19:00 - 26/04/2005 von Stefen Niemeyer

Wie ist die Lage? Die Neugier bei Publikum und Arbeitskollegen auf Tablet PCs war auf der CeBIT 2005 deutlich zu spüren. Selbst im Alltag gibt es immer wieder sehr interessierte Nachfragen. Einige Argumente aus der Vergangenheit gegen Tablet PCs gelten nicht mehr: Die Zeiten, in denen wegen Kühlproblemen mit Intels Prozessoren die Transmeta -CPUs in den Tablet PCs dominierten sind lange vorbei. Performance-Probleme findet man nur noch in Ausnahmefällen.

Eine Baustelle ist noch die Display-Auflösung. Alle Hersteller bieten bisher bis auf den sehr teuren Toshiba M200 nur 1024x768 (XGA). Ein Lichtblick ist das neue Tecra M4, ebenfalls von Toshiba, das als erstes mit 14-Zoll-Bildschirm und 1400er-Auflösung auftrumpfen kann. Für Kunden mit dem Bedarf nach hohen Auflösungen am Gerät selbst ist die Auswahl daher sehr klein.

Von Dell war bereits im November zu hören, dass man ein Modell "im Labor" habe. Aber der Markt sei noch zu klein und die Performance der Rechner zu gering. Letzteres gilt sicher nicht mehr. Geräte mit schnellen Pentium M-Prozessoren, guten Laufzeiten und zum Teil herausragender Display-Qualität lassen sich für fast jeden passenden Zweck finden.

An der Bekanntheit der Tablet-PC-Plattform wird sich einiges ändern, da Microsoft endlich aufgewacht ist und das Land mit einer Kampagne überziehen will. Sie sollte allerdings sichtbarer sein als die Sonderseiten bei T-Online. Die Geräte sind für zahlreiche Einsatzszenarien im Firmen-, Gesundheits-, akademischen Bereich ausgereift. Zahlreiche Pilotprojekte sind erfolgreich abgeschlossen. Es gibt sogar einen ersten Internet-Shop, der ausschließlich auf Tablet PCs setzt: The Tablet Store . Er wird damit Spezialisten wie Holme oder Logic Instrument Konkurrenz machen.


Zeichen für den Aufschwung am Tablet PC-Markt: Der erste Internet-Shop hat bereits Pläne, in München einen Laden zu öffnen.
Prognose

Die Prognose lautet daher: Das Jahr 2005 wird für den Tablet PC den Durchbruch bringen. Die Aufwärtsentwicklung wird nicht leicht, sondern stark ansteigen. Nimmt man Dell, IBM oder Samsung bei ihren Argumenten und tritt der prognostizierte Aufschwung ein, wird mindestens einer der fehlenden großen Anbieter auf den sich kräftig beschleunigenden Zug aufspringen. Und der Papierbuch-Leser aus dem Starbucks wird spätestens im kommenden Jahr seinen Tablet PC im Supermarkt kaufen können.

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