Belichtung: Gute Ergebnisse, viele Wahlmöglichkeiten

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19:00 - 18/04/2006 von Jean-Pierre Roche

Wie alle hoch entwickelten Kameras verfügt auch die R1 über eine Vielzahl von Aufnahmemodi, darunter alle Standardmodi wie Programmmodus, Blenden- und Belichtungspriorität sowie manuelle Modi. Anfänger finden selbstverständlich auch eine vollautomatische "grüne" Position. Zusätzlich gibt es noch ein paar Szenenmodi, darunter die beiden praktischsten: Hochformat und Querformat. Darunter sollte sich für jeden Kenntnisstand das Richtige finden lassen.

Es überrascht nicht, dass man auch die drei Standardmodi für die Belichtungsmessung findet: Matrix, Mittelbetonte Integralmessung und Spotmessung. Aber im Gegensatz zu einer Spiegelreflexkamera bietet die R1 eine Echtzeit-Kontrolle über die Histogrammanzeige (die allerdings unserer Ansicht nach relativ unbrauchbar ist) und eine Anzeige der überbelichteten Bereiche (im menüaktivierten "Streifenmodus"). Über diesen Modus werden sich Amateurfotografen, die sich um die richtige Belichtung Sorgen machen, natürlich sehr freuen.

Für die Farbwiedergabe stellt Sony einen Standardmodus, einen "Vivid"-Modus mit leuchtenderen Farben im sRGB-Farbraum und einen Adobe RGB-Modus für alle bereit, die ihn nutzen können (er bietet einen umfangreicheren Farbraum, erfordert aber eine Software, die dies unterstützt). Beim Weißabgleich bekommt man das komplette Programm, mit einem Automatik-Modus, den Standardeinstellungen sowie zwei Modi zur manuellen Einstellung (sofortige Anpassung und Speichern eines Wertes). Der Automatikmodus funktioniert im Bereich zwischen 3400 K und 7000 K, der Manuell-Modus deckt 2000 K bis 10000 K ab. Damit bekommt man auch unter Bedingungen, die über den Normalfall hinausgehen, einen guten Ausgleich.

Der 10-Megapixel-Sensor kann auf verschiedene Empfindlichkeiten eingestellt werden, von ISO 160 bis 3200 und auf einen Automatikmodus. Und genau hier setzt sich die R1 von anderen Bridge-Kameras ab: Die Empfindlichkeit ist so sonst nur bei Spiegelreflexkameras einstellbar, weil man dank des größeren Sensors eine höhere Empfindlichkeit einstellen kann, ohne dass die Bildqualität zu sehr durch Rauschen beeinträchtigt wird. Mehr dazu später.

Blitz: Eingebaut oder extern?

Wie alle aktuellen Consumer- und Prosumer-Kameras bringt auch die R1 einen eingebauten Blitz mit. Dieser wird entweder automatisch oder manuell zugeschaltet und verfügt über die zu erwartenden Funktionen, wie z.B. Slow-Synch. Der Blitz kann bei Entfernungen zwischen 0,5 und 8,5 m und im Weitwinkel eingesetzt werden, sofern man den Auto ISO-Modus eingestellt hat, weil er naturgemäß über eine nur geringe Leistung verfügt. Wir fanden, er funktionierte sehr zufrieden stellend. Nur sehr wenige unserer Bilder waren überbelichtet, was durchaus nicht bei allen Kameras der Fall ist. Andererseits weist die R1 einen Fehler auf, der von Spiegelreflexkameras mit großen Objektiven nur zu bekannt ist: In Weitwinkelposition wirft die mitgelieferte Schutzabdeckung, sofern sie angebracht ist, einen Schatten auf einen Teil des Bildes! Das ist wirklich sehr schade, und man sollte meinen, dass so etwas bei einer "Allzweckkamera" wie dieser eigentlich nicht vorkommen sollte.

Bei einem externen Blitz, der auf eine Standardschiene am Kameragriff angebracht wird, hat man dieses Problem natürlich nicht mehr. Sony hat eigene Blitzgeräte im Angebot, aber im manuellen oder im Blendenprioritätsmodus kann man genauso gut ein Standard-Blitzgerät verwenden. Die Synchronisation funktioniert bei jeder Belichtungszeit, sogar bis 1/2000 Sekunde!

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