
Bereits im Herbst 2004 hatte Intel mit "Rosedale" den ersten hoch integrierten WiMax-Chip vorgestellt.
Allerdings ist das Silizium für die für die WiMAX-Chips noch nicht allerorten fertig und solange die Chipsätze nicht vom Band laufen, können auch die Endgeräte nicht in Produktion gehen. Die mit Intels Rosedale-Chip bestückte Musterplatine, die auf der CeBIT öffentlich am Stand der israelischen Firma Alvarion - wenngleich unter Plexiglas - zu sehen war, durften wir jedenfalls nicht fotografieren, laut Pre-Sales Manager Sergio Chocron "aus Gründen der Geheimhaltung" .
Der weitaus größte Unsicherheitsfaktor ist zurzeit aber die Politik. Zwar ist IEEE 802.16 2004 alias WiMAX als Standard in den USA und Europa in trockenen Tüchern, und mit Hebammen wie Motorola, Intel und inzwischen selbst Siemens müsste das neue Kommunkations-Baby eigentlich schnell an Größe und Gewicht zunehmen, doch die Lizenzvergabe ist noch völlig offen.
In Deutschland soll im Anfang August eine Entscheidung fallen. Der genaue Zeitpunkt steht aber noch nicht fest, wie ein Sprecher der Regulierungsbehörde auf Anfrage klarstellte. Entweder wird es viele kleine, unabhängige Provider geben, oder die Regulierungsbehörde vergibt die Lizenz, ähnlich wie bei UMTS, gegen eine wuchtige Gebühr an die zahlungskräftigsten Telcos. So bemüht sich inzwischen sogar der ehemalige technische Leiter des ersten deutschen Biergarten-Hot-Spots, Jimmy Schulz, um eine WiMax-Lizenz mit dem Ziel, aus www.e-garten.net einen WiMax-Showcase zu machen.
Am liebsten wäre der Regulierungsbehörde, wenn sich die Anbieter selber über die Aufteilung des Frequenzkuchens einigen würden und sie nicht eingreifen müsste, wir bevorzugen eindeutig ein "Licensing Light" so ein Sprecher der Behörde, bei dem jede Firma berücksichtigt wird, die in diesen Markt möchte.
Da niemand weiß, ob und wann er mit WiMAX online gehen darf, ist selbst das spärlich vorhandene Test-Equipment zurzeit so gut wie unverkäuflich. Geld verdienen tut also noch niemand. Bis zur nächsten CeBIT sollte sich das ändern, und dann wird es vermutlich im CeBIT-Server mehr als nur einen spärlichen Eintrag unter WiMAX geben.
