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Kurz vor der Fussball-WM: Premiere wieder geknackt
Software statt Karte

Wieder gehackt: Der Bezahl-Fernsehsender Premiere
Es ging wie ein Lauffeuer durch einschlägige Foren. Seit einigen Tagen ist der Bezahl-Fernsehsender Premiere erneut einem Hacker-Angriff unterlegen. Insider haben heute der THG-Redaktion erfolgreich demonstriert, wie TV-Karten und Set-Top-Boxen wie die dBox2 in die Lage versetzt werden, fast den vollständigen Programm-Inhalt des Senders kostenlos zu empfangen. Die Freischaltung ist also gelungen. Ausgenommen sind lediglich die HDTV-Kanäle, da diese über ein zusätzliches Digital Rights Management (DRM) verfügen. Das fatale dabei ist, dass in knapp 10 Tagen die Fussball-WM startet, wobei Premiere alle Spiele via IPTV überträgt. Zumindest bis zum Sommer ist Premiere mit seinen Programmen für die Fans interessant, denn ab August verfügt der Konkurrent Arena über die neuen Übertragungsrechte der Bundesliga.
THG berichtete schon in der Vergangenheit über dieses Thema. Entsprechende Artikel dazu gibt es hier:
Sucht nach Pay TV: Ein Hacker packt aus Digitale TV-Karten für den PC: Pay-TV und MPEG-Aufnahmen auf Festplatte Idealer Ersatz für die D-Box: PremiereWorld mit Humax IRCI-5400 Upgrade von digitalen TV-Karten: Mit Kartenleser zu PremiereWorld & Co. Attacke gegen Premiere & Co: Pay-TV ohne Smartcard DBox 2 im Debug-Modus: Öffnung für alternative Linux-Software Mythos D-Box: Auferstehung zu neuem Kult D-Box 2 vernetzt: Timer-gesteuerte Filmaufnahme auf FestplatteDas Hacking von Premiere ist nicht neu, denn schon seit Oktober des vergangenen Jahres sind so genannte Cerebro-Piraten-Karten im Umlauf, die die Nagravision-Verschlüsselung des Premiere-Fernsehprogramms und weiterer Programmanbieter aushebeln. Gegen Anbieter von Cerebro-Karten wurden bereits einige Ermittlungsverfahren eingeleitet, da diese durch das illegale Aufspielen von Hacking-Software scharf gemacht werden können. Die ersten Attacken auf den Bezahl-Fernsehsender gab es allerdings bereits im Jahr 2000.
Unsere Quellen berichten, dass das momentan benutzte Prinzip fast das gleiche wie vor Jahren ist: Die legale Betriebssoftware für eine Set-Top-Box (z.B. die DBox 2 mit Linux-basierendem OS) oder eine DVB-TV-Karte wird durch einen Hacker-Patch dahingehend geändert, dass ein so genannter Key-Emulator die üblichen Aufgaben des Conditional Access Moduls (CAMs) via Software übernimmt. Dieser liefert dann die notwendigen Control Word Schlüssel, um das Signal zu decodieren. Bislang war es den Hackern nicht gelungen, den Algorithmus für das aufwendige Verschlüsselungsverfahren Nagravision 2 zu knacken.
Mittelfristig muss sich Premiere deshalb Gegenmaßnahmen wie Schlüsseländerungen oder einen Abo-Kartentausch einfallen lassen, um die Schwarzseher zu bekämpfen. Premiere selbst will mit aller "juristischer Härte" gegen die Angreifer vorgehen.
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