
Der C82 nimmt für sich in Anspruch, die beste Ausstattung überhaupt zu haben: 5760x1440 dpi, 22 Seiten pro Minute, separate Patronen. Ist dies also der Drucker Ihrer Träume, oder sind das alles nur Werbesprüche?
Der Drucker hat eine klar definierte Aufgabe: Der C82 soll bis nächsten Sommer das Flaggschiff der Standarddrucker von Epson sein. Die Konkurrenz war noch nie so hart. Der HP Deskjet 5550 und die Canon-Modelle i550 und i850 sind in den Vereinigten Staaten bereits erhältlich, aber in Europa erst ab Februar.
Epson musste also schweres Geschütz auffahren. Die Ankündigungen im letzten Sommer deuteten darauf hin. Der C82 hat die höchste Auflösung auf dem Markt: 5760x1440 dpi. Um hier das meiste herauszuholen, hat Epson die Farbpatronen verändert, es sind also nicht die gleichen wie im C70 und im C80. Aber das ist noch nicht alles: Der C82 schafft 22 Seiten pro Minute und hat ein System mit separaten Patronen. Der Grundgedanke ist also, dass der C82 die perfekte Kombination aus niedrigen Seitenpreisen, hoher Geschwindigkeit und sehr hoher Auflösung bietet. Ist dies der Stein der Weisen?
Legen wir die Karten auf den Tisch:
Die 5760x1440 dpi erfüllen keinerlei Zweck. Die Konkurrenz hat in Sachen Qualität immer noch die Nase vorn. Was die Geschwindigkeit angeht, ist der C82 nicht nur viel langsamer als der Canon-Drucker, sondern bleibt auch noch hinter dem HP zurück, der nicht gerade für Geschwindigkeit berühmt ist. Die Kosten pro Seite wären niedrig, wenn man in der voreingestellten Auflösung arbeiten könnte. Aber die Qualität ist hier so schlecht, dass man die Auflösung mittels des Treibers erhöhen muss. Die Kosten pro Seite entsprechen also denen des C70.
Der C82 hat dieselben Fehler wie der C62: Er ist laut und kann Druckaufträge nicht ausführen, wenn eine der Patronen meldet, dass sie leer ist. Was den Geräuschaspekt angeht, so kann man den Drucken nicht in einem Schlafzimmer laufen lassen, wenn dort jemand schlafen will.
Der zweite Fehler ist frustrierend und ärgerlich: Der C82 versagt seine Dienste, wenn der Chip an einer der Patronen das fatale Signal für leer schickt. Der Chip verfügt über einen Zähler, der das Signal abgibt, sobald eine bestimmte Menge Tinte verbraucht wurde, auch wenn eigentlich noch Tinte übrig ist. Der Drucker wird dann augenblicklich lahm gelegt und lässt sich nicht wieder starten, bis eine neue Patrone eingesetzt wird. Natürlich macht einen das nervös, denn mitunter hat man es eilig und man hat nicht immer Ersatzpatronen im Haus. Bei anderen Druckern kann man den Text blau färben und mit der Farbpatrone weiterdrucken oder eben in schwarz, falls die Farbpatrone leer ist. Hier nicht: Patrone austauschen! - quiekt der Drucker. Das hat uns echt genervt. Wir haben also die Patrone herausgezerrt und sie mit einem Schraubenzieher aufgebrochen. Nimm das und zeig’ uns, aus welchem Holz Du geschnitzt bist! Und als hätten wir es nicht geahnt: Da hat das Ding all den Ärger gemacht und prompt ist auch noch Tinte übrig, die uns über die Hände läuft und sich nicht entfernen lässt. Inzwischen waren wir also RICHTIG wütend und mussten trotzdem losgehen und Nachschub kaufen.
Also noch einmal dieselbe Nachricht wie beim C62: Herr Epson, hören sie bitte auf, von intelligenten Druckern und ihren schlauen Chips zu reden. Wenn so etwas intelligent ist, hätten wir es lieber wieder dumm. Weg mit den Chips!
