

Der Sockel des Athlon 64 hat 754 Pins, der Prozessor selbst sitzt in einem Flip-Chip BGA-Package. Die metallne Oberfläche ist der so genannte Heat Spreader (Hitzeverteiler), der eine bessere Abführung der Verlustleistung an den Prozessorkühler möglich macht.
Der Athlon 64 wird mittelfristig AMDs Einstiegs- und Mainstreamprodukt sein. Zum Start im September stand lediglich der 3200+ zur Verfügung, doch auch ein 3000+ wurde kürzlich nachgeliefert. Interessant ist dabei, dass beide Prozessoren mit genau 2,0 GHz arbeiten; unterschiedlich ist lediglich die Größe des L2-Cache: 1 MB beim 3200+ und 512 kB beim 3000+.
1 MB L2-Cache kommen beim Athlon 64 auf mehr als die Hälfte der fast 106 Millionen Transistoren. Bei einer realistischen Ausbeute von 40-50% würde also mehr als jede zweite Die einen Transistordefekt aufweisen. Sofern sich dieser auf einen abschaltbaren Bereich innerhalb des L2-Cache bezieht, entsteht aus diesen Dies (mit reparablen Defekten) idealerweise einfach ein Athlon 64 3000+.
In der Praxis liegen die Probleme natürlich nicht nur im Bereich des L2-Cache, jedoch ist AMD durch diese Vorgehensweise in der Lage, einen günstigeren Athlon 64 anzubieten und den Ausschuss zu minimieren. Eine Selektion ist ohnehin notwendig, will man möglichst viele Kundenschichten mit passenden Produkten ansprechen - der Mobile Athlon 64 ist ein weiteres Beispiel.
Derzeit liegt der Vorteil des 64-Bit-Athlons in seiner effizienten Speicherverwaltung bestehend aus großem L2-Cache und einem integrierten Speichercontroller. Im Gegensatz zu konventionellen Lösungen, bei denen der Speichercontroller auf dem Motherboard untergebracht ist, fallen langsame Datenpfade beim Athlon 64 komplett weg; der Prozessor kann direkt mit dem Hauptspeicher kommunizieren, während der Speichercontroller gleichzeitig mit vollem Prozessortakt arbeitet.
Dieser hohe Integrationsgrad macht den Athlon 64 größer und damit teurer als den Athlon XP. Ob sich der Kauf eines 400 Dollar (USA) beziehungsweise 400 Euro teuren 64-Bit-Prozessors jetzt schon lohnt (3200+), ist im Heim- und Bürobedarf derzeit noch keine Sache der 64-Bit-Unterstützung, denn 64-Bit-Adressierung für mehr als 4 GB Speicher macht erst dann Sinn, wenn dies vernünftig zu realisieren ist. Heute wären dazu drei DIMMs notwendig (zwei Mal 2 GB und ein weiteres Modul), was den Athlon 64 samt Plattform noch vor Probleme stellt: Je mehr Speichermodule, desto stärker muss das Arbeitstempo des Speichers gedrosselt werden. 200 MHz Takt (DDR400) lässt sich heute zumeist nur mit einem DIMM realisieren.
Auch mit 64-Bit-Software muss in den kommenden Monaten noch nicht in großer Zahl gerechnet werden, so dass solche Anwendungen erst einmal dem professionellen Bereich (Windows 2003 Server 64 Bit Edition) vorbehalten sind.
Was bleibt, ist hohe Performance unter gewohnten Bedingungen (Windows 2000 oder Windows XP sowie 32 Bit Software), ordentliche Leistungssteigerungen bei Übertaktung und ein interessantes Feature namens Cool & Quiet, welches Energiemanagement wie bei Notebook-Prozessoren endlich auch in Desktop-PCs ermöglicht. Der Prozessortakt wird in Abhängigkeit der Rechenlast in mehreren Stufen zwischen 800 MHz und 2,0 GHz angepaßt, so dass bei Untätigkeit die Leistungsaufnahme sinkt und der Kühlungsbedarf stark zurückgeht.
Ein solches Energiemanagement war in unseren Augen längst überfällig, doch die Unterstützung seitens der Motherboard-Hersteller ist derzeit noch erstaunlich gering.

Hier fühlt sich der Athlon 64 wohl: Sockel 754. Die Ausmaße entsprechen denen des Sockel 940, einzig die Pin-Zahl ist geringer, da nur ein statt zwei DDR-Speicherkanäle angesteuert wird.
| PRO | CONTRA |
|---|---|
| Schnell
Moderne Architektur Gutes Energiemanagement durch Cool & Quiet |
Keine 64 Bit Software
Recht teuer |
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