Röhrenmonitore: Grundlagen und Kaufkriterien

19:00 - 05/05/1999 von Hermann Eiden

Angebote über sogenannte Billigcomputer überschwemmen nicht nur den US-Markt, sondern gehören auch zur täglichen Zeitungsbeilage in Europa. In den USA werden Komplettsysteme - d.h. PC inklusive Monitor - bereits für $499 verkauft, wobei der Anteil des Monitors satte $100 (15") ausmacht. Ein Trend, der einerseits die Verbreitung der PCs auch in weniger betuchte Haushalte beschleunigt, der andererseits allerdings auf Kosten der Anwender gehen kann; denn ein Anstieg von Quantität bringt immer eine Veränderung der Qualität mit sich. Gegen die günstigen PC-Preise ist grundsätzlich nichts einzuwenden, vor allem weil die Einzelteile ja vielfach sogenannte "Markenkomponenten" sind - was jedoch bis auf den Absender oftmals bezweifelt werden muß. Daß bei Billigsystemen dann vor allem am Monitor gespart wird, ist somit leicht verständlich. Ein "guter" 17-Zöller kostet im Einkauf doch gut und gerne 20-30% mehr als das günstige Modell aus der Zeitung. Der Kauf einer "Billigglotze" geht aber letztendlich sehr oft "ins Auge". Diese super günstigen Modelle kommen überwiegend aus Taiwan, mit Röhren aus China, erfüllen meistens sogar die angegebenen Normen und bringen selten mehr als 70 kHz oder 85 Hz bei einer Auflösung von 1024x768. Die Lochmasken dieser Monitore bieten derzeit einen Punktabstand von 0.27 mm oder mehr. Kurzum: hier wird Technologie von gestern auf moderne Normen (TCO95, TCO99 ...) aufgerüstet - und der Käufer akzeptiert dies, da der Preis stimmt. Eigentlich ist dies vor allem in Deutschland sehr verwunderlich, wo doch hierzulande kaum jemand eine 12 Monate alte Grafikkarte kaufen würde oder einen Prozessor - der i.A. nicht einmal 12 Monate auf dem Markt bleibt. Die teureren und zumeist hochwertigen Modelle benutzen überwiegend Röhren aus japanischer Fertigung, bzw. aus Südkorea, wo in puncto Preis und Qualität etwas unterhalb des japanischem Niveaus gefertigt wird.

Für TFTs ist das Szenario derzeit noch ein anderes, da die Nachfrage nach wie vor größer als das Angebot ist und die Qualitätsansprüche noch nicht voll entwickelt sind. Gründe für die eingeschränkte Lieferfähigkeit sind die nach wie vor hohen Ausschußraten vor allem bei Modellen mit größeren Diagonalen, sowie die fehlenden Produktionsstätten.

Aufgrund der Asienkrise wurden in den letzten beiden Jahren weitaus weniger Investitionen in Fertigungseinrichtungen getätigt als ursprünglich geplant. Eine kurzfristige Änderung ist auch nicht zu erwarten. Kaum mehr als eine Handvoll Unternehmen ist zur Zeit überhaupt in der Lage Panels zu fertigen, die größer als 15" sind. Diese Panels tauchen dann unter diversen Labels und Gehäusen im Markt auf.

Wir wollen nun an dieser Stelle - ähnlich wie mit unseren Berichten über andere Produktbereiche - eine Art Entscheidungshilfe geben, ohne uns in technische Details zu verlieren. D.h. erst einmal die wichtigsten Grundbegriffe und Technologien erläutern - und speziell das unter die Lupe nehmen, was unserer Meinung nach zur Auswahl wichtig ist.

Die erste Frage, die heute zunehmend in den Raum gestellt wird, lautet:

Anzeige
Kommentare zum Beitrag
Kommentare auf dieser Seite geschlossen.
Google Anzeigen
Anzeige
Mehr aus dem Bereich
 Testberichte über Bildschirme (PC-Monitore)
Alle Bildschirme (PC-Monitore) Tests

Newsletters


Ähnliche Themen
  • Ihre Probleme und Fragen zu Computer-Technik
  • Abschicken

Partner