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Funketiketten statt Strichcode: Einkaufen in der Zukunft
Inhaltsverzeichnis
- 1 – Supermärkte ohne Verkaufspersonal: Chip unter der Haut
- 2 – Metro: Seit 2004 Funkchips im Einsatz
- 3 – Metro, Fortsetzung
- 4 – Technologie: So funktioniert RFID
- 5 – Aktive und passive Chips

Keine Fiktion - Funkchips, kaum größer als ein Reiskorn, sind bereit für die Platzierung unter der Haut. Das ruft viele Bedenkenträger auf den Plan.
Nicht nur die Kollegen klagen laufend, dass die Öffnungszeiten von Geschäften nicht ausreichen. Wie oft passiert es, dass man kurz nach 20 Uhr vor verschlossenen Türen steht. Dabei wäre es so einfach und der Großeinkauf mitten in der Nacht gar kein Problem: Im Supermarkt um die Ecke findet sich alles was man braucht. Der Griff in die Kisten und Regale geht schnell vonstatten, die Stimme vom Display des Einkaufswagens bietet zusätzliche Informationen. Und vorbei geht es an der Scanner-Kasse ohne Wartezeit. Diese liest den Inhalt des Warenkorbs automatisch und kann dabei auch gleich den Rechnungsbetrag vom Konto oder der Kreditkarte abbuchen. Und selbst nach Mitternacht offeriert der Supermarkt Sonderaktionen, die es zu Tageszeiten noch nicht gab. Dieses Szenario ermöglichen kleine Funkchips, die an sämtlichen Produkten kleben und den herkömmlichen Strichcode ersetzen. Mehr noch: Ein geschlossenes Informationssystem verbindet die gesamte Warenlogistik mit den Chips an den Produkten im Supermarkt.

Angela Merkel mit einem Einkaufswagen für Produkte, die mit einem Funkchip versehen sind. Sie läuft an einem Scanner vorbei, der berührungslos Waren erfassen kann.
Doch längst sind Funkchips vielseitig im Einsatz: Die Eintrittskarten für die Fußball-WM in Deutschland 2006 enthalten einen so genannten RFID-Chip. Auch in Videotheken oder Büchereien sollen Chips das Ausleihen stark vereinfachen. So wurden beispielsweise in München bereits einige Filialen der Stadtbibliothek umgerüstet. Bis 2009 sollen sich die Leser in allen 25 Stadtbibliotheken per RFID-System automatisiert Bücher ausleihen können. Beim Skipass oder Eintritt ins Schwimmbad und öffentliche Verkehrsmittel, bei Schließanlagen oder der Wegfahrsperre im Auto sind sie bereits Realität: Kleine Chips auf einer Karte übernehmen die Zugangskontrolle. Bei Sportveranstaltungen haben die Athleten in den Schuhsohlen integrierte Chips, damit die Messung vieler Teilnehmer beim Zieleinlauf einwandfrei funktioniert.

In diesem Glasröhrchen steckt der gesamte Aufbau: Eine Spule zur induktiven Spannungserzeugung und ein "Chip" samt Antenne als Sendeeinheit. Der Speicher variiert und hängt von der Anforderung ab. Ob sich kurzfristig viele Leute diesen Chip implantieren lassen ist fraglich.
Die nahe Zukunft sieht sogar vor, Chips mit entsprechender Speicherkapazität unter die Haut zu transplantieren. So können wichtige Daten beispielsweise über die Gesundheit einfach und kontaktlos abgerufen werden - doch was sagen die Patienten dazu? Das US-Unternehmen Verichip hat bereits entsprechende Chips parat, die von ihren Abmessungen her etwas größer als ein Reiskorn ausfallen und sich ohne Probleme unter der Haut positionieren lassen. Dabei ist nicht einmal eine zusätzliche Stromversorgung zum Auslesen notwendig - nicht wie ursprünglich angedacht - durch Blutzuckerumwandlung. Der Chip unter der Haut funkt durch dicke Kleidung an den Scanner, der sich in einem Abstand von etwa 50 Zentimetern befindet. In naher Zukunft könnten also bargeldlos sämtliche Waren und Eintrittsgelder über die Identifikation des Chips im Oberarm bezahlt werden.

