Die wichtigsten Speichertimings betreffen CAS Latency (CL), RAS-to-CAS-Delay (tRCD ) und RAS-Precharge-Time (tRP ). Auf vielen Speichermodulen finden sich Angaben wie PC2700-2,0-2-2,0 oder PC3200-3,0-3-3,0. Dabei handelt es sich um den Speichertyp und in den folgenden drei Ziffern um die Werte für die genannten Timings. Andere Hersteller begnügen sich mit der Angabe der CAS Latency wie CL 2,0 oder CL 3,0. Dies ist zwar ein entscheidendes Leistungsmerkmal, doch die anderen Parameter bleiben verborgen. Ein gravierender Nachteil, haben doch auch die übrigen Einstellungen ähnlichen Einfluss auf die Systemleistung. Am Beispiel der Performance beim MPEG-4-Encodieren zeigen die Benchmarks die Einflüsse der Timing-Optionen. Eine Übersicht mit den wichtigsten Timing-Parametern, kurzen Erklärungen und Hinweisen auf die optimalen Einstellungen findet sich zusätzlich am Ende des Artikels in "Bios-Einstellungen zum Speicher-Tuning".
Finden sich auf dem Speicherriegel selbst keine klaren Informationen zu den möglichen Leistungswerten, können die Daten bei Modulen von Markenherstellern aus den Datenblättern im Internet entnommen werden (siehe "Speicheranbieter").
Zum Verständnis der Timing-Parameter gilt es, sich die Abläufe beim Speicherzugriff zu vergegenwärtigen. Das Diagramm "Speicher-Timings" gibt einen Überblick. Ein Lesevorgang startet, indem der Controller des Mainboard-Chipsatzes das Speichermodul wählt, welches die Daten enthält. Der Controller steuert den passenden Chip auf dem Modul und dessen Inhalt an. Die Zellen des Chips sind in Matrix-Form organisiert und werden über eine Zeilen- und Spaltenadresse adressiert. Jeder Knotenpunkt stellt ein Speicherbit dar.
