
Veröffentlichung voraussichtlich: Herbst 2005
Was ist bloß los mit dieser wankelmütigen Branche, in der jedes Jahr etliche Sportgames auf den Markt geworfen werden, an denen lediglich ein paar Namen und Zahlen geändert wurden und die sich dann wie warme Semmeln verkaufen, während absolut fabelhafte, originelle Titel ein paar Monate nach Veröffentlichung auf dem Wühltisch landen?
The Longest Journey war genau so ein Spiel, und auch wenn es sich hierbei um eines der besten Abenteuerspiel aller Zeiten handelt, wenn nicht sogar um das beste, verkaufte es sich so lausig, dass niemand mit einer Fortsetzung gerechnet hätte, bis 2004 verkündet wurde, dass wir mit Dreamfall beglückt würden.
Den Entwicklern (Funcom) schwebt so etwas wie eine Revolution der Art und Weise, wie wir Abenteuerspiele spielen, vor; daher ist Dreamfall ein vollkommen in 3D gestaltetes Game mit Anklängen an ein Abenteuerspiel in der dritten Person. Es kommt zwar nicht an Lara Croft ran, aber die Entwickler versuchen, das, was in einem Abenteuerspiel möglich ist, auszuschöpfen, indem sie die Welt um uns herum physisch öffnen.

So hoffen sie beispielsweise, der berühmt-berüchtigten "Pixeljagd" ein Ende zu setzen. Spieler von 2D-Spielen sind gut mit diesem Phänomen vertraut, bei dem man die Maus teilweise über jeden Zentimeter des Bildschirms bewegen muss, um einen essentiellen, "genial" versteckten Gegenstand zu finden. Funcom präsentiert uns ein "Fokus-Feld", das die Gegenstände, die der Charakter sieht und mit denen er interagieren kann, hervorhebt.
Mehrfache Problemlösungen sind nun viel eher möglich, und auch wenn die Entwickler kein komplett formatfreies Spiel versprochen haben, sagen sie, dass es für viele Puzzles eine Reihe von Lösungen gibt, die von simpel über komplex bis hin zu facettenreich reichen.

Da dies ein Abenteuerspiel ist, ist die Handlung natürlich äußerst wichtig und glücklicherweise gibt es davon ausreichend. Dreamfall wartet mit einer neuen zentralen Figur auf, einer ehemaligen College-Studentin. Die Geschichte von April Ryan aus dem Vorgängerspiel wird jedoch weitergeführt. Ort der Handlung ist ein futuristisch anmutendes Casablanca und beim Hin- und Herwechseln zwischen unserer Welt und "Arcadia" ist der Handlungsstrang komplex, und wenn das Spiel dem Original in diesem Punkt nacheifert, so werden wir beim Entwirren der Handlungsstränge auf unsere Kosten kommen.
Freunde von Abenteuerspielen erwarten in der Regel keine gefüllten Nikolausstiefel am 6. Dezember oder viele Geschenke bei anderen Gelegenheiten, aber solange sich die Leute tatsächlich die Mühe machen, raus zu gehen und dieses Spiel zu kaufen, werden sie von Dreamfall ganz sicher nicht enttäuscht sein.
