
Schematischer Aufbau des SiS 645DX-Chipsatzes: Gegenüber dem Vorgänger SiS 645 wurde lediglich die Northbridge ersetzt.
Im Dezember des vergangenen Jahres hatten wir bereits den SiS 645 Chipsatz im Vergleich zu den übrigen Bausteinen für den Intel Pentium 4 im Labor getestet. Nun hat der taiwanesische Hersteller das Speicherinterface überarbeitet sowie den Front-Side-Bus-Takt für den kommenden Pentium 4 auf 133 MHz erweitert. Die sonstigen Eigenschaften blieben vollkommen identisch - die IDE-Schnittstellen arbeiten weiterhin im Ultra-DMA/100-Modus und der USB-Controller setzt auf den 1.1 Standard. Diese Tatsache ist auf die identische Southbridge SiS 961 zurückzuführen. Das heisst: Ultra-DMA/133 oder USB 2.0 sind derzeit noch nicht verfügbar. Ein interessantes Feature für OEM-Hersteller ist die in der Northbridge integrierte Grafik, die für einfache Office-Applikationen mit 2D-Darstellung vollkommen ausreicht. Ambitionierte Anwender können per AGP-Slot eine leistungsfähige Grafikkarte verwenden.

Eine Besonderheit sind die 6 PCI-Slots, die durch volle IRQ-Unterstützung aufwarten können. Der maximale Speicherausbau liegt theoretisch bei 3 GB - eine eindeutige Aussage wird ein späterer Test von verschiedenen Platinen liefern. Auffällig während des gesamten Betriebs war die geringe Erwärmung der Northbridge, die im Gegensatz zu Produkten der Konkurrenz ohne aktiven Kühler auskommt. In Kürze planen die Hersteller Asus und MSI entsprechende Motherboards mit SiS 645DX-Chipsatz. So wird es zum Beispiel von Asus das P4S333 geben.
