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NAS-Box mit RAID: Thecus YES Box N2100

17:51 - Donnerstag, 29. Juni 2006 von Jim Buzbee
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11 - Dateikopien

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Für eine andere Perspektive der Performance wurden zum Test noch ein paar Dateikopien per Drag-and-Drop angefertigt. Dies geschah auf einem anderen Computer als die iozone-Tests: einem Dell Inspiron 1000, 2.2 MHz Mobile Intel Celeron mit 320 MB RAM, Win XP Home SP2; die 2100 lief im Modus RAID 1. Die folgenden Ergebnisse sind Durchschnittswerte aus mehreren Verschiebungen eines Verzeichnisbaums von etwas mehr als einem Gigabyte.

100 Mbit Ethernet
Von Thecus zu Laptop: ca. 3:00
Von Laptop zu Thecus: ca. 4:45

1000 Mbit Ethernet (ohne Jumbo-Frames)
Von Thecus zu Laptop: ca. 2:20
Von Laptop zu Thecus: ca. 2:30

Außerdem wurde eine Datei von über 1 GB in die Thecus-Box eingelesen, um das Problem mit großen Dateien zu überprüfen, das bei einigen Linux-basierten Laufwerken auftritt. Sowohl Lesen als auch Schreiben war bei einer Gigabit Ethernet-Verbindung in weniger als drei Minuten erledigt.

Das Innenleben

Abbildung 19 zeigt die Hauptplatine der N2100 bei herausgenommenen Festplatten. Man kann die CPU erkennen, einen 600 MHz Intel 80219 Xscale-Prozessor. Die SataLink-Produktfamilie.

Abbildung 19: Hauptplatine - Zum Vergrößern anklicken

Der leere mini-PCI-Steckplatz auf der Platine ist dazu bestimmt, durch den Benutzer mit Wireless-Karten auf der Grundlage des Ralink RT2561-Chipsatzes bestückt zu werden. Auch Wireless USB-Dongles auf der Grundlage des ZyDAS ZD1211-Chipsatzes werden unterstützt. Oben im Bild sieht man ein 128 MB Speichermodul im einzig vorhandenen Steckplatz.

Die Box sollte intern unter Linux laufen, aber das musste natürlich überprüft werden. Ein Port-Scan ergab nichts Interessantes, aber ein Fingerabdruck-Scan identifizierte das Betriebssystem als auf einem Linux-Kernel basierend. Die Dokumentation enthielt Copyright-Hinweise für mehrere GPL-Komponenten, aber nicht für Linux. Grund genug, etwas tiefer zu graben.

In letzter Zeit fanden sich ein paar NAS CGI-Sicherheitslöcher, dank derer man etwas im Betriebssystem herumschnüffeln kann. Auch die N2100 hat mindestens einen solchen Fehler. Beim Durchsuchen des Dateisystems über Web-Schnittstelle sollte man auf die gemeinsamen Dateien beschränkt sein, aber die Standardstruktur lässt sich sehr leicht durchbrechen. Wenn man eine Datei holt, wird in der Browser-URL der relative Pfad der Datei angezeigt. Es zeigte sich, dass man auch als Nicht-Administrator beinahe jede gewünschte Datei anzeigen kann, indem man zunächst zwei Verzeichnisse nach oben geht und dann wieder zurück. Über die URL http://192.168.1.100/cgi-bin/download.cgi?album%2F/../../etc/passwd kann man zum Beispiel eine Passwort-Datei holen.

Die Box läuft also tatsächlich unter Linux. Es ließ sich zwar keine Verzeichnisaufstellung aufrufen, aber wer sich mit der typischen Struktur eines Linux-Systems auskennt, kommt leicht überallhin. Von der ersten Startdatei gelangt man leicht zum inittab und danach Skript für Skript durch die gesamte Boot-Sequenz, wobei einige interessante Dinge zu entdecken sind. So verfügt die Box zum Beispiel über einen ssh-Daemon, der scheinbar beim Booten gestartet wird. Wenn die Box vollständig hochgefahren ist, ist leider keine Spur mehr von ihm zu finden.

Der verwendete iTunes-Server ist mt-daapd. Das proc-Dateisystem enthält Informationen zu den Disk-Mountpunkten, zu Speichernutzung, Kernelversion (2.6.9) und so weiter. Eine interessante Funktion ist ein Skript, das mit etwas Aufwand eine vollständige Kontrolle der Box erlauben könnte. Das Skript "module-boot" lädt Module und führt von einem festgelegten Verzeichnis auf der Festplatte aus Skripts aus. Um darauf zuzugreifen, muss man die Laufwerke wahrscheinlich auf einer Standard-Linux-Box mounten, das Verzeichnis "module" mit den entsprechenden eigenen Einstellungen füllen und das Laufwerk wieder einsetzen. So lassen sich ein eigener Telnet-Server, SSH-Server, Gerätetreiber usw. hinzufügen, und man hat recht freie Hand.

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