Röhrentechnologie, Fortsetzung

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19:00 - 05/05/1999 von Hermann Eiden

Vor dem Phosphor, auf dem der Elektronenstrahl auftrifft, befindet sich ein (Metall-)Filter, eine Maske. Diese Loch- oder Streifenmaske durch die der Strahl auf den Leuchtstoff gelangt, wirkt wie eine Schablone, die dafür sorgt daß wirklich klar erkennbare Bildpunkte entstehen und kein verwaschenes Gebilde durch sich überlappende, leuchtende Elemente. Je feiner diese Schablone gearbeitet ist, desto feiner sind die sichtbaren Punkte bzw. desto kleiner der Abstand zwischen den einzelnen Punkten (Punktabstand oder englisch: dot pitch) - ein sehr wichtiges Kriterium für die Güte des Monitors. Dieser Abstand zwischen den Bildpunkten ist zusammen mit dem Masken- oder Schablonentyp - eine der markanten Größen eines Monitors. Denn davon hängt nicht nur die Feinheit oder die Genauigkeit der Darstellung ab, sondern auch die maximal darstellbaren Bildpunkte. Man braucht nur mal den angegebenen Punktabstand mit der Auflösung zu multiplizieren und wird bei so manchem 17-Zöller feststellen, das die 1280 Bildpunkte aus dem Datenblatt eigentlich nicht auf der Breite des Monitors darstellbar wären. Leider gibt es keinen "Standard" für die Angabe des Punktabstands und so mancher Hersteller gibt den Lochabstand der Maske an, andere messen den Abstand in einem anderen Winkel etc. Nichts desto trotz ist der Punktabstand entscheidend für die möglichen Auflösungen und auch die Genauigkeit der Darstellung.

Bild 2: Der Punktabstand bei Displays - links Aperture Grill, mitte Lochmaske, rechts Streifenmaske

Die Maske mit dem Namen Aperture Grill wurde von SONY entwickelt. Dabei werden sehr feine Drähte vertikal "gespannt" und mittels 2 horizontaler Drähte stabilisiert. Diese horizontalen Drähte waren früher auch eines der "Markenzeichen" der Trinitron Serie. Mitsubishi's Diamondtron Serie basiert auf der gleichen Technologie, allerdings benutzt Mitsubishi 3 Elektronenkanonen für die unterschiedlichen Phosphortypen, während SONY nur eine Kanone mit drei unterschiedlichen Strahlen einsetzt. Der wesentliche Vorteil der Aperture Grill Technologie liegt in der Anordnung des Phosphors. Diese ist in Streifen aufgebracht und stellt eine größere erreichbare Fläche dar als bei anderen Masken - entsprechend größer ist die Bildhelligkeit. Durch den Einsatz von sehr dunkel eingefärbtem Glas kann zusätzlich der Kontrast erhöht werden. Dieser Monitortyp zusätzlich heizt sich nicht so stark auf, wie die ebenfalls weit verbreitete "Shadowmask". Die Shadowmask besteht aus einer Metallplatte, die - wie ein Sieb - mit entsprechend vielen Löcher oder neuerdings Schlitzen (Schlitzmaske, u.a. unter dem Namen Cromaclear - NEC - zu finden) versehen ist. Diese Löcher oder Schlitze sorgen dafür, das die Strahlen nur die Phosphorteile treffen, die dafür vorgesehen sind.

Die Vorteile dieser Maskenart liegen im wesentlichen in dem extrem kleinen Punktabstand, der damit zu realisieren ist, was vor allem im Desktop Publishing Bereich von Vorteil ist. Hinzu kommt die Stabilität der Metallmaske gegenüber den "Drähten" der SONY Technologie, die sehr leicht auf äußere Einflüsse reagieren.

Herkömmliche Lochmaske links und Trinitron Streifenmaske rechts (Quelle: SONY)

NEC's CromaClear Technologie ist ein Versuch die Vorteile aus "Shadow Mask" und "Aperture Grill" oder Lochmaske und Drahtgitter zu vereinen. Ein Kompromiß, der nahe an die Präzision der Shadow Mask heranreicht und doch mehr Helligkeit, weil mehr Elektronen, zuläßt. Des weiteren ist es einfacher den Leuchtstoff "schlitzartig" anzuordnen, als in der bekannten Dreiecksanordnung der Lochmasken. Ein weiterer Vorteil gegenüber der Aperture Grill Technologie ist die klare Anordnung der Bildpunkte in horizontaler und vertikaler Richtung - dieses Manko führt zu verstärktem Aliasing oder Stufenbildung bei Aperture Grill Monitoren. Hitachis Ausrichtung zielt in die gleiche Richtung. Mit einem Dreieck aus ovalen Phosphorelementen versucht man die Lücken, die bei der Anordnung von runden Elementen entstehen, zu verkleinern.

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