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Single-Core- Prozessoren schlagen Dual-Core-Promis

18:00 - 07/11/2005 von Patrick Schmid

Die Einführung der Dual-Core-Prozessoren Athlon 64 X2 von AMD und Pentium D von Intel stellt eine Trendwende bei der Prozessorarchitektur dar. Zwar werden zur Beurteilung der Prozessorleistung noch immer die herkömmlichen Charakteristika Grundarchitektur und Taktrate herangezogen, doch verschiebt sich der Fokus immer mehr in Richtung Parallelkonzepte. Die CPUs der Zukunft werden zwei und mehr Cores auf einem Chip vereinen, um durch die Aufteilung der Prozessoraufgaben die Performance zu steigern.

Es ist allerdings noch ein weiter Weg bis zu echten Parallelsystemen, da die meisten der heutigen Anwendungen die Vorteile der Dual- oder Multicore-Umgebungen nicht optimal nutzen können - was natürlich ebenso auf die Multiprozessor-Plattformen zutrifft. Das Problem liegt im heutigen Softwaredesign : Um mehrere Prozessoren nutzen zu können, muss Software auf unabhängigen Threads basieren. Nur dann kann ein Betriebssystem diese Threads auf alle verfügbaren Prozessoreinheiten verteilen, wodurch die Verarbeitungszeit in einem höheren Maß reduziert wird, als dies durch irgendwelche Taktratensteigerungen überhaupt möglich ist.

Wenn auch die überwiegende Mehrzahl der Software-Anwendungen noch nicht an die Computeranforderungen der Zukunft angepasst worden ist, so gibt es doch einen anderen, nicht unerheblichen Vorteil, den jeder Benutzer eines Dual-Core- oder Dualprozessor-Systems genießen kann. Denn selbst wenn eine bestimmte Anwendung so viele Ressourcen benötigt, dass dadurch einer der Chips komplett in Anspruch genommen wird, so steht der zweite Chip dann immer noch für zusätzliche Aufgaben zur Verfügung. Noch wichtiger ist aber, dass er für die Beantwortung von Benutzereingaben frei bleibt, wodurch jedes Multiprozessor-System äußerst reaktionsschnell wird.

Je professioneller eine Anwendung, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie bereits thread-optimiert ist. Wer nur an Reaktionsschnelle interessiert ist, der ist mit einem Pentium 4-Prozessor mit HyperThreading bestens bedient. Für diejenigen, die deutliche Performance-Steigerungen sehen wollen, ist ein Dualprozessor-System bisher die richtige Wahl gewesen - bis vor wenigen Monaten die ersten Dual-Core-Prozessoren auf den Markt kamen.

Wenn Sie sich fragen, welchen Prozessor Sie kaufen sollten, damit Ihr PC auch wirklich zukunftssicher ist, dann wäre ein Dual-Core-Prozessor im Einsteigerbereich zu empfehlen. Die Antwort wird allerdings viel komplizierter, wenn es sich um ein Hochleistungssystem handeln soll, da die Wahl zwischen einem mit einer CPU und zwei Cores ausgestatteten System und einer mit zwei Single-Core-Chips ausstatteten Dualprozessor-Maschine für einiges Kopfzerbrechen sorgt.

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