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Schallisolierung: Gut oder schlecht?

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18:00 - 06/03/2006 von Jean-Pierre Roche

Der Zweck eines Kopfhörers liegt darin, dass er Musik direkt ins Ohr bringt, aber dadurch darf die äußere (Klang-)Umgebung nicht überdeckt werden. Der Kopfhörer darf die Außengeräusche bis zu einem gewissen Grad abschwächen, darf sie aber nicht völlig ausblenden. Der Dämpfungsgrad hängt vom jeweiligen Design und der Technologie ab. In vielen Fällen sind die Kopfhörer vorsätzlich so konzipiert, dass sie Geräusche von außen eindringen lassen. Unter Normalbedingungen ist es natürlicher und angenehmer, wenn die Musik einfach zur vorhandenen Klangumgebung hinzugefügt wird, und genau das tun bestimmte Top-Kopfhörer für den Heimbereich. In einer sehr lauten Umgebung allerdings ist eine möglichst gute Schallisolierung durchaus angebracht. Natürlich muss man immer an die Gefahren einer völligen Abschottung von der Umwelt denken, zum Beispiel im Straßenverkehr. Außerdem kann sie nach einiger Zeit psychologisch als störend empfunden werden. (Manche Menschen mögen keine Kopfhörer, die sie zu sehr von der Außenwelt isolieren.)

Ohrumschließende und ohraufliegende Mini-Kopfhörer gibt es in zwei Ausführungen: als geschlossenen Modelle mit völliger Schallisolierung nach außen und als offene Modelle mit geringer oder keiner Schallisolierung. Beide Kopfhörertypen sehen fast gleich aus, der Unterschied liegt hauptsächlich in ihrer Bauweise. Übrigens sollte man sich von der Schallisolierung geschlossener Kopfhörer nicht allzu viel erwarten. Abgeschirmt wird hauptsächlich der obere Teil des Audiospektrums, die unteren Frequenzen sind hingegen nur in geringem Maß betroffen.

Durch ihre Bauweise bedingt bieten Ohrstöpsel nur eine geringe Schallisolierung. In-Ear-Kopfhörer hingegen funktionieren wie richtige "Stöpsel" mit sehr hoher Dämpfwirkung. Aber das gilt natürlich nur, wenn sie exakt sitzen!

Lärm ist der Feind

In vielen Situationen, etwa beim Musikhören in einem öffentlichen Verkehrsmittel, sind Geräusche der große Feind. Man dreht dann automatisch die Lautstärke höher, was das Gehör schädigen kann. Eine Lösung, die zwar bereits seit vielen Jahren bekannt ist, aber sich immer noch nicht allgemein durchgesetzt hat und relativ unbekannt ist, besteht in der so genannten aktiven Geräuschunterdrückung. Das Prinzip ist einfach: Die Außengeräusche werden von einem Mikrofon aufgefangen, woraufhin ein phasenverschobenes Gegengeräusch wieder in den Kopfhörer eingespeist wird. Es ist eine bekannte Tatsache, dass sich zwei identische Töne mit umgekehrter Phase gegenseitig auslöschen. Das funktioniert etwa so, wie wenn man auf einer Seite an einem Gegenstand zieht, während auf der anderen Seite jemand in die genaue Gegenrichtung zieht. Solange die Kräfte gleich sind, bewegt sich der Gegenstand nicht. Natürlich benötigt man für die Geräuschunterdrückung einen elektronischen Schaltkreis sowie eine Stromversorgung, aber die Wirkung ist eindrucksvoll: Man erreicht so eine Dämpfung um bis zu 15 dB (wenn auch nur im unteren Ende des Spektrums, also im Bass und den unteren Mittelfrequenzen). Zum Glück setzt im oberen Teil des Spektrums die passive Schallisolierung an (wie bei geschlossenen Kopfhörern). Die Kombination aus beiden Faktoren ist höchst effektiv, und ein gutes Paar ANR-Kopfhörer ist in einer lauten Umgebung Gold wert. Solche Kopfhörer werden von Piloten und manchen (Ersteklasse-)Passagieren auf Langstreckenflügen verwendet.

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