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Tests und Auswertung

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18:00 - 06/03/2006 von Jean-Pierre Roche

Wie bei jedem Audiogerät kommt es auch bei den Kopfhörern vor allem auf ein gutes Klangergebnis an, aber das allein reicht als Kriterium nicht aus. Für einen objektiven Gesamteindruck sollten ergänzende elektroakustische Messungen vorgenommen werden. Hierzu haben wir unser DAAS32 Audioanalysesystem mit einem Neutrik-Kunstkopf und einem Mikrofon zur Aufzeichnung der Reaktionskurven eingesetzt. Dieses System eignet sich hervorragend zum Testen herkömmlicher Kopfhörer und wurde speziell dafür kalibriert.

Für Ohrstöpsel und In-Ear-Kopfhörer hatten wir versucht, einen Adapter für unseren Kunstkopf zu bauen, allerdings mit geringem Erfolg, weil sie nur schwer exakt angepasst werden konnten. Also haben wir aus schalldämmendem Material unser eigenes Kopplungssystem konstruiert, was deutlich besser funktionierte. Wir haben sogar mehrere Modelle für die unterschiedlichen Arten von Kopfhörern angefertigt. Allerdings stimmte die Reaktionsmessung in keinem Fall genau mit dem realen Höreindruck überein.

Unser Messsystem ist kalibriert, die Lautstärken in dB SPL sind absolute Werte (Referenzwert: 20 Mikropascal) bei einer Spannung von 1 V am Kopfhörereingang. Deshalb kann man auch den Schalldruck der Kopfhörer vergleichen, wobei man aber immer bedenken muss, dass die Impedanz nicht berücksichtigt wurde. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Effizienz von Kopfhörern zu messen. Der einfachste (und unserer Meinung nach beste) Weg besteht darin, nur den Pegel am Eingang zu berücksichtigen. Das ist eine praktische Anwendung der allgemeinen Audioverstärkertheorie, bei der die Quelle als theoretisch perfekter Spannungserzeuger betrachtet wird. Daher drücken wir den Schalldruck in dB SPL pro Volt aus. Dieses Verfahren setzen auch einige Hersteller, wie etwa AKG und Sennheiser ein, die gewiss keine Leichtgewichte sind.

Die andere Möglichkeit besteht darin, die Übertragungsleistung zwischen der Quelle und dem Empfänger zu messen. Das bedeutet, dass hier auch die Impedanz berücksichtigt wird, und die Messung ergibt den Schalldruck in dB SPL pro Einheit Leistung. Diese Einheit ist in der Praxis Milliwatt. Leider ist diese Messung wegen der stark unterschiedlichen Impedanzen der verschiedenen Kopfhörer (zwischen wenigen Ohm bis über 1.000!) und weil einige unserer Modelle "aktive" Kopfhörer mit elektronischen Komponenten sind, bei einigen Modellen kaum aussagekräftig, sondern nur bei passiven Modellen mit geringer Impedanz. Trotzdem werden wir diese Werte aus den technischen Daten angeben, sofern sie vom Hersteller geliefert werden.

Die verschiedenen Ausdrucksweisen für den Schalldruck lassen sich nicht einfach miteinander vergleichen. Bei einem Standard-Impedanzwert von 32 Ohm entspricht der Schalldruck in mW dem Schalldruck in dB SPL bei 0,18 V, umgerechnet also etwa 15 dB weniger. Einige Hersteller geben zwar einen Schalldruck an, sagen aber kein Wort darüber, wie dieser ermittelt wurde.

Außerdem haben wir Impedanzkurven aufgezeichnet, um unsere ermittelten Messwerte zu verifizieren, weil uns klar war, dass sie nur dann problematisch sein würden, wenn sie zu niedrig liegen. Bei unserer Testanordnung sind die sehr hohen Werte nicht präzise, aber das ist hier unwichtig. Worauf es ankommt, sind die niedrigen Werte!

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