Der Kraft eigenem Kenntnisstand zum IT-Verantwortlichen mutierte Mitarbeiter eines kleinen Unternehmens erinnert sich vermutlich nur zu gut an folgende oder eine ähnliche Unterhaltung mit seinem Vorgesetzten:
MA: "Chef wir bräuchten dringend einen kleinen Server. Damit lässt sich die Zusammenarbeit der Kollegen effektiver gestalten und organisieren. Außerdem können wir darauf wichtige Projektdaten sichern und eventuell auch noch den Emailverkehr darüber abwickeln."
Chef: "Wir haben jetzt seit Jahren keinen Server gebraucht, wieso gerade jetzt? Verwenden Sie doch einfach einen der PC zur Datensicherung. Server sind viel zu teuer. Organisieren Sie lieber einen PC den wir als "Server" nutzen können."
MA: "Aber...."
Chef: "Schmid?! Ich habe eine noch bessere Idee. Kaufen Sie alle Komponenten, sowie ein Gehäuse und schrauben Sie selber einen Server zusammen. Kommen Sie Schmid, das haben sie drauf. (*Schulterklopf*) Ob Sie nun in den Arbeitspausen Däumchen drehen oder mal schnell so eine Kiste zusammenschrauben, macht doch keinen Unterschied. Ich zahl' Sie ja sowieso!...- Kleiner Scherz! Hehe..."
Tja an dieser Stelle irrt unser Vorgesetzter aber gleich zweimal gewaltig. Zum einen "schraubt" man einen Server nicht mal eben so zusammen. Zum anderen gibt es einige weitere gute Gründe, die für den Erwerb eines fertigen Server-Systems sprechen. Diese lassen sich mit folgenden Stichpunkten grob um reißen:
Hardware und Software des Systems sind auf Kompatibilität getestet Kostenvorteil Höhere Ausfallsicherheit auf Grund eines bei Kauf definierten SupportsWas mit Punkt Eins gemeint ist liegt eigentlich auf der Hand: Hersteller von Servern testen vor Auslieferung das System ausgiebig, und führen auch Kreuztests mit Hardware durch, die als Erweiterung von Ihnen angeboten wird. So ist gewährleistet, dass bei einer späteren Erweiterung das System immer noch stabil läuft. Ein einzelner, eigener Mitarbeiter kann dies nicht leisten.
Darüber hinaus bietet das Zusammenschrauben durch einen Mitarbeiter nur bei kurzsichtiger Denkweise einen "Kostenvorteil". Denn eine "Kiste" zusammenzuschrauben ist eine Sache. Zu den Kosten für Hardware und Arbeitszeit addieren sich nämlich auch noch jene für Betriebsystem und Applikationssoftware. Die Summe beider Aufwendungen liegt beim Eigenbau meist höher als bei einem Server von der Stange. Tja und weil auch der beste Mitarbeiter weder Kreuztests durchführen kann, noch mit vertretbarem Aufwand in der Lage ist zur überprüfen, wie es um die Langzeitstabilität seiner Eigenkreation unter thermisch schwierigen, weil anspruchsvollen Rahmenbedingungen aussieht, erweist sich der vermeintlich günstige Eigenbau in der Endkonsequenz nicht selten als üble Kostenfalle. Nicht zu vergessen der Arbeitsaufwand und Ärger welcher auf unseren Herrn Schmid zukommt, wenn die Kiste mal ganz ausfällt oder die "falsche" Festplatte des leider falsch konfigurierten RAID-Systems plötzlich krepiert.
Also liebe Chefs: Bitte nicht böse sein. Aber wenn Ihnen Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter was wert sind "sparen" Sie nicht an der falschen Stelle. Denn in der Regel werden sie drauf zahlen bzw. sie sparen gar nichts wie sie gleich sehen werden.
Server von der Stange: Besser ist er schon, aber auch wirklich günstiger?
Nachdem wir bis hierhin und in epischer Breite, aber wie ich finde auf recht amüsante Weise, aufgezeigt haben, dass der Server im Eigenbau für Kleinunternehmen nicht wirklich lohnt, möchten wir Ihnen in einigen Bildern und wenig Text einen typischen Einstiegserver für kleine Unternehmen vorstellen. Exakt diesen Server planen wir, wenn er sich bewährt, auch bei zukünftigen Live-Tests einzusetzen.
