Fazit: RAID XL ist mainstream-tauglich

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18:00 - 04/12/2003 von Patrick Schmid

Das erklärte Ziel, die Performance eines RAID 0 bei gleichzeitiger Datensicherheit eines redundanten Array-Modus wie etwa RAID 5 zu bieten, hat NetCell in den meisten Disziplinen tatsächlich erreicht. Möglich wird dies durch ein Verfahren, das auf RAID 3 basiert, jedoch dessen Flaschenhals geschickt weitet: RAID XL.

Zu aller erst müssen wir jedoch darauf hinweisen, dass sich diese Leistungen - wie von NetCell erwünscht - vor allem auf anspruchsvolle Desktop-Applikationen auswirken; nicht jedoch auf Serveranwendungen. Aufgrund des verwendeten SyncRAID-Verfahrens, welches auf 64 Bit großen Informationseinheiten basiert, können große Datenmengen unter geringem Aufwand für Redundanz gelesen und geschrieben werden.

Das bedingt jedoch auch, dass das Lesen und Schreiben kleinerer Datenblöcke, wie sie von Server-Applikationen oft verwendet werden, mehr Aufwand verursacht, da stets auf alle Festplatten zugegriffen werden muß. Die Folge ist eine deutlich reduzierte Anzahl an I/Os pro Sekunde.

In den für NetCell wichtigen Disziplinen schlägt sich der NC-5464 dagegen hervorragend: Mit fünf Festplatten arbeitet der NC-5464 zumeist schneller als das Konkurrenzprodukt von 3Ware. Interessant wird die Leistungsabgabe im Fall eines Festplattendefektes, denn das hat bei NetCell nur geringen Einfluß. Einen Nachteil hat RAID XL dennoch: Mit steigender Festplattenanzahl scheint sich auch die Zugriffszeit etwas zu vergrößern.

Wir halten eine Konfiguration mit drei Festplatten derzeit für am vielversprechendsten: Nicht wenige Anwender können sich vorstellen, aus Performancegründen mit zwei Festplatten im RAID 0 zu arbeiten. Ein hoher Anteil jedoch scheut den Aufwand und das erhöhte Defektrisiko. Ein RAID 1 dagegen erlaubt nur die Nutzung der Hälfte des Bruttospeicherplatzes, was ebenfalls nur selten eine Alternative darstellt. Vier Festplatten wäre ideal, allerdings wieder unter Platzverschwendung im RAID 01 oder 10, oder mit einem teuren Controller im RAID 5.

RAID XL dagegen scheint die Ideallösung zu sein: Mit drei Festplatten lässt sich die Performance eines RAID 0 mit zwei Platten erzielen, wohingegen nur auf ein Drittel des Gesamtspeicherplatzes verzichtet werden muß. Preislich ist dies daher die interessanteste Variante.

Es wird interessant sein, die Akzeptanz der NetCell-Technologie zu beobachten. Denkbar sind sowohl PCI-Karten wie die zum Test vorliegende Version, als auch kompakte und preisgünstige Lösungen zur Integration auf Hauptplatinen. NetCell hat mit RAID XL auf jeden Fall einen Weg geebnet, um mehrere Festplatten in einem PC zukünftig effizienter zu nutzen.

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