Kill SCSI, Vol. 2: NetCell vereint Performance und Datensicherheit im RAID
Inhaltsverzeichnis
- 1 – High-End RAID im Desktop-PC: NetCell SyncRAID / RAID XL im Test
- 2 – Die Zukunft: RAID bald überall?
- 3 – NetCell TurboDisk NC5464
- 4 – NetCell 6405: Die SyncRAID-Architektur im Detail
- 5 – Vergleich mit bisherigen Ansätzen
- 6 – NetCell TurboDisk NC5464: Die Praxis
- 7 – NetCell TurboDisk NC5464 - Management Software
- 8 – Testsystem

RAID ist in aller Munde. Erst Anfang November stellte RAIDCore eine neue Architektur vor, die im professionellen Einsatz die Kosten reduzieren und gleichzeitig Performance und Flexibilität steigern soll. Nur eine Woche später die nächste Ankündigung: NetCell will die Performance eines RAID 0 mit der Ausfallsicherheit eines RAID 5 gepaart haben. Das wollten wir natürlich genauer wissen.
Alle derzeit erscheinenden Produkte schlagen in die gleichen Kerben: Leistungssteigerung und Kostensenkung. Letzteres lässt sich derzeit vor allem dadurch erreichen, indem professionelle Anwendungen mehr und mehr auf Serial ATA anstatt auf SCSI zurückgreifen. Die angepeilte Leistungssteigerung hängt derweil mit der Tatsache zusammen, dass die letzten Festplattengenerationen nicht im gleichen Verhältnis an Tempo zugelegt haben, wie dies bei anderen Komponenten wie Prozessoren und Grafikkarten der Fall war.
Tatsächlich hängt die subjektive Empfindung der Leistungsfähigkeit eines Rechners maßgeblich vom Arbeitstempo der Festplatte bzw. des Festplattensubsystems ab. Ein einfacher und effektiver Ansatz ist das Aufsetzen eines RAID 0, in dem alterierend mit zwei oder mehr Festplatten gearbeitet wird - die Schreib-/Leseleistung wächst daher fast linear mit der Anzahl der verwendeten Laufwerke. Gleichzeitig wächst jedoch das Risiko eines Datenverlustes durch Defekt, denn bei vier mechanisch beanspruchten Bauteilen ist das Ausfallrisiko nun auch vier Mal größer als beim Einsatz nur einer Festplatte.
Als Gegenmaßnahme empfiehlt sich die Verwendung eines RAID 5, welches zwar eine zusätzliche Festplatte benötigt, jedoch auf alle Laufwerke abwechselnd Paritätsinformationen verteilt. Nur bedeutet der Zugriff auf das RAID in jedem Fall erheblichen Aufwand durch die sogenannte XOR-Einheit, welche diese Paritätsdaten erzeugt bzw. überprüft.
NetCell will quasi die eierlegende Wollmilchsau geschaffen haben, nämlich höchste Performance bei gleichzeitiger Ausfallsicherheit auf RAID-5-Niveau. Möglich wird dies durch die Reaktivierung eines fast im Vergessenheit geratenen RAID-Modus, namentlich RAID 3. Dabei wird eine Festplatte gezielt für die Speicherung von Paritätsdaten abgestellt, was bei vielen Festplatten einen Flaschenhals darstellt. NetCell hat diesen laut eigener Darstellung jedoch umgangen und tauft das neue Verfahren RAID XL.
