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Nachteile der Overdrive-Technologie

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19:00 - 08/08/2005 von Benoît Dupont

Wenn die Vorteile einer Technologie wie dieser hier allgemein angepriesen werden, vergisst man darüber leicht ihre Nachteile. Der gemessene "Overshoot" der Pixel ist in seiner Amplitude und Dauer nicht unerheblich, wenn man sie im Verhältnis zur Bildwiederholrate betrachtet. Das bedeutet eine gewisse Anfälligkeit für Videorauschen in Bereichen mit vielen Farben.

Der Grund dafür? Bei unbeweglichen Bildern gibt es keine Probleme - die Pixel ändern sich nicht, egal welchen Wert sie aufweisen. Dies ist der Vorteil eines LCD. Ganz anders sieht die Lage bei feinen Farbschattierungen aus. Wenn eine Kamerafahrt in einem Film diese feinen Farbschattierungen durchquert, müssen die Pixel von einem Wert zum nächsten wechseln, wobei die Farben jedoch sehr nahe beisammen liegen. Leider erzeugt das Overdrive-Verfahren hier zeitweise eine viel höhere Variation des Pixelwerts, was angesichts der Tatsache, dass nicht alle Pixel gleich reagieren - manche sind schneller als andere - ein für den Betrachter erkennbares Videorauschen entstehen lässt.

Wir konnten dies anhand bestimmter Szenen aus dem Film "Die Bourne Verschwörung" nachweisen. In einer Szene schwenkt die Kamera aus einem Tunnel hinaus, dessen Wände von Weiß bis Schwarz abgestuft sind, wobei das VP191b-Modell ein "Glitzern" wiedergab.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass dieses Verfahren unter Umständen nicht mit Dithering zurechtkommt. Dithering ist eine Methode zur Nachbildung von Farben auf Panels, die nur eine bestimmte Anzahl von Farben anzeigen können. Es basiert darauf, die Pixel rasch zu verändern, da das menschliche Auge dann die "durchschnittliche" Farbe wahrnimmt.


Das Dithering ist normalerweise mit bloßem Auge nicht zu erkennen, wenn sich der Betrachter weit genug weg befindet. Das Overdrive-Verfahren könnte jedoch die optische Störung verstärken, die aus der vom Panel während des Overdrive abgestrahlten starken Helligkeit entsteht. Dies könnte auch der Grund sein, weshalb das Overdrive-Verfahren in einem MVA-Panel mit 16,7 Millionen Farben implementiert wurde.

Hierbei gilt es allerdings zu beachten, dass bestimmte komprimierte Videoformate in ihren Kodier- und Dekodierverfahren verstärkt mit Dithering arbeiten. Der VP191b könnte dieses Phänomen noch verstärken.

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