Im gleichen Maß, in dem immer mehr Personen und Unternehmen ihre Geschäfte bzw. hauptsächlich ihre Kommunikation über das Internet abwickeln, erhalten Internetkriminelle immer bessere Möglichkeiten, sich auf illegale Weise Geld zu beschaffen. Und damit steigt auch das Risiko böswilliger Attacken auf die Nutzer.
Das Internet wird für Kriminelle beim Begehen von Straftaten zum Mittel der Wahl: Angefangen bei Hackern, die angeworben werden, um mithilfe von Phishing-Taktiken Kreditkartennummern, Kennwörter oder andere wertvolle Informationen zu stehlen, bis zu Hackern, die über Bot-Netze massive Denial-of-Service-Attacken durchführen können und von den betroffenen Unternehmen Geld erpressen.
Bot-Netze auf Bestellung
Kriminelle erkennen den Wert von Bot-Netzen und deren "Vermietung" an die Meistbietenden. Derzeit liegt hier der "Mietpreis" offenbar bei gerade einmal etwas weniger als 80 Euro pro Stunde.
Fallbeispiel: Jay Echouafni
Im Sommer 2004 bezahlte Jay Echouafni, Geschäftsmann aus Massachusetts, Hacker dafür, dass sie die eBusiness-Websites von drei seiner Mitbewerber mithilfe eines Bot-Netzes angreifen. Um die Angriffe durchzuführen, warb ein Komplize von Echouafni unter dem Namen "Ashley" drei Skript-Kids an: "Emp", "Rain" und "sorCe" (Joshua Schichtel, Jonathan Hall und Lee Walker). "sorCe", der von Großbritannien aus operierte, verfügte über ein Bot-Netz von zwischen 5.000 und 10.000 infizierten Rechnern, mit denen er die Attacke ausführte.
Im Hinblick sowohl auf Fälle von Schutzgelderpressung als auch auf die Vermietung von Bot-Netzen sagt Mick Deats von der NHTCU: "Es gibt ein loses Netzwerk von Einzelpersonen, die mit dieser Art Attacken sehr viel Geld verdienen." Das deutsche Computermagazin c't berichtete im Februar 2004 über einen Fall, bei dem es den Zugang zu einem Bot-Netz erkaufen konnte, das von Peter White alias "iss", einem Entwickler von Chatserver-Software, betrieben wurde. White bot die Dienste seines Bot-Netzes und die Verteilung von Spam-Mails für umgerechnet ca. 22.000 Euro pro Monat an. c't gab diese Enthüllungen an Scotland Yard weiter, die Ermittlungen dauern noch an.
