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Telekom will 32.000 Stellen in drei Jahren streichen
Der massive Stellenabbau bei der Deutschen Telekom geht weiter: In den kommenden drei Jahren müssen noch einmal rund 32.000 Mitarbeiter in Deutschland den Konzern verlassen, wie die Telekom am Mittwoch in Bonn mitteilte. Die Hauptlast trage die Festnetzsparte T-Com, wo jede fünfte Stelle wegfalle. Darüber hinaus treffe es auch die IT-Sparte T-Systems und die Verwaltung. Gemäß einer früheren Vereinbarung soll es aber keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die Telekom bezifferte die Kosten für den Stellenabbau auf rund 3,3 Milliarden Euro, verteilt über drei Jahre. Die Gewerkschaft Verdi kündigte Widerstand an.
Der Stellenabbau erfolge über freiwillige Altersteilzeit und Abfindungen, erklärte Personalvorstand Heinz Klinkhammer. Für die Beamten des ehemaligen Staatsbetriebs sollten Gespräche mit der neuen Bundesregierung über eine Vorruhestandsregelung aufgenommen werden. Dadurch könnte die Telekom Kosten auf die Steuerzahler abgewälzen.
In die Kürzungen eingerechnet sind nach Angaben der Telekom rund 7000 Mitarbeiter der konzerneigenen Beschäftigungsgesellschaft Vivento, die ebenfalls gehen müssen. Sie würden künftig für andere Unternehmen tätig, etwa das Vivento Call Center. Das hausinterne Arbeitsamt beschäftigt derzeit rund 16.500 ehemalige Telekom-Mitarbeiter. Seit das Telefongeschäft vor zehn Jahren in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden war, strich der Konzern mehr als 100.000 Stellen. Derzeit arbeiten weltweit 244.300 Mitarbeiter für die Telekom, 170.000 davon in Deutschland.
Gleichzeitig plant die Deutsche Telekom etwa 6000 Neueinstellungen beim Aufbau des Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes und in den T-Punkten. "Der weltweite Umbruch der Branche, die rasante technologische Entwicklung und besonders der regulierungsbedingt harte Wettbewerb im Festnetz- und Breitbandbereich in Deutschland stellen den gesamten Konzern vor verschärfte Herausforderungen", erklärte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Einerseits müsse der Konzern in bisherigen Kernmärkten Stellen abbauen, andererseits könnten in "innovativen" Bereichen Stellen neu geschaffen werden.
Das einstige Stammgeschäft Festnetz, wo noch immer die meisten Mitarbeiter beschäftigt sind, verliere durch den Mobilfunk und die Internettelefonie immer mehr an Bedeutung, sagte ein Analyst. Der weitere Stellenabau bei T-Com komme daher nicht überraschend, höchstens die erwartete Kostenbelastung. Bei den angekündigten 32.000 Streichungen werde es auf Dauer nicht bleiben, zeigten sich Analysten sicher.
Verdi-Vize Franz Treml warf der Telekom Verantwortungslosigkeit vor. Dem Konzern gehe es glänzend, wie der Rekordgewinn und die hohe Dividende verdeutlichten. "Jetzt sollen offensichtlich wieder die Beschäftigten die Zeche zahlen, obwohl sie dem Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren mit ihrem Beitrag zum Beschäftigungsbündnis aus tiefroten Zahlen geholfen haben", kritisierte Treml, der auch Vize-Aufsichtratschef der Telekom ist. Der designierte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bedauerte in Berlin den Stellenabbau. "Wir können jedoch nicht künstlich Arbeitplätze halten, die nicht mehr gebraucht werden", sagte er.
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