musste kein Adapter verwendet werden.
Laut Verkäufer stehen leider nicht in jedem FAhrzeug genügend Platz im Einschub zur Verfügung, somit kann das Gerät schonmal 1-2 cm hervorstehen. Mit den beigefügten Montage-Zubehör ist auch dieses kein Problem.

Fazit:
Eine gute Wahl für diesen Preis. Wenn die angesprochene Probleme beseitigt wäre, könnten man die Navis der Hersteller einpacken. Technikbegeisterte und Personen, die sich durch die umfangreiche Bedienung nicht abschrecken lassen, werden nicht entäuscht.

Kommentare auf dieser Seite geschlossen.
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