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Ist der Charakter einmal erstellt, geht es im Anfängergebiet der jeweiligen Rasse los. Alle relevanten Quest- und Trainer-NPCs (CPU-gesteuerte Figuren) sind deutlich markiert und leicht zu finden. Durch erste Quests wird man an grundlegende Funktionen sowie Teile der Story herangeführt und erhält nebenbei auch schon Erfahrungspunkte. Der Weg zum Maximal-Level 50 ist allerdings lang. Um das Ziel zu erreichen, wird man nicht nur drei oder vier Wochen, sondern einige Monate benötigen. Spieler, die in einem MMO eine besondere Herausforderung suchen, dürften sich in Vanguard wohl fühlen. Ungefähr 20 Prozent des Titels sind auf Solo-, 60 Prozent auf Gruppenspiel und noch mal 20 Prozent auf Raids ausgerichtet. Die Entwickler halten außerdem nicht viel von Instanzen. Stattdessen gibt es große, für alle offene Dungeons, die mitunter Platz für bis zu vier Raid-Gruppen mit je 24 Spielern bieten sollen. Wer befürchtet, dass es zu Platzproblemen oder Camping in den Dungeons kommen könnte, kann sich beruhigt zurücklehnen - die Höhlen sollen so riesig sein und so viele verschiedene Eingänge haben, dass sich die Gruppen sehr gut aus dem Weg gehen können.
Dungeons für alle: Instanzen wie in World of Warcraft wird es nicht geben.
Außerdem hat sich Sigil hier etwas Besonderes ausgedacht: das Advanced Encounter System. Während einer Quest erscheinen wichtige Ereignisse oder Boss-Monster exklusiv für die questende Gruppe - spezielle NPCs oder Monster können nicht von anderen Gruppen angegriffen werden. Der Schritt weg von den seit WoW allgegenwärtigen Instanzen ist sehr mutig und auch begrüßenswert, führt er doch zurück zu einer großen, offenen Welt, in der man jederzeit den anderen Spielern begegnen kann. Gemeinsames Spiel wird wieder wichtig, und das von Anfang an. Oder wie Sigils PR-Frau April Jones sagt: "Wenn man alleine spielen will, gibt es immer noch die PS2."
Vanguard kann auf drei Arten (von Sigil "Sphären" genannt) gespielt werden: Abenteuer, Handwerk sowie Diplomatie. Die Abenteuer-Sphäre setzt sich aus Quests und Kampf zusammen. Das Handwerkssystem ist da schon komplexer. Ihr braucht unterschiedliche Werkzeuge, müsst Zutaten und Rohstoffe beschaffen und zum Beispiel als Schmied Euren Schmelzofen befeuern. Dessen Temperatur spielt wiederum eine wichtige Rolle und wirkt sich auf die Qualität der hergestellten Items aus, für die es Stufen von A bis D gibt. Und damit Ihr während des Trainings nicht für die Mülltonne produziert, erledigt Ihr Aufträge für NPCs, die dringend bestimmte Waren benötigen. Das bringt nicht nur Geld, sondern auch extra Erfahrungspunkte. Angeblich sollen selbst gemachte Gegenstände besser als die Beutestücke aus Raids sein, ganz zu schweigen von großen Anschaffungen wie Schiffen. Um mit Eurer Gilde in See zu stechen, müsst Ihr das nötige Gefährt von anderen Spielern bauen lassen.
Handwerkeln lohnt sich wieder! In Vanguard beliefert Ihr Gilden mit eigenen Schiffen - und der besten Ausrüstung im Spiel.
Und dann wäre da noch die Diplomatie: Durch vermittelnde Gespräche sollen Quests gewaltfrei zu lösen sein, indem man auf sein Gegenüber einredet. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Sammelkartenspiel: Beide Gesprächspartner spielen Karten mit Dialogoptionen aus und versuchen, die Karte des anderen zu toppen. Natürlich müssen diese Diplomatiefähigkeiten ebenfalls trainiert und gesteigert werden, um ein erfolgreicher Manipulator zu werden. Das klingt hier relativ simpel, ist aber äußerst komplex.
Im Charaktermenü haltet Ihr Euch - für jede Sphäre separat - über den aktuellen Level, die passende Ausrüstung oder Skills auf dem Laufenden. So könnt Ihr auch schnell zwischen Handwerker-Outfit und Kriegerrüstung wechseln. Ob Ihr Euch nur auf eine Sphäre konzentrieren oder Erfahrung in allen sammeln möchtet, steht Euch frei. Letztlich ergänzen sie sich sowieso: Ein guter Diplomat in der Gruppe kann spezielle Optionen für Dungeons öffnen, der Handwerker findet dort Baupläne für seltene Gegenstände - und muss womöglich von hochstufigen Abenteurern eskortiert werden. Sigil möchte die Spieler in Vanguard zu so viel Interaktion wie möglich bewegen, denn genau das macht eine Online-Welt erst so richtig lebendig.



Interessantes Spiel - Diplomatie könnt mein Ding sein.
Vielleicht kriegt WOW ja endlich mal gute Konkurrenz. HdRinge wird's wohl eher nicht werden was man so ließt...?!
Endlich ein Game was nicht die schwächen von WoW geerbt hat.
Die guten Elemente aus WoW wurden übernommen oder verbessert.
Tiefgründiger Spielspass und nicht oberflächliches Monsterkloppen.
Einziger Wehrmutstropfen ist die Hardwareanforderung.